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Ausschuss entscheidet nicht: Bei Lüftungstechnik bleiben viele Fragen offen

Weder die Folgekosten noch die genauen Fördervoraussetzungen sind bekannt. Deswegen wollen sich Neuenkirchen-Vördens Schulpolitiker noch einmal von einem Fachmann beraten lassen.

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Nichts ist entschieden: Ob die Klassenräume in der Oberschule raumlufttechnische Anlagen bekommen sollen, ließ der Schulausschuss bei seiner jüngsten Sitzung offen. Foto: Oevermann

Nichts ist entschieden: Ob die Klassenräume in der Oberschule raumlufttechnische Anlagen bekommen sollen, ließ der Schulausschuss bei seiner jüngsten Sitzung offen. Foto: Oevermann

Fensterlüften, Wartungskosten, Förderungsvoraussetzungen, Umsetzbarkeit – vieles blieb in Sachen raumlufttechnischer (RLT) Anlagen in der Sitzung des Neuenkirchen-Vördener Schulausschusses am Dienstagabend im Saal Otte in Neuenkirchen unklar.

Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Renate Pohlmann (CDU), die Anke Leferenz-Lehnert (IGNV) vertrat, beschloss daher einen Fachplaner zur Oberschule Neuenkirchen-Vörden kommen zu lassen und im Anschluss eine Entscheidung über den Einsatz von Anlagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu treffen.

"Wir befinden uns in einem wahren Dschungel der Förderprogramme."Ansgar Brockmann, Bürgermeister

"Wir befinden uns in einem wahren Dschungel der Förderprogramme", sagte Bürgermeister Ansgar Brockmann. Unterschiedliche Förderungsvoraussetzungen und teilweise unrealistische Fristen würden vieles erschweren und selbst innerhalb der Verwaltung für "eine große Unsicherheit" sorgen.

Verunsicherung herrschte bei der Gemeindeverwaltung auch über ein Schreiben des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne (SPD) an die Schulen und Lehrkräfte, wonach auch nach einem Einsatz von Lüftungsanlagen weiterhin nicht auf die Fensterlüftung verzichtet werden könne.

Das Kultusministerium habe ihr gegenüber auf Nachfrage versichert, dass diese Passage des Briefes missverständlich sei, betonte Kämmerin Doris Suhrenbrock. Demnach sei eine Fensterlüftung in Räumen mit stationären RLT-Anlagen nicht erforderlich. Diese Aussage decke sich zudem mit dem niedersächsischen Hygieneplan für Schulen.

Fördermittel des Bundes wurden im Juli bentragt

Bereits im Juli beantragte die Gemeinde beim Bund Fördermittel in Höhe von 80 Prozent für die Errichtung stationärer RLT-Anlagen. Während für die Oberschule Neuenkirchen-Vörden so viele Räume angegeben wurden, dass die Höchstfördersumme erreicht wurde, habe die Verwaltung für die Grundschule Vörden nur für den Altbau einen Antrag eingereicht.

Der Neubau und die Mensa seien nicht förderungsfähig, hieß es. Auf einen Antrag für die Grundschule Neuenkirchen verzichtete die Verwaltung zunächst, da die Schule vor umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten steht und eine solche Maßnahme in den erforderlichen 12 Monaten, die maximal zwischen Bewilligung und Abrufen erlaubt sind, nicht zu realisieren sei.

"Ich wüsste nicht, wie ich eine Lüftungsanlage planen und umsetzen soll, wenn ich nicht mal weiß, wie die Räume dort demnächst aussehen."Doris Suhrenbrock, Kämmerin

"Ich wüsste nicht, wie ich eine Lüftungsanlage planen und umsetzen soll, wenn ich nicht mal weiß, wie die Räume dort demnächst aussehen", sagte Doris Suhrenbrock.

Sie stellte jedoch in Aussicht, dass ein solcher Antrag noch bis Ende des Jahres gestellt werden könne. Bis dahin könnten sich Planungsentwürfe eines von der Gemeindeverwaltung ausgerufenen "Ideenwettbewerbs" dreier Planungsbüros für die Sanierung der Neuenkirchener Grundschule konkretisiert haben.

Kosten für Oberschule und Schule in Vörden belaufen sich auf 1,1 MIllionen Euro

Die geschätzten Kosten für den Einbau der stationären RLT-Anlagen belaufen sich bei der Oberschule Neuenkirchen-Vörden auf 650.000 Euro, bei der Grundschule Vörden auf 450.000 Euro. Entsprechende Förderungsbescheide in Höhe von 500.000 beziehungsweise 360.000 Euro seien bei der Gemeinde bereits vor 2 Monaten eingegangen. Aktuell seien beide Maßnahmen ausgeschrieben.

Ob diese auch umgesetzt werden, ist noch unklar. Viele Fragen wie beispielsweise die Höhe der Wartungskosten sind noch gänzlich unklar. Ein Fachplaner soll diesbezüglich für Klarheit sorgen.

Auch der Einsatz mobiler Lüftungsanlagen sei denkbar, etwa für die Grundschule Neuenkirchen, hieß es weiter. Auch hierzu könnten noch Fördermittel-Anträge gestellt werden.

"Günstiger bekommen wir das in Zukunft nicht."Michael Imsieke, Leiter Oberschule

Die 3 Schulleiter begrüßten den Einsatz von Luftfiltern. Es sei schwierig, den Unterricht zu gestalten, wenn regelmäßig gelüftet werden müsse, meinte der Oberschulleiter Michael Imsieke. Auch sei der Einbau von Luftfiltern und eine damit verbundene gute Raumluft nach einem Ende der Pandemie erstrebenswert: "Günstiger bekommen wir das in Zukunft nicht."

Vom Einsatz sogenannter CO2-Ampeln, die anzeigen, wann ein Raum gelüftet werden müsse, halte er dagegen nichts. Diese seien weder praktikabel noch einfach zu handhaben. Unterschiedliche Messergebnisse innerhalb desselben Raumes widersprächen jeglichem Nutzen.

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