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Baumaßnahmen in Friesoythe: Mal umstritten, mal herbeigesehnt

Wenn zwei das Gleiche machen, ist es noch lange nicht dasselbe: Gegen den 2022 begonnen Bau der Biogasanlage am C-Port gibt es heftigen Widerstand, neue Schulgebäude sind dagegen herzlich willkommen.

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Paukenschlag Mitte April: Die Firma Revis beginnt mit Vorbereitungen für den Bau der Biomethan-Anlage auf dem Gelände des C-Ports. Im Januar waren die Antragsunterlagen für den Bau öffentlich ausgelegt worden, von da an zog sich das Thema wie kein anderes durch das Jahr 2022. 

14 Ordner umfassen die Antragsunterlagen, die im Februar in den Rathäusern der Stadt Friesoythe und der Gemeinde Saterland ausliegen. Die Gegner der Anlage, die in der Bürgerbewegung Saterland und Umgebung (BBSU) organisiert sind, haben sich durch die 4800 Seiten gearbeitet und sind danach überzeugt, auch juristisch gegen das Projekt vorgehen zu können.

Erfolg ist ihnen damit bislang nicht beschieden. Ende März startet Revis damit, die Baustelle einzurichten, Mitte April erlaubt das Gewerbeaufsichtsamt noch vor Abschluss des laufenden Genehmigungsverfahrens den vorzeitigen Baubeginn, beschränkt auf Erd- und Betonarbeiten.

Vorzeitiger Baubeginn: Am 7. November erteilte das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg die Baugenehmigung für die Biogasanlage am C-Port. Zuvor hatte das Amt den vorzeitigen Baubeginn erlaubt, sodass im November bereits die ersten Gärbehälter standen. Foto: Revis BioenergyVorzeitiger Baubeginn: Am 7. November erteilte das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg die Baugenehmigung für die Biogasanlage am C-Port. Zuvor hatte das Amt den vorzeitigen Baubeginn erlaubt, sodass im November bereits die ersten Gärbehälter standen. Foto: Revis Bioenergy

Die BBSU prüft Rechtsmittel, verklagt den Landkreis, ein Nachbar der Anlage macht Sicherheitsbedenken geltend, die Gegner argwöhnen gar, dass die Niedersächsische Bauordnung angepasst wird, um die Revis-Ansiedlung am Küstenkanal zu ermöglichen. Alles vergeblich: Am 7. November erteilt das Gewerbeaufsichtsamt die endgültige Genehmigung für den Bau der Anlage.

Für die BBSU kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Sie will weiterkämpfen und kündigt an, gegen die Genehmigung der Anlage juristisch vorzugehen. Das letzte Wort in Sachen Gülle-Aufbereitung am C-Port scheint noch nicht gefallen zu sein.

Bewegung in der Schullandschaft

Deutlich weniger strittig sind die Baumaßnahmen an den Friesoyther Schulen. Die bewegen sich 2022 zwischen Fertigstellung und der Ankündigung künftiger Planungen. Ganz weit vorne ist die Elisabethschule. Der Landkreis als Träger spendiert ihr einen dringend benötigten Neubau, der nach den Sommerferien in Betrieb genommen wird. Rund 21 Millionen Euro hat er gekostet, weitere 7 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Altbaus. 

Freude an der Elisabethschule: Zum neuen Schuljahr könnten Lehrerinnen und Schüler den Neubau erobern. Foto: StixFreude an der Elisabethschule: Zum neuen Schuljahr könnten Lehrerinnen und Schüler den Neubau erobern. Foto: Stix

Deutlich günstiger war der Umbau der alten Polizeiwache in ein Lern- und Musikzentrum am Albertus-Magnus-Gymnasium. Etwas mehr als die veranschlagten 1,55 Millionen Euro hat der Landkreis für den Umbau des denkmalgeschützten Hauses ausgegeben. Klassenzimmer sucht man dort vergebens, stattdessen gibt es Leselounge und Bibliothek, einen Bereich für die Arbeit an Hausaufgaben und ein Selbstlernzentrum. 

Eigentlich aber wartet man am AMG auf die geplanten großen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten. Bis die und der Neubau einer Sporthalle in direkter Nachbarschaft des Gymnasiums überhaupt beginnen, wird indes noch viel Zeit vergehen. Eine integrierte Planung soll eine Lösung aus einem Guss ermöglichen. 

Visualisierung: So soll die neue Gerbert-Schule in Altenoythe aussehen. Mit der Fertigstellung ist aber nicht vor Sommer 2025 zu rechnen. Grafik: Bramlage Schwerter ArchitektenVisualisierung: So soll die neue Gerbert-Schule in Altenoythe aussehen. Mit der Fertigstellung ist aber nicht vor Sommer 2025 zu rechnen. Grafik: Bramlage Schwerter Architekten

Auch die Stadt Friesoythe baut an ihren Schulen. Das Schulzentrum an der Dr.-Niermann-Straße nähert sich der Fertigstellung, für die Gerbertschule hat das Architekturbüro eine Bauzeit von 28 bis 30 Monaten errechnet. Gesprengt ist auch der Kostenrahmen, statt mit 7,5 Millionen Euro rechnet die Stadt jetzt mit 10,5 Millionen Euro. 

Immerhin hat sie das sanierungsbedürftige Gebäude der früheren Grundschule Hohefeld nicht mehr an der Backe. Das hat die Stadt an den Förderverein verkauft. Der Erlös allerdings wird die Mehrkosten der Gerbertschule nicht auffangen. Als Kaufpreis wurde 1 Euro vereinbart.

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