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Bakumer Bogenschützen erleben während Corona Mitgliederboom

Der Verein wurde 2018 mit sieben Mitgliedern gegründet und steigerte seine Mitgliederzahl auf aktuell rund 40 Bogenschützen. Für August planen sie im Dorfpark das Turnier "Rattenjagd zu Bakum".

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Tina Schwanner ist Gründungsmitglied bei den Traditionellen Bogenschützen Bakum und trainiert den Nachwuchs. Foto: Heinzel

Tina Schwanner ist Gründungsmitglied bei den Traditionellen Bogenschützen Bakum und trainiert den Nachwuchs. Foto: Heinzel

Tina Schwanner steht am Ufer des Bakumer Bachs, die Beine schulterbreit gespreizt und in einem 90-Grad-Winkel zum intendierten Ziel. Die Bogenschützin versucht, ihren Pfeil direkt beim ersten Mal in die Killzone der Fuchsattrappe im Wäldchen vor ihr zu schicken. Dabei verwendet sie keinerlei technische Hilfsmittel. Das Ganze nennt sich intuitives oder auch instinktives Bogenschießen. Die 52-Jährige trainiert ihr Fertigkeiten auf dem Vereinsgelände der Traditionellen Bogenschützen Bakum.

Tina Schwanner ist nicht nur eines von sieben Gründungsmitgliedern des im April 2018 ins Leben gerufenen Vereins, sondern trainiert auch gemeinsam mit Christian Kansy den Nachwuchs. 15 Kinder und Jugendliche befinden sich unter den inzwischen über 40 Mitgliedern der Bakumer Bogenschützen. Das jüngste ist 5 Jahre alt. Allein 2021 traten zehn Mitglieder dem Verein bei. „Durch Corona haben sich die Aktivitäten in den Outdoorbereich verschoben“, meint Matthias Schwanner. Nach der „ersten harten Gründungsphase“ befinde sich der Verein derzeit in einem „Konsolidierungsprozess“, berichtet der 54-Jährige und ergänzt: „Der Erfolg hat uns ein bisschen überholt.“ 2022 gelte es, sich voll und ganz auf das Training und Turniere zu konzentrieren. Unter normalen Umständen bietet der Verein einen Schnupperkurs für Interessierte an, doch für dieses Jahr ist in dieser Hinsicht nichts geplant.

"Wir sind hier sehr familiär aufgestellt"

„Wir wollen, dass sich unsere Mitglieder stärker in den Verein einbringen“, sagt Gründungsmitglied und Schriftführer René Vogler. Die Ausbildung und Anleitung von Nachwuchsschützen solle auf mehr Schultern verteilt werden. So könnten beispielsweise junge, noch etwas unerfahrene Bogenschützen mit „alten Hasen“ gepaart werden. Insgesamt solle aber der Spaß im Vordergrund stehen, auch durch gemeinsame Aktivitäten. „Wir sind hier sehr familiär aufgestellt“, sagt Matthias Schwanner.

Tina Schwanner zielt auf einen Fuchs im Wäldchen. Er ist nur an seinem weißen Fell zu erkennen.
Foto: Heinzel
Der Schuß gäbe die volle Punktzahl. Der Pfeil hat die Killzone beim ersten Versuch getroffen.
Foto: Heinzel
Das Vereinsgelände mit seinem Parcours liegt am Bakumer Bach
Foto: Heinzel
Die Ziele gestalten die Vereinsmitglieder selbst. In diesem Fall Tina Schwanner.
Foto: Heinzel
Matthias Schwanner ist Gründungsmitglied und Vorsitzender der Bakumer Bogenschützen. Seinen Bogen hat er selbst angefertigt.
Foto: Heinzel
Im August werden Ratten im Dorfpark platziert. Sie dienen bei dem Einladungsturnier als Ziele. Die Ratten hat Matthias Schwanner gebastelt.
Foto: Heinzel
Das traditionelle Bogenschießen erfordert sehr viel Übung.
Foto: Heinzel
HIndernisse müssen beim Zielen mit einkalkuliert werden.
Foto: Heinzel
Beim traditionellen Bogenschießen gibt es keine Hilfsmittel, daher wird es auch intuitives Bogenschießen genannt.
Foto: Heinzel
Der Spaß steht im Vordergrund. Und ungewöhnliche Ziele sind eine besondere Herausforderung.
Foto: Heinzel

Sein Vereinsgelände am Bakumer Bach konnte der Verein nach einer durchaus turbulenten Grundstückssuche kurz nach Vereinsgründung beziehen und herrichten. „Die Gemeinde Bakum und der Bauhof haben uns enorm unterstützt“, erzählt Matthias Schwanner. „Zudem hatten wir viele tolle Sponsoren“, ergänzt Ehefrau Tina. So konnte 2019 in Eigenregie der Unterstand an den kleinen Container angebaut werden. Hier haben auch die ausrangierten Bänke aus dem Dorfpark eine neue Heimat gefunden. Später kam noch ein zweiter Container hinzu.

Jagd-Parcours mit 23 Zielen

Auf dem Gelände haben sie einen Jagd-Parcours mit 23 Zielen eingerichtet. Darunter sind traditionelle Ziele wie ein Fuchs oder ein Bär, aber auch eine Karotte oder ein Pilz. Die Ziele stellen die Vereinsmitglieder selbst her. Zumindest haben sie die Möglichkeit, sich darüber kreativ einzubringen. Tina Schwanner hat einige der aufgebauten Attrappen hergestellt. Für ein Ziel in der Größe des Geckos benötige sie zwei Tage. Für wesentlich größere Ziele investiere sie schon einmal drei bis vier Wochen.

Spaß und Zusammenhalt stehen im Vordergrund: Leif Medeke (von links), Wiebke Haak, Tina Schwanner und Matthias Schwanner, André Medeke, Ammar Charif und René Vogler.   Foto: Heinzel Spaß und Zusammenhalt stehen im Vordergrund: Leif Medeke (von links), Wiebke Haak, Tina Schwanner und Matthias Schwanner, André Medeke, Ammar Charif und René Vogler.   Foto: Heinzel

Die Pandemie hat aber trotz des Mitgliederzuwachses auch die Bakumer Bogenschützen nicht verschont. Zum einen konnten sie selbst nicht zu Turnieren fahren, zum anderen konnten sie ihr eigenes Einladungsturnier nicht durchführen. Es trägt den Namen „Rattenjagd zu Bakum“. 2020 und 2021 konnte es nicht ausgerichtet werden, aber in diesem Jahr soll es endlich seine Premiere erleben. Und zwar am 20. August (Samstag). Dann kommen 50 bis 60 Bogenschützen aus Deutschland und den Niederlanden nach Bakum. Im Dorfpark werden 15 Ziele (Ratten) aufgestellt. Für den Turnierzeitraum wird der Park allerdings nicht gesperrt, daher ist das Turnier nur für erfahrene Schützen geeignet.

"Rattenjagd zu Bakum" geht über zwei Runden

Zwei Runden werden die eingeladenen Schützen absolvieren. Die erste ist eine so genannte Hunterrunde. Hier haben die Schützen nur einen Versuch, also einen Pfeil, um ihr Ziel zu treffen. Auf der zweiten Runde hat jeder Schütze maximal drei Versuche, das Tiermodell zu treffen. Sobald ein Treffer gelandet ist, wird gewertet. Die höchste Punktzahl gibt es, wenn er gleich mit dem ersten Schuss die Killzone trifft. Je mehr Versuche der Schütze braucht und je ungenauer er trifft, desto weniger Punkte erhält er.

Bis dahin gilt es aber noch zu trainieren. „Jeder Schuss muss von der Entfernung und den Umständen einmal gemacht worden sein, damit das Gehirn ihn abspeichern kann“, erläutert Schwanner. „Hier wird das Unterbewusstsein trainiert.“ Anders formuliert: Man lerne nicht das Bogenschießen, sondern, sich zu konzentrieren.

  • Info: Näheres gibt zum Verein gibt es hier.

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