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Bahnübergang in Lutten ist künftig halbjährlich geöffnet

Die Gemeinde Goldenstedt und die DB Netz AG haben sich auf eine Lösung geeinigt. Ab Mai 2022 soll der Bahnübergang an der Timpner Straße für sechs Monate geöffnet sein.

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Auf oder zu? Der Bahnübergang der Timpner Straße beschäftigt Behörden und Bahn schon bald zwei Jahre. In der Zeit war Bahnübergang meistens gesperrt. Künftig soll er zumindest saisonal geöffnet bleiben. Foto: C. Meyer

Auf oder zu? Der Bahnübergang der Timpner Straße beschäftigt Behörden und Bahn schon bald zwei Jahre. In der Zeit war Bahnübergang meistens gesperrt. Künftig soll er zumindest saisonal geöffnet bleiben. Foto: C. Meyer

So mancher mag sich vielleicht schon gewundert haben: Der Bahnübergang an der Timpner Straße in Lutten ist noch immer geöffnet. Doch ein Dauerzustand ist auch das vorläufig nicht. Wie es vonseiten der Bahn heißt, ist eine erneute Sperrung beantragt. "Diese liegt noch nicht vor", lässt ein Bahnsprecher knapp wissen. Es wird allerdings damit gerechnet, dass der Bahnübergang noch vor Weihnachten erneut gesperrt wird, sagt Michael Wübbelmann, Bauamtsleiter der Gemeinde Goldenstedt und Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Diese Sperrung ist dann, "vorbehaltlich der Zustimmung vom Landkreis Vechta", bis Ende April 2022 vorgesehen, so ein Bahnsprecher.

Seit Anfang November war der Bahnübergang in Lutten wieder geöffnet, nachdem der Verwaltungsausschuss (VA) der Gemeinde Goldenstedt einer weiteren Sperrung des Bahnübergangs nicht mehr zugestimmt hatte. Der Landkreis Vechta hat zudem in seiner letzten Anordnung zur Sperrung des Bahnübergangs gleichzeitig die DB Netz AG aufgefordert, in dieser Zeit Lösungsvorschläge zu erarbeiten, wie der Bahnübergang an der Timpner Straße künftig alternativ zur dauerhaften Vollsperrung gesichert werden soll.

Saisonale Öffnung vorgesehen

An einer Lösung ist anscheinend tatsächlich gearbeitet worden. Wie Wübbelmann verrät, stimmte der Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung vergangene Woche einer erneuten Sperrung zu. Allerdings soll der Bahnübergang künftig saisonal, also vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, dauerhaft geöffnet sein. Wie Wübbelmann erklärt, sei dieser Zeitraum gewählt worden, da in den wärmeren Monaten mehr Radfahrende wie auch Landwirte mit ihren Fahrzeugen unterwegs seien.

Vonseiten der Bahn gab es hinsichtlich dieser VA-Entscheidung auch "keine Widerworte", so der Bauamtsleiter. Es habe eine weitere Möglichkeit gegeben, die aber für die Bahn nicht infrage kam, und zwar über Tag zeitlich begrenzte Öffnungen.

Doch wie soll diese saisonale Öffnung genau aussehen? Die aktuelle Öffnung des Bahnübergangs findet manuell statt, heißt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn sind rund um die Uhr vor Ort und bedienen die Anlage. Das dürfte durchaus kostenintensiv sein, aber dazu äußert die Bahn sich nicht weiter. Zu der Öffnung ab Mai heißt es lediglich: "Es wird wieder eine manuelle Öffnung vorgesehen." Aber: "Eine technische Erneuerung wird ebenfalls vorangetrieben." Bereits Anfang November ließ die Bahn wissen, dass die Planungen für eine neue Bahnübergangssicherungsanlage laufen und beim Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung vorliegen. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage mit Lichtzeichen und Halbschranken werde demnach für 2022 angestrebt.

Verkehrszählung hat im Grunde nichts ergeben

Im November hat zudem eine Verkehrszählung beim Bahnübergang an der Timpner Straße stattgefunden. Was hat diese ergeben? "Die Verkehrszählung hat ergeben, dass am Bahnübergang wenig Verkehr herrscht", so das knappe Statement eines Bahnsprechers. Inwieweit dieses Ergebnis beim weiteren Vorgehen eine Rolle spielt, blieb unbeantwortet. Für Michael Wübelmann war diese Verkehrszählung "nicht sehr aussagekräftig". Der Bahnübergang sei schließlich schon eine lange Zeit gesperrt gewesen, die Menschen entsprechend daran gewöhnt. Er habe deshalb mit dem Ergebnis gerechnet.

Zur Erinnerung: Nachdem die Lichtsignalanlage bei der Durchfahrt einer Nordwestbahn im Frühjahr 2020 nicht reagiert hatte, wurde der Bahnübergang im April 2020 außer Betrieb genommen. Oder wie eine Bahnsprecherin es ausdrückte: "Die Bahnübergangssicherungsanlage musste nach umfangreichen Untersuchungen an der Technik im April 2020 außer Betrieb genommen werden, da eine einwandfreie Funktionsfähigkeit nicht mehr im vollen Umfang gewährleistet werden konnte. Eine Instandsetzung musste leider aufgrund der Komplexität des Fehlerbildes ausgeschlossen werden."

Der Bahnübergang an der Timpner Straße in Lutten beschäftigt somit bald seit zwei Jahren Behörden wie Bahn – bislang ohne nennenswerte Verbesserung der Situation vor Ort. Was sagt die Bahn dazu? "Die Planung und Umsetzung einer Erneuerung eines Bahnüberganges dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. Wir möchten schneller sein."

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