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Badbergen kannte schon früh eine Form der Ökumene

Die Kolpingsfamilie Essen unternimmt Ausflug in die Nachbarschaft. St.-Georg-Kirche wurde lange als Simultankirche genutzt.

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Zu Gast in Badbergen: Die Besuchergruppe mit dem fachkundigen Führer Herbert Schuckmann (rechts) in der St.-Marien-Kirche. Foto: Sperveslage

Zu Gast in Badbergen: Die Besuchergruppe mit dem fachkundigen Führer Herbert Schuckmann (rechts) in der St.-Marien-Kirche. Foto: Sperveslage

Der Ausflug der Kolpingsfamilie Essen führte in das Artland nach Badbergen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Badberger Heimatvereins, Herbert Schuckmann, ging es dort zunächst in das Heimathaus zu einer gemeinsamen Kaffeetafel. Das alte Gebäude, ein ehemaliges Heuerhaus, wird nicht nur vom Heimatverein genutzt, sondern steht allen Vereinen offen. Zudem finden hier Trauungen statt.

Gut gestärkt machte sich die 30-köpfige Gruppe dann unter der Führung des Heimatvereinsvorsitzenden auf zu einem kurzen Rundgang durch einen Teil des Ortes, dessen Geschichte bis in das Jahr 1175 zurückreicht. Während des Rundganges gab es auch Informationen zu der Kirche St. Georg. Ab 1235 bis 1257 entstand die große dreijochige Saalkirche. Ein besonderes äußeres Merkmal ist, neben den großen Strebepfeilern, der achteckige Turm der Kirche. Bedauert wurde von den Gästen, dass das Innerere der Kirche wegen der Vorbereitungen für eine Konfirmation nicht besichtigt werden konnte. Von 1651 bis 1869 war St. Georg eine sogenannte Simultankirche.

Sie wurde gleichermaßen von beiden Konfessionen genutzt, kannte also schon eine Form von Ökumene. Nach der Auflösung der Simultanverhältnisse wurde die römisch-katholische Pfarrkirche St. Marien in der Zeit von 1867 bis 1869 errichtet. Während einer Renovierungsphase des Inneren der katholische Kirche vor einigen Jahren wiederholte sich das sogenannte Simultaneum noch einmal.

Evangelen verbannten die Madonna

Der Rundgang durch den Ort führte weiter zum Walmichrath-Platz, benannt nach Friedrich Wilhelm Walmichrath, einem Kaufmann, der als besonderer Förderer von Wirtschaft und Bildung in die Geschichte des Ortes einging. An der Westseite des Platzes konnten die Gäste die etwa 800 Jahre alte, mächtige Eibe bewundern.

Im Pfarrhaus gab es dann Einblicke in die Entwicklung des Ortes anhand von Karten aus dem Jahr 1789 und der Gegenwart. Zu den Fotos eines silbernen Absolutionsbechers, einem evangelischen Abendmahlkelch und einem Madonnenbildnis wusste der Vorsitzende des Heimatvereins Wissenswertes zu erzählen und gab Einblicke in konfessionelle Besonderheiten. So war die Statue der Madonna den Evangelen zu katholisch, wurde aus der evangelischen Kirche verbannt und an ein Museum gegeben.

Auch aus einer Glocke der evangelischen Kirche wurde die Abbildung der Mutter Gottes entfernt. „Insgesamt gesehen lebt man aber ökumenisch sehr gut in Badbergen.“ Während des Besuches in der St.-Marien-Kirche machte Herbert Schuckmann auf das Fenster über dem Hochaltar, das Taufbecken, die Josefsfigur und die Pietá aufmerksam.

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