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Ausschuss möchte mehr Geld für Naturbad Vörden

Die Mehrheit der Politiker will den Jahreszuschuss für das Bad auf 100.000 Euro erhöhen. Der Trägerverein macht gestiegene Kosten geltend.

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Quasi ein Herz und eine Seele: Für das Naturbad lässt sich Hermann Schütte viel gefallen. Doch jetzt braucht der Trägerverein mehr Geld im Jahr von der Gemeinde. Foto: Lammert

Quasi ein Herz und eine Seele: Für das Naturbad lässt sich Hermann Schütte viel gefallen. Doch jetzt braucht der Trägerverein mehr Geld im Jahr von der Gemeinde. Foto: Lammert

Der Verein Naturbad Vörden soll ab diesem Jahr 100.000 Euro und damit 20.000 Euro mehr Geld als Finanzspritze aus der Gemeindekasse bekommen: Diese Empfehlung sprachen die Mitglieder des Finanzausschusses in Richtung Gemeinderat erst nach einer kontrovers geführten Debatte bei ihrer Sitzung im Rathaus aus. 6 Politiker votierten dafür, jeweils einer enthielt sich oder stimmte mit Nein.

Die Notwendigkeit der Erhöhung hatte der Vorsitzende des Vereins Naturbad, Hermann Schütte, in einem Schreiben dargelegt. Er begründete sie unter anderem mit den gestiegenen Materialkosten; der vermehrten Nutzung des Bades durch Schulen im Ganztagsbetrieb, was zu Mindereinnahmen führt, da der Regelbetrieb im Naturbad deswegen montags bis freitags erst ab 16 Uhr möglich ist, und den für die Badeaufsicht aufzubringenden Geldern.

Bei einem Zuschuss von 80.000 Euro sei der Naturbad-Haushalt so eng auf Kante genäht, dass der Verein keine Rücklagen für Notfälle oder besondere Investitionen bilden könne, schreibt Hermann Schütte im Antrag. An der Bedeutung des Naturbades für die Gemeinde und seine Leuchtturmfunktion gab es während der Debatte ebenso wenig Zweifel wie an dem außerordentlichen Engagement, mit dem Hermann Schütte und weitere Vereinsmitglieder sich um das Bad kümmern. Aber der IGNV-Politiker Heinz Fehrmann, der später gegen die Zuschusserhöhung votierte, weil er zunächst eine genaue Abrechnung des Vereins sehen wollte, wies bei seiner Kritik vor allem auf die erst jüngst vom Rat verabschiedeten Richtlinien zur Förderung von Vereinen und Verbänden hin. In der sei klipp und klar geregelt: Sämtliche Anträge nach auf eine Förderung nach der Richtlinie seien schriftlich bis zum 31. August des Vorjahres zu stellen. Das habe der Verein Naturbad definitiv nicht getan.

Hermann Schütte: "Die Kosten haben sich deutlich erhöht"

Der CDU-Ratsherr Helmut Steinkamp fragte, wie er Vertretern eines anderen Vereins erklären solle, dass der Naturbad-Verein plötzlich einen höheren Zuschuss erhalte als den für zunächst für 3 Jahre festgelegten. Für Hermann Schütte und seinen Antrag sprang der Ausschussvorsitzende und Christdemokrat Dr. Heinrich Brand in die Bresche. Hermann Schütte habe genau berechnet, warum er 20.000 Euro mehr pro Jahr beantragt hat. Und: „Die Summe ist berechtigt.“ Die Kosten hätten sich deutlich erhöht. Zudem sei die Gemeinde auf das Naturbad angewiesen.

Andreas Frankenberg, SPD, erklärte, wenn die Mitglieder des Naturbad-Vereins nicht so viele Arbeiten ehrenamtlich erledigten, sondern die Gemeinde sie vergeben müsste, dann würde die Politik über ganz andere Summen reden.

Bürgermeister Ansgar Brockmann sagte, die Förderrichtlinie lasse höhere Zuschüsse durchaus zu. Allerdings benötige die Verwaltung dafür auch in diesem Fall einen Beschluss des Rates. Sonst könne sie dem Verein nicht mehr Geld überweisen.

Die Debatte um den Naturzuschuss war Teil einer Diskussion über die Änderung der Förderrichtlinie. Dabei lehnte der Ausschuss einen Vorschlag der Verwaltung hinsichtlich der Zuschüsse zu Baumaßnahmen und Anschaffungen der Vereine. Hier wollte die Verwaltung erreichen, dass ihr eigener Anteil sinkt, wenn sich Zuschüsse Dritter erhöhen oder ein Verein weitere Zuschüsse einwirbt.

Heinz Fehrmann mahnte zur Sparsamkeit der Gemeinde

Während Heinz Fehrmann den Vorschlag mit dem Hinweis auf die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde begrüßte und zur Sparsamkeit mahnte, befanden die sechs übrigen Ausschussmitglieder, es müsse ausreichen, wenn die Antragsteller verpflichtet würden, Eigenmittel einzusetzen, Fördermöglichkeiten durch Dritte geltend zu machen und beantragte Zuschüsse bei der Antragstellung an die Gemeinde zu benennen.

Ebenfalls mit Mehrheit sprach sich der Ausschuss dafür aus, die Gemeinde solle zukünftig keine Fördervereine von Schulen, Kindergärten, Feuerwehren und anderen gemeindlichen Einrichtungen mehr finanziell unterstützen. Denn Anschaffungen dieser Einrichtungen finanziere die Gemeinde komplett.

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