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Bauherren sehen in Osterfeine endlich Licht am Ende des Tunnels

Eigentlich hätte die Stadt Damme die Grundstücke im Dorfgebiet "Auf dem Kirchesch" schon vor Monaten vergeben wollen. Doch archäologische Ausgrabungen machten ihr einen Strich durch die Rechnung.

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Die Nachfrage nach Bauplätzen in Damme ist 2022 trotz der multiplen Krisen hoch geblieben. Und so waren die Grundstücke in den neuen Wohngebieten am Westring, das die Volksbank Dammer Berge vermarktet, sowie in Osterfeine, wo die Stadt das Dorfgebiet "Auf dem Kirchesch" ausgewiesen hat, durchaus begehrt.

Allerdings verzögerte sich in Osterfeine wegen der archäologischen Ausgrabungen, bei denen mehr als 2300 Jahre alte Siedlungsspuren gefunden wurden, die Bereitstellung der Bauplätze erheblich. Denn am Ende untersuchten die Mitarbeiter des mit den Grabungen beauftragten Unternehmen "EggensteinExca", Inhaber ist Dr. Georg Eggenstein, deutlich mehr Fläche als zunächst geplant. Ursprünglich sollten sie 900 Quadratmeter begutachten, am Ende waren es etwa 17.000.

Ausgrabungen verteuern Quadratmeter um 10 Euro

Auch deswegen verteuerte sich der Quadratmeterpreis, weil die Stadt die Kosten für die Ausgrabungen auf die Grundstückspreise umlegen musste, um etwa 10 Euro. Dagegen half auch in verschiedenen Ausschuss- und Ratssitzungen der entschiedene Protest von Ratsherren nichts. Die 10 Euro kamen obendrauf.

Dagegen konnten die Stadt und das Energieversorgungsunternehmen EWE in diesem Baugebiet ihre Pläne nicht umsetzen, die Wärmeversorgung der neuen Gebäude über ein kaltes Nahwärmenetz sicherzustellen. Die EWE hatte zwar angekündigt, in "Auf dem Kirchesch" keine Gasleitung mehr zu verlegen. Doch letztlich verabschiedete sich der Rat von der Planung, weil sich der Verkauf der Grundstücke dann noch weiter hinausgezögert hätte.

Grundstücksvergabe erfolgt nach Kriterienkatalog

Inzwischen sehen die Interessenten für ein Baugrundstück in Osterfeine Licht am Ende des Tunnels. Zwar sollen entgegen ganz frühen Planungen auch Bauwillige, die nicht aus dem Dammer Osten kommen, die Chance haben, in dem Dorfgebiet ein Grundstück zu erwerben. Aber die Interessenten aus dem Dammer Osten haben trotzdem einen kleinen Vorteil.

Denn die Bewerber, so hat es der Rat zum Jahresende beschlossen, erhalten nach einem Kriterienkatalog Punkte. Ein wichtiges Kriterium dabei ist der aktuelle Wohnort. Wer zu denen gehört, die unter den ersten 26 sind, bekommt ein Grundstück. Die Vergabe erfolgt Anfang 2023. Hinzu kommen zwei Baugrundstücke, auf denen Doppelhäuser mit jeweils maximal zwei Wohneinheiten entstehen dürfen.

Alte Siedlungsspuren: Thies Evers und seine Kollegen vom Unternehmen EggensteinExca hatten das Baugebiet Auf dem Kirchesch genau untersucht. Sie fanden viele Zeugnisse, wie zum Beispiel Reste von Gefäßen. Foto: LammertAlte Siedlungsspuren: Thies Evers und seine Kollegen vom Unternehmen "EggensteinExca" hatten das Baugebiet "Auf dem Kirchesch" genau untersucht. Sie fanden viele Zeugnisse, wie zum Beispiel Reste von Gefäßen. Foto: Lammert

Im Gegensatz zu "Auf dem Kirchesch" erfolgt die Versorgung der Gebäude im Baugebiet "Westlich der Bahn" mit seinen 66 Bauplätzen  ausschließlich über Wärmepumpen. Hier hatten die Stadt und die Volksbank sich darauf verständigt, aus Gründen des Klimaschutzes ein Beheizen der Gebäude mit Erdgas nicht zu ermöglichen. Inzwischen ist ein Großteil der Grundstücke bereits bebaut.

Das Baugebiet, in dem erstmals Straßen nach Dammer Persönlichkeiten, nämlich Schulgründern, benannt sind, könnte so gesehen eine Vorbildfunktion für weitere Baugebiet haben. So könnte es sein, dass die Gesellschaft Wärmeversorgung Damme den Käufern der Grundstücke im neuen Baugebiet "Holter Kapelle" anbieten wird, Strom und Wärme zu liefern und nicht nur für das dort ebenfalls noch zu errichtende Kindergartengebäude.

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