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"Backstage-Bereich" des ArchäoVisbek ist bereit für Besucher

Die Erweiterung, in dem sich alles um die "Fundbearbeitung" dreht, ist fertig und kostenmäßig eine "Punktlandung". Was fehlt, ist das Publikum.

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Derzeit noch alleiniger Gast: Manfred Gelhaus und die anderen Heimatfreunde wollen gerne wieder Publikum im Haus begrüßen. Foto: Ferber

Derzeit noch alleiniger Gast: Manfred Gelhaus und die anderen Heimatfreunde wollen gerne wieder Publikum im Haus begrüßen. Foto: Ferber

Bis auf 2 große Urnen, die 2018 bei Ausgrabungen in Rechterfeld entdeckt, vom Fachbüro denkmal3D aus Vechta restauriert und bis Ende des Monats fertig sein sollen, ist er größtenteils eingerichtet, der "Backstage-Bereich" des archäologisch-historischen Informationszentrums ArchäoVisbek.

Der 17,5 Quadratmeter große, zuvor eher unscheinbare Bibliotheks- und Arbeitsraum im Erdgeschoss ist nicht wiederzuerkennen. Wie in der Projektbeschreibung angekündigt, wurde bei der Gestaltung der Erweiterung das Grundkonzept der vorhandenen Ausstellung fortgesetzt. Die war 2018 eröffnet worden und vermittelt mit an den typischen Visbeker Sandboden erinnernden Profilwänden und zahlreichen Exponaten dem Besucher den Eindruck, unmittelbar eine archäologische Ausgrabung zu betreten.

Deckengestaltung fällt sofort uns Auge

Im hinteren Bereich geht es nun um die "Fundbearbeitung", erklärt Manfred Gelhaus, Vorsitzender des Heimatvereins Visbek. Dort hat man zusammen mit Museumsberaterin Dr. Beate Bollmann das Konzept für die Erweiterung erarbeitet. "Das war alles in Gedanken schon fertig." So findet sich im Verbindungsflur der erste Hingucker: ein wandfüllendes Foto mit einem Bauwagen des archäologischen Fachbüros denkmal3D, davor ein Bauzaun. An dem hängt eine Übersichtskarte des Ausgrabungsfeldes in Rechterfeld (Baugebiet Hundtelgen II) und ein Erklärtext über Gräber und Brandbestattungen, die überwiegend aus der jüngeren Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit stammen. Da der Bauzaun etwas zu lang war, wie Manfred Gelhaus verrät, kam bei der Aufstellung das bewährte Handwerker-Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" zur praktischen Anwendung.

Beim Eintritt in den neuen Ausstellungsraum fällt sofort die Deckengestaltung ins Auge. Sie erinnert mit ihrer Abhängung an ein Grabungszelt. Linkerhand vor dem Fenster zeigt eine großformatige Fotofolie eine Ausgrabungssituation aus dem Ecopark in Emstek - mit zuweilen erstaunlichem Lichteffekt. "Wenn die Sonne darauf scheint, wirkt das so toll, da meint man wirklich, man guckt aus dem Fenster und dahinten ist die Ausgrabung", berichtet Manfred Gelhaus.

Bauwagen und Bauzaun gelten als typische Bestandteile eines Ausgrabungsortes. Foto: FerberBauwagen und Bauzaun gelten als typische Bestandteile eines Ausgrabungsortes. Foto: Ferber

Während man beim Heimatverein momentan auch noch auf die Zusage vom Landesmuseum für die (leihweise) Ausstellung weiterer Ausgrabungsexponate aus Visbek (Sommerbrink bei Stüvenmühle) wartet, ist der Raum ansonsten auf Interaktivität ausgerichtet. Neben einem Computer für eigene Recherchen nach Texten oder Fotos, mit dem man auch auf den Server und damit die Datenbank des Heimatvereins zugreifen kann, gibt es eine weitere Medienstation. Mit der lassen sich kleine Filme über andere Ausgrabungen in der Region abspielen, ansehen und anhören.

Vor allem die jüngere Besucherzielgruppe dürfte an den "Hands-on" ihren Spaß haben. Dazu zählt die Suche nach kleinen, bunten Perlen(ketten), die es aus einer Kiste mit Vogelsand auszusieben gilt. Und ein Schichtenmodell, das zum einen die verschiedenen Bodenbereiche mit unterschiedlichen Farben und Oberflächen zeigt und ertastbar macht. Es funktioniert aber auch als Puzzlespiel – und wartet mittendrin mit einem Pferdeskelett auf.

Während die Handwerkerarbeiten, die Anfang Dezember abgeschlossen wurden, "super geklappt" haben, wie Manfred Gelhaus berichtet, sei die Erweiterung auch kostenmäßig "eine Punktlandung gewesen", sagt Jörg Reinke, Amtsleiter der Gemeinde Visbek. Die hat das Projekt mit rund 8.000 Euro unterstützt. Weitere und für die Realisierung entscheidende über 24.000 Euro flossen aus dem "Soforthilfeprogramm Heimatmuseen".

Fehlen nun eigentlich nur noch die Besucher. Wann die wieder ins ArchäoVisbek – seit der Eröffnung im Mai 2018 und bis zur Corona-Krise auch über die Gemeindegrenzen hinweg ein Publikumsmagnet – und in den neuen Ausstellungsraum dürfen, steht momentan noch in den Sternen. Vor Ostern wird es wahrscheinlich nichts, gibt sich Manfred Gelhaus verhalten optimistisch.

  • Info: Informationen zum ArchäoVisbek gibt es hier.

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