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Baustopp bei Schießanlage der Kreisjägerschaften kann aufgehoben werden

Der Wald auf einer Fläche von 1,62 Hektar kann jetzt in Ahlhorn gerodet werden. Der Landkreis Oldenburg hat amtlich mitgeteilt, dass dafür keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.

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Symbolfoto: dpa

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Die Kreisjägerschafen Cloppenburg und Vechta können offenbar die Bauarbeiten für den Schießstand in Ahlhorn wieder aufnehmen. Dort soll, wie bereits berichtet, im Rahmen eines gemeinsamen Projektes das "Jagdliche Ausbildungszentrum Ahlhorner Heide" entstehen. Weil es vor Ort allerdings Widerstände gegen das Vorhaben gibt, sind Eingaben gemacht worden, die zum Ruhen der Arbeiten, die im Januar dieses Jahres bereits in vollem Gange waren, geführt haben.

Der Landkreis Oldenburg hat jetzt amtlich festgestellt, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich sei. Das hatten Gegner des Vorhabens in Ahlhorn bemängelt. Damit darf der Wald auf einer Fläche von 1,62 Hektar nun gerodet werden. Die oldenburgische Kreisverwaltung erklärte, dass es bereits eine Vorprüfung gegeben habe – und die sei ausreichend.

Die Kreisjägerschaften Cloppenburg und Vechta bauen das Ausbildungszentrum auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ahlhorn. Dort sollen Jäger ihre Schießfertigkeiten lernen und trainieren. Das müssen sie auch, denn der fachgerechte Umgang mit einer Waffe muss regelmäßig nachgewiesen werden. Dafür ist das Gelände bereits vor über 10 Jahren gekauft worden. Auf der Anlage sollen nicht nur Jäger aus dem Oldenburger Münsterland, sondern auch aus den angrenzenden Landkreisen.

Viele Ahlhorner befürchten alltäglichen Schießlärm

Dass künftig tausende Jäger – nicht nur aus dem Oldenburger Münsterland, sondern auch aus den angrenzenden Landkreisen – auf der Anlage schießen werden, sorgt in dem Ortsteil der Gemeinde Großenkneten aber für Widerstand. Es wurde die Bürgerinitiative "Ahlhorn ohne Schießlärm" gegründet. 11.300 Schuss täglich sind auf der Wurfscheiben-Anlage mit drei kombinierten Ständen erlaubt. „Wir beschränken uns aber freiwillig auf 8500 Schuss“, erklärte Bernhard Kurmann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Cloppenburg, bereits gegenüber OM-Online.

Viele Ahlhorner befürchten, dass ihr Alltag von bis zu "5000 Doppelknall-Ereignissen" begleitet wird. Die Bauherren wurden nicht müde, diese Bedenken zu zerstreuen. Angekündigt wurde etwa, dass 13 Meter Sand aufgetürmt und darauf noch einmal ein 5 Meter hoher Aufbau errichtet werden sollen. Es gab außerdem Infoveranstaltungen und eine Fahrt zu einer ähnlichen Schießanlage.

Im Januar waren die Bauarbeiten noch im vollen Gange. Archivfoto: VorwerkIm Januar waren die Bauarbeiten noch im vollen Gange. Archivfoto: Vorwerk

Seit Jahren bremst die Bürgerinitiative das Vorhaben mit rechtlichen Eingaben aus. Zuletzt mit der Eingabe, dass es eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben müsse. Noch im Januar hatten die Kreisjägerschaften gehofft, dass der Baustopp nur eine Frage von "wenigen Tagen" sei – daraus wurden jetzt Monate. Von der fortwährend ruhenden Baustelle berichtete zuletzt Bernd Kurmann, Vorsitzender der Jägerschaft des Landkreises Cloppenburg, auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr.

In ihrer Begründung, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist,  erklärt die oldenburgische Kreisverwaltung nun: "Es sind keine Schutzkriterien nach Anlage 3 Nr. 2.3 UVPG betroffen, da die nächstgelegenen FFH-Gebiete, sowie Naturschutzgebiete mindestens 3,5 km vom Vorhaben entfernt sind. Gleiches gilt für die umliegenden Landschaftsschutzgebiete, die mit einer Entfernung von mindestens 2,4 km nicht im Einwirkungsbereich des Vorhabens liegen." Auch ein gesetzlich geschütztes Biotop und ein außerhalb liegendes Wasserschutzgebiet seien nicht im Einflussbereich des Bauvorhabens.

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