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Bei der Schmerztherapie geht es nicht immer um das bestmögliche Medikament

Wer Schmerzen hat, leidet und büßt Lebensqualität ein. Chronische Schmerzen nehmen zu, deshalb sind Experten gefragt, die gezielt helfen können. Einen Kursus gibt es jetzt beim Bildungswerk.

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Schmerzen: Vor allem, wer chronisch unter ihnen leidet, verzichtet auf Lebensqualität. Schmerztherapeuten können helfen. Foto: dpa-Bildfunk

Schmerzen: Vor allem, wer chronisch unter ihnen leidet, verzichtet auf Lebensqualität. Schmerztherapeuten können helfen. Foto: dpa-Bildfunk

Schmerzen sind unangenehm und wer chronisch unter ihnen leidet, büßt Lebensqualität ein. Besonders schlimm wird es bei dementen Personen, die vielfach nicht mehr mitteilen und sagen können, dass und wo es weh tut. Deshalb muss man sie "anders wahrnehmen und anders hinschauen", sagt Annette Hopfmann. Die pädagogische Mitarbeiterin des Friesoyther Bildungswerkes  kennt die vielschichtigen Formen der Therapie, hat sich dem Thema Schmerz in besonderer Form angenommen und einen Kursus organisiert, der in der Region bisher einzigartig sei. "Algesiologische Fachassistenz" oder "Pain Nurse" heißt das Angebot, das Interessenten ab Oktober annehmen können. Angesprochen werden Pflegekräfte aus den unterschiedlichsten Einrichtungen sowie medizinische Fachangestellte.

Die in Kooperation mit der "Deutschen Schmerzgesellschaft" abgestimmte Veranstaltung kann auch auf das Konzept "Palliative Care" aufbauen, bei dem es um die umfassende und angemessene Betreuung von Patienten geht, die sich im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Krankheit befinden. Auch hier bietet das Bildungswerk ab Februar 2023 wieder Möglichkeiten, sich weiterzubilden.

Beim "Pain Nurse" setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt mit der Frage auseinander, wie Schmerz entsteht und wie man ihm begegnen kann. "Und dabei geht es nicht immer um das bestmögliche Medikament, sondern auch um Methoden wie Massagen oder Kinesiologie", betonte Annette Hopfmann.

Wichtiges Bindeglied in der Kommunikation mit den Ärzten

Den Verantwortlichen komme bei der Betreuung und Pflege von Schmerzpatienten eine Schlüsselrolle zu. "Sie sind vor allem bei chronischen Schmerzzuständen ein wichtiges Bindeglied im Bereich der Kommunikation mit Ärzten", sagt die Pädagogische Mitarbeiterin. Und gerade bei Patienten, die an Demenz erkrankt seien, stießen Angehörige, aber auch Pflegekräfte vielfach an ihre Grenzen, wenn die betroffenen Personen nicht mehr über ihre Empfindungen sprechen könnten. Demenz gehört zu den am häufigsten eintretenden Krankheiten und darüber hinaus wächst insgesamt die Zahl von chronisch Kranken. Somit werden Schmerzexperten dringend gesucht, um für mehr Wohlbefinden in den Kliniken, Pflegeeinrichtungen und zu Hause zu sorgen.

Wer sich als "Pain Nurse" ausbilden lassen möchte, hat dazu in einem Grund- und einem Aufbaukursus zwischen dem 21. Oktober und 29. November die Möglichkeit. In dieser Zeit treffen sich die Interessenten sechsmal, können sich aber auch nur für einen der Kurse entscheiden.

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