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Ausstellung wirbt für gelingende Inklusion

Linderns Rathaus ist im Dezember die siebte Station als "Museum des Monats" für die Initiative des Caritas Vereins zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

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Auftakt in Lindern: Bürgermeister Karsten Hage und Irene Block als Verantwortliche für Kunst, Kultur und Seelsorge des Caritas Vereins eröffneten zusammen mit Doris Volkmann (von rechts), Monika Brunning und Christine Hammann die Schau im Rathaus. Foto: Willi Siemer

Auftakt in Lindern: Bürgermeister Karsten Hage und Irene Block als Verantwortliche für Kunst, Kultur und Seelsorge des Caritas Vereins eröffneten zusammen mit Doris Volkmann (von rechts), Monika Brunning und Christine Hammann die Schau im Rathaus. Foto: Willi Siemer

Gemeinsam mit drei Beschäftigten haben am Mittwoch Bürgermeister Karsten Hage und Irene Block als Verantwortliche für Kunst, Kultur und Seelsorge des Caritas Vereins Altenoythe, die Ausstellung "Meine Stimme für Inklusion" im Linderner Rathaus eröffnet. Die Südkreis-Gemeinde ist die siebte Station der Wanderschau, die seit Juni in einer gemeinsamen Initiative in den Rathäusern und im Cloppenburger Kreishaus gezeigt wird. Die Schau aus 33 großformatigen Portraits mit Aussagen, was Inklusion konkret für die ausgestellten Personen bedeutet, soll für gelingende Inklusion werben und gleichzeitig auf den europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen, der am 5. Mai begangen wird.

"Da aufgrund der Corona-Pandemie öffentliche Aktionen nur begrenzt und sehr eingeschränkt stattfinden konnten, haben wir uns entschlossen, mit der Wanderschau auf das wichtige Thema aufmerksam zu machen", so Block. Der Caritas Verein habe vor allem seine Beschäftigten im Kreis Cloppenburg mit unterschiedlicher Altersstruktur und Lebenssituationen gefragt, wo sie Verbesserungsbedarf im Bereich Inklusion sehen. Da Ausstellungen und Bilderschauen meistens mit Museen zu tun haben und von einem solchen Ort eine andere Faszination ausgehe, rufe man zum Besuch der Ausstellung im jeweiligen "Museum des Monats" aus.

Trotz aller Fortschritte noch ein wichtiges Thema

Den Begriff "Museum" für das Verwaltungsgebäude, in dem eifrig gearbeitet werde, mochte der Bürgermeister nicht so ganz unkommentiert lassen. Er begrüßte die Gäste zum Auftakt der Schau. Dies sei trotz aller Fortschritte immer noch ein wichtiges Thema in und für die Gesellschaft, so Hage. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten müsse sein, unser aller Bewusstsein in dieser Frage mit derartigen Initiativen weiter zu schärfen und weiter an den Grundlagen für eine Gleichstellung von Menschen mit Beeinträchtigung zu werben. Im Januar wird die Schau im Kreishaus, im Februar in Cappeln, im März in Löningen und im April in Bösel gezeigt. Wie sehr das notwendig ist, zeigen exemplarisch einige der Aussagen. So beklagt sich eine der Beschäftigten, dass sie im Alltag oft spüre, "dass Mitmenschen mich aufgrund meiner Behinderung und der dadurch bedingten Hilfebedürftigkeit nicht ernst nehmen und mich von oben herab, also arrogant, behandeln. Ich wünsche mir, dass mir mehr Menschen auf Augenhöhe begegnen“.

Auch ein Zwillingspaar beklagt ähnliche Erfahrung. Für sie bedeutet Inklusion: "... in jedem Fachgeschäft genauso wie jeder andere Kunde beraten und behandelt zu werden“. Eine junge Frau im Rollstuhl beklagt sich, dass sie beim Stadtbummel immer noch nicht in alle Geschäfte hineinkomme, weil sich für sie die Eingänge ohne elektrische Türöffner nur schwer oder gar nicht öffnen lassen: "Wenn ich das nicht kann, können auch Menschen mit Rollatoren diese Türen nicht öffnen." Auch der Behindertenbeauftragte für Löningen und Essen, Ralf Lampe, äußerte sich. Für ihn bedeutet Inklusion, "nicht 'für' sondern 'mit' Menschen mit Behinderung städtebaulich zu planen“.

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