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Bei der Kontaktstelle für Selbsthilfe in Cloppenburg gibt es einen Führungswechsel

Nach fast 30 Jahren als Leiterin der Cloppenburger Einrichtung geht Rita Otten in den Ruhestand. Mit Andrea Poppe-Aumüller steht ihre Nachfolgerin bereits fest.

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Geht nach fast 30 Jahren in der Kontaktstelle für Selbsthilfe in den Ruhestand: Rita Otten. Foto: Meckies

Geht nach fast 30 Jahren in der Kontaktstelle für Selbsthilfe in den Ruhestand: Rita Otten. Foto: Meckies

"Sie ist einfach ein Urgestein der Selbsthilfe", sagt Andrea Poppe-Aumüller über ihre Vorgängerin Rita Otten. Und das beschreibt die Leistung der jetzt in den Ruhestand verabschiedeten 65-Jährigen ganz gut. Denn Otten war es, die am 1. Mai 1993 die Leitung der damals frisch gegründeten VHS-Kontaktstelle für Selbsthilfe übernahm. Und seit Bestehen dieser Einrichtung hat sie die Geschicke der Selbsthilfe im Landkreis Cloppenburg gelenkt. Doch das ist nun vorbei, am Freitag wurde sie bei einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet.

Die Kontaktstelle gehört zur Volkshochschule Cloppenburg, arbeitet aber überwiegend selbstständig und hat mittlerweile auch eigene Räumlichkeiten, ebenfalls im Alten Stadttor. Sie ist die Ansprechpartnerin im Landkreis Cloppenburg für alle Hilfesuchenden und bestehende Selbsthilfegruppen. Mittlerweile sind das immerhin etwa 85 Gruppen. Rita Otten hat da also etwas Großes aufgebaut, der Abschied falle ihr aber nicht besonders schwer. "Ich weiß die Kontaktstelle in guten Händen", erklärte sie. 

Und diese guten Hände gehören der neuen Leiterin Andrea Poppe-Aumüller. Die Cappelnerin ist schon 2 Jahre mit im Team, hat vorher lange in der Jugendhilfe und auch in der Schulsozialarbeit gearbeitet. Im Herbst 2020 – also mitten in der Corona-Zeit – ist sie dann aber zur Kontaktstelle gekommen und bezeichnet ihren Job heute als "Glücksgriff". Es war von Anfang an geplant, dass sie die Leitung übernehmen soll, wenn Rita Otten aus Altersgründen aufhört. Und bis es jetzt soweit war, hatte sie ausreichend Zeit, um sich darauf vorzubereiten. "2 Jahre Einarbeitung ist ein absoluter Luxus", weiß Poppe-Aumüller diese Situation zu schätzen. 

Otten möchte sich künftig aus der Beratungsstelle raushalten

Über ihre Vorgängerin, ehemalige Vorgesetzte und Anleiterin verliert sie nur gute Worte. Sie habe immer die Zukunft im Blick gehabt. Jetzt folgt mit dem Abschied aber auch ein harter Schnitt, Otten möchte sich aus den Geschicken der Beratungsstelle künftig raushalten, bei Fragen stehe sie ihrer Nachfolgerin aber weiterhin zur Verfügung. Die möchte sich jetzt erst mal den einzelnen Selbsthilfegruppen noch einmal vorstellen. Viele kennen Poppe-Aumüller zwar schon, oft aber auch lediglich vom Telefon. Sie wolle aber auch den persönlichen Kontakt zu den Gruppen halten, die weiter weg sind – beispielsweise in Barßel, so die neue Leiterin.

Dieser direkte Kontakt ist ihr wichtig und macht für sie auch den Reiz der Arbeit aus. "Hier bekommt man einfach mal ein 'Dankeschön'." Auch beeindrucke sie die Arbeit der einzelnen Gruppen immer wieder. Selbsthilfe habe ganz viel damit zu tun, Stärke zu zeigen, erläutert Poppe-Aumüller. Und auch abseits ihrer persönlichen Meinung ist der Bereich wichtig. Selbsthilfe gilt mittlerweile als wichtige vierte Säule im Gesundheitssystem. Die Nutznießer sind dabei in diversen Lebenssituationen, von Angehörigen verstorbener Menschen über erkrankte Personen bis hin zu Betroffenen von Depressionen. "Wichtig ist dabei, dass das Angebot kostenlos, freiwillig und niedrigschwellig ist", hebt Andrea Poppe-Aumüller hervor.

Wurde 2 Jahre lang ausführlich eingearbeitet: die neue Kontaktstellen-Leiterin Andrea Poppe-Aumüller. Foto: DickerhoffWurde 2 Jahre lang ausführlich eingearbeitet: die neue Kontaktstellen-Leiterin Andrea Poppe-Aumüller. Foto: Dickerhoff

Die Nachfrage ist dabei hoch, es stünden einige Gruppen in den Startlöchern, so die neue Kontaktstellenleitung. Trotz der Nachfrage hat sie sich dennoch vorgenommen, die Einrichtung künftig ein wenig sichtbarer zu machen. Denn überall bekannt ist die Unterstützung und Beratung bezüglich Selbsthilfe noch nicht. Interessierte seien immer im Büro gegenüber der VHS willkommen. Hier stehen Andrea Poppe-Aumüller sowie ihre Kolleginnen und manchmal auch ihr Hund Marley gerne Rede und Antwort.

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