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Bau des Windparks in Vestrup soll im Herbst beginnen

Der geplante Windpark beschäftigt die Gemeinde Bakum schon mehrere Jahre. Nun geht es auf die Zielgeraden zu.

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Die lange umstrittene Fläche liegt nördlich von Lüsche, nordwestlich von Hausstette und westlich von Vestrup. Im Herbst beginnen dort die Bauarbeiten für die drei Windkraftanlagen. Archivfoto: Ferber

Die lange umstrittene Fläche liegt nördlich von Lüsche, nordwestlich von Hausstette und westlich von Vestrup. Im Herbst beginnen dort die Bauarbeiten für die drei Windkraftanlagen. Archivfoto: Ferber

Der geplante Windpark in Vestrup nimmt demnächst Gestalt an. Wie Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck im Gemeinderat erklärte, sollen die Bauarbeiten im kommenden Herbst beginnen. Mit der Fertigstellung wird Mitte 2022 gerechnet. Die entsprechenden Gesellschaftsverträge seien „kurz vor der Aufsetzung“, sagte er.

Zur Erinnerung: Der Windpark soll als Bürgerwindpark Bakum West GmbH & Co. KG geführt werden. Bürgerinnen und Bürger können über eine Genossenschaft teilhaben; die Genossenschaft wiederum hat die Volksbank Bakum gegründet. Über sie läuft auch der Verkauf der Anteile. Die Bürgergenossenschaft wird zu 30 Prozent an dem Bürgerwindpark beteiligt sein, die Grundstückseigentümer zu 43,9 Prozent und die EWE zu 25,1 Prozent.

Die Gemeinde Bakum beteiligt sich mit einem Prozent. Der Gemeinderat genehmigte im März 2020 die außerplanmäßige Auszahlung im Haushaltsjahr 2020 in Höhe von maximal 50.000 Euro. Mittlerweile ist bekannt, dass sich diese Beteiligung zwischen 50.000 und maximal 55.000 Euro beläuft, wie Averbeck ausführte. Die Mitglieder des Rates sprachen sich am Donnerstagabend einstimmig dafür aus, dass die möglicherweise fehlenden 5.000 Euro im Nachtragshaushalt 2021 bereitgestellt werden.

Bürgermeister wird einer der 3 ehrenamtlichen Geschäftsführer

Christoph Eiken (CDU) erkundigte sich danach, wer das Sagen bei diesem Bürgerwindpark haben wird. Averbeck führte aus, dass es eine geschäftsführende GmbH (Bürgerwindpark Bakum West Verwaltungs GmbH) aus EWE, Volksbank Bakum und Gemeinde Bakum geben werde. Diese Komplementärgesellschaft werde 3 ehrenamtliche Geschäftsführer – einen stellt die Gemeinde, einen die Bürgergenossenschaft und einen die EWE – haben. Der Bürgermeister werde für die Gemeinde diese Aufgabe übernehmen. Für die Gründung brauche es insgesamt Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro – ein Drittel, etwa 8.350 Euro, muss die Gemeinde hinterlegen. Die Mitglieder des Gemeinderates sprachen sich – mit einer Enthaltung – dafür aus, dass die Mittel dafür im Nachtragshaushalt 2021 bereitgestellt werden.

Die Errichtung des Windparks sei ein „sehr langwieriger Prozess“ gewesen, stellte Siegfried Böckmann (SPD) noch einmal heraus. Ihm sei deshalb wichtig, dass die Gemeinde mit ihrer Beteiligung den „Daumen draufbehalten“ werde. Der Bürger solle sich "vernünftig" an dem Windpark beteiligen können, sagte er. Nicht in der Form, „dass er nur Brosamen bekommt“, sondern mit den Möglichkeiten, die sie oder er eben finanziell einbringen könne. Er müsse angemessen verdienen können. „Das ist für mich der zentrale Punkt bei der gesamten Windenergieanlage in Bakum“, machte er deutlich. Er wünsche sich, dass – „wenn es kneifen sollte“ – die Gemeinde Bakum standhaft sei und, „wenn es keine Bürgerbeteiligung gibt, die auch diesen Namen verdient hat“, entsprechende Konsequenzen zieht.

EWE baut 3 Windkraftanlagen in Vestrup

Wie die EWE auf Anfrage Anfang des Jahres mitteilte, werde das Unternehmen 3 Anlagen vom Typ Vestas V 126 mit je 3,45 Megawatt Leistung in Vestrup bauen. Auf Basis des prognostizierten Windertrags können dann circa 7.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Der geplante Windpark in Vestrup hatte seit 2013 jahrelang für Streit zwischen Anwohnern und Naturschutzbund (Nabu) auf der einen und der EWE auf der anderen Seite gesorgt. 12 Anlagen waren damals geplant. Nachbarn fürchteten Lärm und Schattenwurf. Naturschützer wiesen auf Gefahren und Auswirkungen für zahlreiche Vogelarten hin.

Im vergangenen Frühjahr wurde schließlich eine außergerichtliche Einigung verkündet. Die Zahl der Anlagen wurde auf 3 reduziert.  Außerdem ist ein Mindestabstand von 900 Metern zur Wohnbebauung vorgesehen. Zudem sieht der Kompromiss vor, dass keine weiteren Anlagen in dem Gebiet in den nächsten 20 Jahren gebaut werden dürfen.

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