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Bauarbeiten beendet: Wieder freie Fahrt in Petersdorf

Nach 13 Monaten Bauzeit ist die Ortsdurchfahrt in dem Böseler Gemeindeteil wieder möglich. Für die Petersdorfer war vor allem der Schleichverkehr durch die Siedlungen eine Belastung.

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Freigegeben: Landrat Johann Wimberg (von links), Detlef Kolde, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Kreistag, Nicole Lichtenscheidt, die stellvertretende Leiterin der Straßenbaubehörde in Lingen, und Bösels Bürgermeister Hermann Block freuen sich über die Fertigstellung der Petersdorfer Ortsdurchfahrt. Foto: Stix

Freigegeben: Landrat Johann Wimberg (von links), Detlef Kolde, der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Kreistag, Nicole Lichtenscheidt, die stellvertretende Leiterin der Straßenbaubehörde in Lingen, und Bösels Bürgermeister Hermann Block freuen sich über die Fertigstellung der Petersdorfer Ortsdurchfahrt. Foto: Stix

Die Ortsdurchfahrt in Petersdorf ist wieder offen. Nach 13 Monaten Bauzeit gaben Landrat Johann Wimberg und Bösels Bürgermeister Hermann Block am Donnerstagnachmittag die Kreisstraße 149 in einer kleinen Feierstunde im Sportlerheim offiziell für den Verkehr frei. Beide dankten den Petersdorfer Bürgerinnen und Bürgern, dass sie die durch Lieferschwierigkeiten deutlich verlängerten Bauarbeiten ertragen hatten.

"Ich bin ehrlich genug zu sagen, dass mir dieser Termin im Mai lieber gewesen wäre", sagte Block in seiner kurzen Ansprache. In der Ortschaft habe es doch deutliche Unruhe gegeben, wenn auch weniger wegen der Baustelle selbst als wegen des Schleichverkehrs durch die Siedlungen. "Da haben wir deutlich gelitten", sagte er. Man habe alles versucht, um den Durchgangsverkehr aus dem Ort herauszuhalten, "aber die Autofahrer fahren, wie es das Navi vorgibt".

Block mahnt Maßnahmen an, um kürzere Bauzeiten zu ermöglichen

So habe die Gemeinde einen sechsstelligen Betrag ausgeben müssen, um die Straßen in den Wohngebieten betriebsfähig zu halten. Ein Ärgernis seien auch die lückenhaften Kontrollen gewesen. Es habe sich gezeigt, so Block, "dass Regelungen nur so gut sind, wie sie auch kontrolliert werden können". Und genau da fehle der Gemeinde die Zuständigkeit. An diesem Punkt könne Deutschland ebenso besser werden, wie bei der Baugeschwindigkeit. "Andere Länder machen es uns bei solchen Maßnahmen mit einem 2- oder 3-Schicht-Betrieb vor, wie es kompakter gehen kann", so Block.

Er sei froh, dass der am Ende angepeilte Augusttermin für die Eröffnung gehalten werden konnte, sagte Block. "Die Ortsdurchfahrt ist ein Gewinn für Petersdorf", betonte er und gab einen optimistischen Ausblick für die Baustelle im Ortskern von Bösel. Der Kreisverkehr soll zum 9. September wieder geöffnet werden, Ende Oktober dann die gesamte Ortsdurchfahrt. "Vom 1. November an haben wir dann wieder freie Fahrt durch Bösel", versicherte Block. 

Der verbaute Asphalt entspricht dem Gewicht von drei voll beladenen Airbus 380

Zuvor hatte Landrat Johann Wimberg Kennzahlen und Neuerungen der Kreisstraße vorgestellt. So wurden bei dem "Gemeinschaftswerk" von Landkreis, Kommune und dem Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr unter anderem ein 1050 Meter langer neuer Regenwasserkanal gebaut, 15 neue Regenwasserschächte gesetzt sowie 5 Kilometer Rinnen, Bordsteine und Rückenstützen per Hand gesetzt. Zudem wurden sämtliche Versorgungsleitungen umgelegt. "Kein Stein blieb, wo er zu Baubeginn war", betonte Wimberg. Zuletzt seien 1635 Tonnen Asphalt verbaut worden. "Das entspricht", so Wimberg, "dem Gewicht von drei voll beladenen Airbus 380."

Auch Wimberg nahm Bezug auf die längere Bauzeit und den Querverkehr, unter dem Petersdorf in dieser Zeit gelitten habe. "Sie alle haben lange darauf gewartet, dass die Baumaßnahme beendet wird", sagte er. Die Arbeiten seien ein Einschnitt gewesen, der das Leben nicht einfacher gemacht habe. "Viele Autofahrer haben sich ihre Schleichwege gesucht", kritisierte auch er. 

Gesamtkosten von 2,7 Millionen Euro werden zu 60 Prozent gefördert

Die neue Straße wurde mit Verschwenkungen ausgestattet, sodass der Durchgangsverkehr ausgebremst wird. Auf den Gehwegen ist jetzt mehr Platz, die Bushaltestellen sind barrierefrei, an drei Stellen sind Inseln für die sichere Überquerung der Straße eingerichtet. Das Projekt hat am Ende insgesamt 2,7 Millionen Euro gekostet. 60 Prozent davon werden durch Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz abgedeckt, den Rest teilen sich Gemeinde und Landkreis.

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