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Barßeler ärgert sich „maßlos“ über Impfstrategie

Nachdem Heinz Scheele lediglich ein Impftermin irgendwann im ersten Quartal in Aussicht gestellt wurde, hat er sich mit einem Brandbrief an Landrat Wimberg gewandt.

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Heinz Scheele. Foto: Passmann

Heinz Scheele. Foto: Passmann

Mit einem Brandbrief hat sich der Barßeler Heimatfreund Heinz Scheele an Landrat Johann Wimberg gewandt, nachdem er in der vergangenen Woche ein Schreiben der Gemeinde Barßel erhalten hat. Der über 80-Jährige ärgert sich „maßlos“, dass der geplante Impfbeginn demnach „irgendwann“ im ersten Quartal 2021 erfolgen solle. Scheele spricht von einer verschleppten Impfstrategie.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Ansteckungsgefahr durch die inzwischen auch in Deutschland nachgewiesenen besonders aggressiven Mutationen des Coronavirus „dramatisch erhöht habe, werde man mutlos, wenn man erfahre, dass Ort und Termin für eine Impfung erst innerhalb des ersten Quartals 2021 geplant sind. „Jeder Tag zählt, Herr Landrat. Wir möchten die Pandemie überleben und nicht wegen des stümperhaften Krisenmanagements unfähiger Politiker – an vorderster Stelle ist zu nennen Gesundheitsminister Spahn – unser Leben verlieren“, erneuert Scheele seine Kritik.

Das ehemalige Vorstandsmitglied des Bürger- und Heimatvereins Barßel fordert, bei der Impfstrategie des Landkreises organisatorisch nachzubessern. „Es wurde nachweislich nicht berücksichtigt, dass Eheleute eine Lebensgemeinschaft bilden, vergleichbar mit den Bewohnern in den Alten- und Pflegeeinrichtungen, die inzwischen schon teilweise eine Schutzimpfung erhalten haben“, argumentiert er. Daher sein Vorschlag: Ehepartner ab 70 Jahren sollten gemeinsam – also gleichzeitig – geimpft werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Das sei eine sinnvolle medizinische Maßnahme – und reduziere zugleich die Kosten für bisher doppelte Fahrbereitschaften.

Heinz Scheele verweist auf positives Beispiel in Israel

Dass eine Impfstrategie erfolgreicher funktionieren könne „als in unserer „Pech- und Pleiten-Republik“, beweist nach Ansicht des Barßelers der Staat Israel. Mit dem in Deutschland entwickelten Impfstoff von BioNTech/Pfizer seien seit Anfang Dezember 2020  fast 500.000 Israelis geimpft worden – und pro Tag weiterhin 60.000 Menschen. In einem Monat sollten dort alle Bürger über 60 Jahren und das gesamte medizinische Personal geimpft sein, so der Rentner.  

Neben Landrat Wimberg hat Scheele auch die Bundespolitiker angeschrieben. Geantwortet hat bisher nur der Vorsitzende der FDP, Christian Lindner. „Die Impfung ist die große Chance, zur Normalität zurückzukehren. Deswegen hätte der Impfstart seit Monaten vorbereitet werden müssen. Die Logistik, das Tempo und die Aussage der Kanzlerin, dass erst im zweiten Halbjahr 2021 genug Impfstoff zur Verfügung stehen wird, zeigt eindeutig: Der Impfstart in Deutschland wurde verstolpert. Es ist offensichtlich: Bei der Forderung nach Opfern und Freiheitseinschränkungen ist die Regierung besser als bei kreativem Handeln und unternehmerischer Initiative“, schreibt Lindner unter anderem. Die Vergabe von Impfterminen bezeichnet er als „chaotisch“ und fordert, den Impfprozess zu beschleunigen.

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