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Barßeler Landwirt bringt abgemagerte Kuh nach Totgeburt zum Schlachter

Die Kuh war nicht mehr transportfähig. Doch der Mann aus Barßel will den schlechten Zustand des Tieres nicht gesehen haben.

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Symbolbild: dpa

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Mit einem Fall eines Verstoßes gegen das Tierschutz-Gesetz musste sich am Dienstag das Cloppenburger Amtsgericht beschäftigen. Angeklagt war ein 59 Jahre alter Mann, der im Auftrag eines Landwirts aus Barßel eine offenkundig geschwächte Kuh zu einem Schlachthof gefahren hatte. Der Landwirt und Tierhalter aus Barßel war bereits in einem gesonderten Verfahren zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt worden.

Dem Fahrer, der jetzt vor Gericht stand, konnte nicht nachgewiesen werden, dass er von dem schlechten Zustand der Kuh wusste. Es könnte auch sein, dass sich der Zustand der Kuh während des Transports noch verschlechtert hatte. Der angeklagte Fahrer will sich auch auf den Landwirt und Besitzer der Kuh verlassen haben, dass alles rechtmäßig sei. Und so wurde der Fahrer auch freigesprochen.

Barßeler will den Zusand der Kuh nicht bemerkt haben

Anders der Landwirt selbst. Ihm bescheinigte die Staatsanwaltschaft eine grobe Sorgfaltspflichtverletzung. Der Barßeler soll sich den Tierarzt für seine Tiere gespart haben. Und so soll sich der Zustand der Kuh, die zum Schlachter gebracht worden war, verschlechtert haben. Das Tier soll gelähmt gewesen sein und Schwellungen an den Klauen aufgewiesen haben. Außerdem soll es abgemagert gewesen sein. Damit nicht genug: Nach der Totgeburt eines Kalbs soll das Nachgeburt-Geschehen bei der Kuh äußerlich noch deutlich zu sehen gewesen sein.

Trotzdem ging es für sie zum Schlachter. Die Kuh sei nicht transportfähig gewesen und habe Schmerzen erlitten, so die Staatsanwaltschaft. Der Landwirt selbst will davon ausgegangen sein, dass die Kuh doch transportfähig war. Der schlechte Zustand der Kuh sei für ihn nicht ersichtlich gewesen. So oder so: Der Landwirt war im Strafbefehlswege (schriftliche Form eines Verfahrens) schuldig gesprochen und zu der Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt worden. Und was ist mit der Kuh? Sie wurde tatsächlich auf einem Schlachthof geschlachtet und ihr Fleisch in den Handel gebracht.

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