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Babyrekord im zweiten Corona-Jahr: fast 4000 Neugeborene im Oldenburger Münsterland

2021 erblickten jeden Tag – statistisch betrachtet – etwa elf Kinder in den fünf hiesigen Geburtskliniken das Licht der Welt. Höher war dieser Jahreswert noch nie.

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Eines von fast 4000: In den Krankenhäusern Südoldenburgs kamen 2021 so viele Babys auf die Welt wie nie zuvor. Foto: dpa/Hollemann

Eines von fast 4000: In den Krankenhäusern Südoldenburgs kamen 2021 so viele Babys auf die Welt wie nie zuvor. Foto: dpa/Hollemann

Die Krankenhäuser stehen auch im zweiten Pandemiejahr häufig wegen überlasteten Personals und zahlreicher schwerkranker Corona-Patienten im Fokus. Trotzdem gibt es dort weiterhin jede Menge schöner Momente, etwa wenn neues Leben beginnt. Und das geschah im vergangenen Jahr so oft wie nie zuvor. Heißt: 2021 erblickten in den fünf Geburtskliniken in Cloppenburg, Damme, Friesoythe, Lohne und Vechta insgesamt 3928 Säuglinge das Licht der Welt, wie eine Datenabfrage von OM Online ergab.

Das entspricht gegenüber dem ersten Corona-Jahr 2020 als bisheriger Rekordhalter noch einmal einem Zuwachs von 119 Neugeborenen (+ 3,1 Prozent). 2021 erblickten damit im gesamten Oldenburger Münsterland rein rechnerisch an jedem Tag fast elf Kinder das Licht der Welt.

Spitzenreiter unter den hiesigen Krankenhäusern bleibt – mit weitem Abstand - das St. Marienhospital in Vechta. Allein dort wurden im vergangenen Jahr 1905 neue Erdenbürger geboren – 178 mehr als 2020. Darunter befanden sich nach eigenen Angaben auch 55 Zwillingsgeburten. "Die gegenüber dem Jahr 2020 wiederum gestiegene Geburtenzahl ist ein Beleg für uns, dass unsere Aktivitäten für eine kompetente und Sicherheit schaffende Begleitung von Schwangeren, Müttern und den Neugeborenen wahrgenommen und geschätzt werden", sagt Geschäftsführer Aloys Muhle auf Anfrage.

Bemerkenswert sei 2021 für das Vechtaer Krankenhaus auch deshalb gewesen, so Muhle weiter, weil insgesamt 29 extreme Frühgeburten mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm auftraten, die anschließend auf der Frühgeborenen-Intensivstation behandelt und betreut wurden.

Das St. Marienhospital Vechta war aber nicht die einzige Klinik, in der die Zahl der Neugeborenen gegenüber den Vorjahren noch einmal angestiegen ist (siehe auch Grafik). So wurden im Krankenhaus St. Elisabeth in Damme 2021 insgesamt 511 Geburten registriert – fast 50 mehr als noch 2020. "Die Geburtenzahlen haben erstmals seit langer Zeit die 500er-Marke überstiegen. Das ist ein toller Erfolg des gesamten geburtshilflichen Teams", freut sich der Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Bernd Holthaus.

Sinkende Zahlen in Cloppenburg und Friesoythe

Auch das Lohner St. Franziskus-Hospital konnte seine Babyzahl im Vergleich zu 2020 steigern – leicht von 482 auf 486. "Die positive Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass das geburtshilfliche Angebot für die Versorgung der Wöchnerinnen ein etabliertes Angebot darstellt – und das freut mich sehr", kommentiert Geschäftsführer Thomas Meyer die Entwicklung. Die Entscheidung, in Lohne einen modernen Kreißsaal zu schaffen, habe sich vor diesem Hintergrund bewährt. Gleiches gelte für die Zusammenführung von Säuglingsversorgung und Wöchnerinnen-Station als kleine integrative Einheit.

Einen leichten Rückgang bei den Neugeborenenzahlen musste dagegen das St. Josefs-Hospital in Cloppenburg hinnehmen. Kamen dort 2020 noch 686 Babys auf die Welt, waren es im vergangenen Jahr 661. Damit bleiben die Cloppenburger aber das Haus mit der zweithöchsten Geburtenzahl im Oldenburger Münsterland.

"Wir sehen durchaus negative, aber auch positive Aspekte."Aloys Muhle, Geschäftsführer des St. Marienhospitals in Vechta, zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Geburtshilfe

Ebenfalls rückläufig waren die Zahlen im St.-Marien-Hospital Friesoythe. Dafür gab es eine einfache Erklärung: Die Geburtshilfe in der Nordkreisstadt wurde Ende Oktober geschlossen. Wenige Wochen zuvor hatte die Geschäftsführung des Klinikums das Aus verkündet. Als Gründe wurden ein anhaltender Fachkräftemangel und daraus resultierende Sicherheitsgefahren für die Belegschaft sowie die werdenden Mütter und deren Kinder genannt. Erstaunlich: Trotzdem erreichten die Geburtenzahlen in Friesoythe fast noch einmal das Niveau von 2019.

In den Kreißsälen vor Ort herrschte im vergangenen Jahr also erneut quasi Dauerbetrieb. Hinzu kamen weiterhin die zahlreichen Einschränkungen und Bestimmungen bei der Betreuung der Schwangeren, Mütter, Eltern und Säuglinge infolge der Corona-Pandemie. Wie stellte sich das konkret dar? "Wir sehen durchaus negative, aber auch positive Aspekte", sagt Vechtas Klinik-Chef Muhle.

Väter können Geburt unter Auflagen miterleben

So sei es für alle Beteiligten - Mütter, Eltern und Beschäftigte – weiterhin schwierig, die Regularien, die für den Zugang ins Krankenhaus gelten, umzusetzen und einzuhalten. Für werdende Väter etwa ergebe sich ein immer größerer Aufwand, wenn diese nicht geimpft sind. Muhle: "Wir legen jedoch Wert darauf, dass die werdenden Väter bei der Geburt und auch in den Tagen nach der Geburt Mutter und Kind besuchen können." Ähnlich sieht es etwa auch in Damme aus, wo Väter ebenfalls unter Schutzmaßnahmen die Geburt miterleben können.

Überrascht war das Klinikpersonal in Vechta nach Muhles Worten hingegen, wie positiv viele junge Mütter die Zeit empfunden haben, als sie coronabedingt kaum Besuch empfangen konnten und sich stattdessen über großen Freiraum bei der Betreuung ihrer Kinder freuten.

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