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"Bahlmann Hans" vertellt Dönkes ut sien Leven

Die Visbeker Warkstäe organisierte im Saal Diekhaus einen Klönabend mit Bischof Johannes Bahlmann von der Diözese Obidos. Der Geistliche gewährte dort Einblick in sein Leben in Brasilien.

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Charismatischer Erzähler: Johannes Bahlmann fesselte die Zuhörer mit seinen Erzählungen aus Brasilien und eröffnete so neue Perspektiven. Foto: Heinzel

Charismatischer Erzähler: Johannes Bahlmann fesselte die Zuhörer mit seinen Erzählungen aus Brasilien und eröffnete so neue Perspektiven. Foto: Heinzel

Organisator und Visbeks Plattdeutschbeauftragter Erwin Stubbe setzte den Ton für den Klönabend der "Visbeker Werkstäe för Plattdütsch" im Saal Diekhaus, als er seinen prominenten Gast als "Bahlmann Hans" und einen der Gründer der Visbeker Volkstanzgruppe vorstellte. Es wurde privat, als Bischof Johannes Bahlmann von der Diözese Obidos über sein Leben in Brasilien erzählte. Dabei streifte er Themen wie Eitelkeiten und Machtspiele, die Glaubensvermittlung, Frauenpower, das Leben in einer Wohngemeinschaft, Pfarrfeste, Seelsorge, die Rolle der Frauen und Laien in seiner Diözese und wie er sich seinen Lebensabend vorstellen könnte. Es war eine lockere und interessierte Atmosphäre.

Geplaudert wurde auf Plattdeutsch. "Meine Muttersprache, mit der ich aufgewachsen bin", sagte Bahlmann. "Hochdeutsch war meine erste Fremdsprache.“ Der gebürtige Visbeker erzählte entspannt und fesselnd über sein Leben, Wirken und Arbeiten rund um den Amazonas. Er erläuterte, wie weitläufig seine Diözese und er meistens mit dem Schnellboot in der Region unterwegs sei, bei Besuchen in seinen Gemeinden auch einmal in der Hängematte mit Blick auf Fledermäuse schlafe und bei Regen vor der Bootsfahrt scherze, dass er doch schon geduscht habe.

Bei aller Lockerheit wurde aber auch deutlich, wie sehr sich Johannes Bahlmann sozialpolitisch engagiert. Für ihn sei es wichtig, Worte wie Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Respekt zu leben. Er betonte: "Wenn es in der Bibel steht, muss ich es auch konkretisieren." Das betreffe die Rechte und den Schutz der Menschen, aber auch der Umwelt. Dieser Klimaschutzaspekt sei beispielsweise in der Berichterstattung um die Amazonassynode zu kurz gekommen. Mit Blick auf den geplanten Bau eines Wasserkraftwerks in Brasilien, erläuterte er, dass solch ein Projekt im Amazonasgebiet durchaus kritisch gesehen werden müsse und keineswegs "saubere Energie" produziere. Dabei verwies er auf die massive Abholzung des Regenwaldes für solch ein Projekt.

Entspannte Atmosphäre: Die Besucher stellten ihre Fragen einfach zwischendurch.   Foto: HeinzelEntspannte Atmosphäre: Die Besucher stellten ihre Fragen einfach zwischendurch.   Foto: Heinzel

Prinzipiell begleiteten ihn stets zwei zentrale Fragen: Wie können wir den Glauben von einer Generation auf die nächste übertragen und wie können wir als Institution Kirche und Hirten nahe an den Menschen sein? Dabei gab er auch einen Einblick, inwieweit der Einsatz für seine Ziele auch politisch ist. Natürlich könne er als Bischoff über die Medien Einfluss ausüben, aber er müsse dabei stets vorsichtig sein, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Er sprach sich dafür aus, dass Autoritäten einer Gesellschaft, wie etwa Kirche und Bürgermeister, sich gegenseitig respektieren und zusammenarbeiten sollten. Er machte dies an einem Beispiel fest, bei dem er sich gegen Fake News wehren musste. Aber die ganze Arbeit habe sich für ihn gelohnt, "wenn sich etwas für die Menschen und die Gesellschaft geändert hat".

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