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Autounfälle simuliert: BBS Technik will "blutige Routine" beenden

3 Tage beschäftigten sich die Klassen mit Gefahren im Verkehr. Aus 20 Metern Höhe fielen Autos zu Boden. Immer noch würden zu viele der Schüler der BBS bei Autounfällen sterben.

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Aufprall mit 70 km/h: Der Kleinwagen fiel frontal aus 20 Metern Höhe zu Boden. Foto: Niemeyer

Aufprall mit 70 km/h: Der Kleinwagen fiel frontal aus 20 Metern Höhe zu Boden. Foto: Niemeyer

Ein Auto fällt selten vom Himmel, räumt Achim Wach ein. Und doch hängt am Donnerstagvormittag auf dem Gelände der BBS Technik eines 10 Meter über der Erde an einem Kran. Der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta will den Schülerinnen und Schülern der BBS Technik demonstrieren, wie viel Wucht bei einem Autounfall entstehen kann – und warum solche Unfälle lebensgefährlich sind. 

"Ein seitlicher Aufprall endet meistens tödlich", sagt der Polizist, bevor ein Schüler auf den Knopf drückt und der Kleinwagen seitlich auf einen Baumstamm kracht. Glassplitter fliegen durch die Luft, die Karosserie wickelt sich um den Stamm. "Der Beifahrer wäre wahrscheinlich tot", erklärt Wach. Dabei war das Auto nur 50 km/h schnell. Später fällt ein weiterer Kleinwagen aus 20 Metern Höhe vom Himmel. So sollte ein frontaler Aufprall mit 70 km/h simuliert werden.

Schüler befreien sich aus Überschlagssimulator

Die spektakulären Aktionen dienten als Abschluss der Verkehrssicherheitstage, die jährlich an der BBS Technik in Cloppenburg stattfinden. Von Dienstag bis Donnerstag beschäftigten sich die Schüler klassenweise mit den Gefahren im Verkehr. Die Schüler setzten sich zum Beispiel in einen Überschlagssimulator und mussten versuchen, sich kopfüber abzuschnallen, erklärt Lehrer Frank Breher, der die Tage gemeinsam mit seinem Kollegen Jan- Bernd Schulte organisierte. Zudem schlängelten sich die Schüler mit einer Rauschbrille durch einen Parcours und sprachen mit Unfallopfern. Ziel war es, sie für die Gefahren im Verkehr zu sensibilisieren.

Foto: NiemeyerFoto: Niemeyer

Schulleiter Dr. Andreas Berndt erklärt, dass nach wie vor zu viele Schüler der BBS Technik bei Verkehrsunfällen sterben. Er spricht von einer traurigen, "blutigen Routine". „Es liegt in unserer Verantwortung, etwas dagegen zu tun“, sagt Berndt. Gerade diese Altersgruppe müsse man für das Thema sensibilisieren.

Wie aus Zahlen der Verkehrsunfallstatistik 2021 der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta hervorgeht, haben junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren im vergangenen Jahr 101 und damit etwa ein Drittel aller Geschwindigkeitsunfälle in den Kreisen Cloppenburg und Vechta verursacht. Zudem verursachten junge Fahranfängern und Fahranfängerinnen 1194 Unfälle und damit den größten Teil der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, teilt die Polizei mit. Zwei junge Fahreranfänger wurden tödlich verletzt, 50 schwer und 223 leicht.

Achim Wach beschreibt Unfallbilder

Achim Wach beschreibt den Schülerinnen und Schülern an diesem Donnerstag die schrecklichen Bilder, die den Polizisten bei Unfällen zum Teil begegnen. Etwa wenn Motorradfahrer auf der Straße mitgeschleift werden. Man sehe auf der Straße zuerst, was die Leute trugen, etwa die blaue Farbe einer Jeans. In schlimmen Fällen sehe man später eine Mischung aus Blau und Rosa, womit Wach das Blut meint – und Grau, wenn Knochen auf der Straße abgerieben wurden. 

Nach dem Aufprall: Die Schüler betrachten das Auto, das sich um einen Baumstamm gewickelt hat. Foto: NiemeyerNach dem Aufprall: Die Schüler betrachten das Auto, das sich um einen Baumstamm gewickelt hat. Foto: Niemeyer

Er hoffe, dass viele etwas von den Verkehrssicherheitstagen mitgenommen haben, damit die Unfälle, die am Donnerstag simuliert wurden, den jungen Schülerinnen und Schülern nicht im echten Leben passieren.

Die BBS Technik organisiert die Verkehrssicherheitstage in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und dem Projekt "Schutzengel" des Landkreises Cloppenburg. Das Bundesinnenministerium sowie die Deutsche Verkehrswacht fördern die Verkehrssicherheitstage.

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