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Beatrix Vodde, das "Herz der Gutenbergschule", geht in den Ruhestand

Ehemalige Rektoren und die aktuelle Chefin verabschieden Gutenberg-Schulsekretärin Beatrix Vodde aus Löningen nach 44 Jahren mit viel Lob und Anerkennung.

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 Im Rathaus haben Bürgermeister Burkhard Sibbel als Arbeitgeber (rechts) sowie vier der fünf Chefs mit Helmut Pille (von links) Anne Berning, Heino Fennen und Werner Nilles die Schulsekretärin Beatrix Vodde verabschiedet. Foto: Stadt Löningen

 Im Rathaus haben Bürgermeister Burkhard Sibbel als Arbeitgeber (rechts) sowie vier der fünf Chefs mit Helmut Pille (von links) Anne Berning, Heino Fennen und Werner Nilles die Schulsekretärin Beatrix Vodde verabschiedet. Foto: Stadt Löningen

Die Rektoren kamen und gingen. Die Dienstgebäude wechselten dreimal. Und auch die Arbeitsgeräte sind mehrfach getauscht worden – von der mechanischen Olympia zum PC: Seit inzwischen 44 Jahren ist Beatrix Vodde der ruhende Pol und die Konstante als Schulsekretärin in der Arbeit der einstigen Löninger Orientierungsstufe, die seit 2004 die Hauptschule der Stadt ist. In einer coronabedingt kleinen Feierstunde wurde Beatrix Vodde nun von Bürgermeister Burkhard Sibbel für die Stadt als Arbeitgeberin sowie von vier ihrer fünf ehemaligen und aktuellen Rektoren und Rektorinnen in den Ruhestand verabschiedet.

Viel Lob für Ruhe, Geduld, Übersicht und Kompetenz

Alle würdigten Voddes Arbeit. Alle lobten ihr "großes Herz und Engagement" für die Schülerinnen und Schüler und betonten ihre zuverlässige „normale“ Arbeit im Schulbetrieb. „Sie haben über Generationen hinweg Schüler, Lehrer und Eltern auf dem Weg durch die Schulbürokratie mit viel Herz begleitet“, erklärte der Bürgermeister. Er wisse sehr genau, wovon er rede. Er habe Beatrix Vodde schon als Schüler der Orientierungsstufe erlebt, erinnerte Sibbel sich.

Sie sei etwa in der Phase vor einigen Jahren, als viele Geflüchtete nach Deutschland einreisten und zeitweise Mädchen und Jungen aus 16 Nationen die Gutenbergschule besuchten, eine wichtige Ansprechpartnerin für die Familien gewesen. „Mit Ruhe und Geduld meistert sie jede Situation“, lobte daher auch Beatrix Voddes aktuelle Chefin Anne Berning, die fünfte seit OS-Stufen-Leiter Dieter Feige.

1978 kam Beatrix Vodde nach Löningen

Das sei ein ganz anderer Beruf gewesen, als sie 1978 nach ihrer Lehre als Rechtsanwalts- und Notargehilfin in der 4 Jahre zuvor gegründeten Orientierungsstufe an der Linderner Straße angefangen habe, vermutete Berning. Aus Düsseldorf war Vodde damals zugezogen; sie hatte Verwandte in Löningen.

Ging es zunächst vorwiegend um Verwaltungsarbeit, sei Beatrix Vodde längst die Frau für alle Fälle, die vor allem flexibel sein müsse, um nicht unterzugehen. Denn sie sei auch der "ruhenden Pol"; diejenige, die den Kindern Zuwendung und Zeit gebe, kleine Wunden mit Pflastern beklebe, rasch den Krankenwagen rufe oder tröste und zuhöre, wenn die Katze gestorben sei. 

Zum Einstand eine "betriebsame Zeit" an 12-zügiger Schule 

„Das war für mich ein Sprung ins kalte Wasser, da es überhaupt keine Anweisungen gab“, erzählte die Pensionärin bei ihrer Abschiedsfeier. Es sei eine „sehr betriebsame“ Zeit gewesen mit fast 900 Schülern in einer heute nicht mehr vorstellbaren12-zügigen Schule und 34 Schülern in einer Klasse. Die meiste Arbeit habe sie vor und in den Sommerferien, sagte Beatrix Vodde. Sie habe "ganz normal Urlaub“; wie jeder Arbeitnehmer auch. Sie habe die OS-Zeit in sehr guter Erinnerung, es sei eine schöne Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen Dieter Feige, Heino Fennen oder dem damaligen Konrektor Werner Nilles gewesen.

Im Laufe der Jahre habe sich ihr Aufgabenfeld deutlich erweitert. „Zu den Schulgesetzen, Rechnungen, Listen und Unterlagen für Eltern und Lehrer sind Zuwendung, Zeit und Zuhören zu wichtigen Aufgaben geworden“, erzählte sie aus ihrem Alltag. „Ich will Zeit für die Kinder haben, ihnen einen Pfefferminztee kochen, wenn sie kommen, um ihre Sorgen abzuladen und sie ein bisschen aufpäppeln“.

Die noch zu leistende „normale“ Arbeit hänge sie dann gern einfach hinten dran. In den Gesprächen und Telefonaten, vor allem mit Hilfe suchenden Müttern, bekomme sie Einblick in die Situation der Familien. Sie habe sich sehr gefreut, als eine ältere Schülerin, mit der sie über diesen Teil ihrer Arbeit gesprochen habe, festgestellt habe: „Dann sind Sie ja das Herz der Schule.“

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