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Ausschuss empfiehlt, Spielplätze zu Bauland zu machen

Der Bauausschuss erklärt die Absicht fünf Spielplätze auflösen zu wollen. Vier davon sollen in Bauland für Einfamilienhäuser umgewandelt werden. Als nächstes stehen Gespräche mit den Anwohnern an.

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Spielplatz zwischen den Straßen Zur Wöhr und Pfarrer-Netteler-Straße: Er ist einer von 4 Plätzen, die in Bauland  umgewandelt werden könnten. Foto: Heinzel

Spielplatz zwischen den Straßen Zur Wöhr und Pfarrer-Netteler-Straße: Er ist einer von 4 Plätzen, die in Bauland umgewandelt werden könnten. Foto: Heinzel

Der Ausschuss für Bau-, Planungs-, Ortsentwicklungs- und Umweltangelegenheiten der Gemeinde Goldenstedt hat jetzt einstimmig empfohlen, 5  Spielplätze aufzulösen. Betroffen sind die Gelände am Kornblumenweg, an Pastors Kamp, an der Wiesenstraße/Mittelweg, an Meiers Kamp und Am Schwarzen Berge.

Die Flächen sollen anschließend bebaut werden können. Voraussetzung: Über die Verwendung des Areals an der Wiesenstraße/Mittelweg soll zunächst auf einer Anliegerversammlung diskutiert werden. Außerdem soll über die Nutzung oder die Umgestaltung der Plätze Im Wiesengrund und an der Harmann-Wessel-Straße mit den Anwohnern geredet werden.

Mit einem CDU-Antrag fing alles an

Bürgermeister Alfred Kuhlmann erläuterte zu Beginn der Sitzung die Vorgeschichte: Am 11. Mai 2020 hatte die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt. Welche Spielplätze machen noch Sinn? Wo ist denkbar, die Geräte abzubauen und die Flächen an Häuslebauer zu verkaufen? Mit dem Verkaufserlös könnte ein „Spielplatzfonds“ eingerichtet werden. Für Lutten sollte zudem geprüft werden, ob ein größerer Spiel- und Familienplatz gebaut werden kann.

Der Ausschuss für Demografie, Integration, Familien und Soziales folgte diesem Antrag in seiner Sitzung am 25. Mai 2020 und beauftragte die Verwaltung ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Das Ergebnis wurde dann am 19. November 2020 selbigem Ausschuss präsentiert und zur Entscheidung vorgelegt.

Eine Spielplatzkommission gründete sich. Sie prüfte, welcher Platz gut genutzt wird, für wen es in der Nähe mittlerweile Alternativen gibt und formulierte ihre Empfehlung. Ihr zu folgen, hätte beispielsweise zur Folge, dass der Spielplatz Meiers Kamp ebenfalls aufgelöst werden soll, da durch den Spielplatz an der Tennishalle ein entsprechender Ausgleich vorhanden sei, erläuterte Michael Wübbelmann, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, die leicht geänderte Beschlussvorlage zum Demografieausschuss. 

Die große Frage: Was ist mit den Anliegern?

Der Entscheidung des Bauausschusses war eine Diskussion voran gegangenen. Dietrich Tangemann (CDU) sprach von einigen Spielplätze, die kaum genutzt würden. Beim Auflösen der Spielplätze, gehe es nicht darum Geld zu sparen, sondern dieses zielgerichtet und vernünftig einzusetzen. Und zwar in Absprache mit den Anwohnern. Dabei appellierte er an die Familien, vielleicht auch einmal einen Fußweg von 100 Meter in Kauf zu nehmen. Um die Qualität der Anlagen steigern zu können, müssten einige aufgelöst und das Grundstück verkauft werden. 

Maria Böckmann (IGG) stellte fest, es sei wichtig gewesen, einen Überblick über Zustand und Nutzung der Spielplätze zu bekommen. Dabei sei es auch darum gegangen, sich grundsätzlich Gedanken zu machen. Wie müssen Spielplätze heutzutage aussehen? Sie betonte die Bedeutung einer einvernehmlichen Vorgehensweise mit den Anwohnern. „Es ist noch nichts in trockenen Tüchern“, stellte sie klar. Antonius Meyer (Grüne) betonte ebenfalls, dass es wichtig sei, „die Anwohner mit einzubeziehen“.

Peter Schaumlöffel (FDP) fragte, ob im Vorfeld mit den Betroffenen gesprochen worden sei. Es sei immerhin möglich, dass Häuser in älteren Baugebieten von jungen Familien übernommen werden sollten. Wenn dann der Spielplatz verschwunden sei, sei das ein Problem.

Kurt Reinemann (SPD) unterstützte Peter Schaumlöffel und stellte den Antrag, die Beschlussvorlage entsprechend zu ändern, sodass nur die Absicht ausgesprochen werde, die Spielplätze zu verkaufen und eben kein definitiver Verkaufsbeschluss gefasst werde.

Rudolf Aumann (CDU) verwies auf den Gedanken, Spielplätze, die fußläufig nur 200 Meter auseinander liegen, zusammenzulegen und den verbliebenen Spielplatz entsprechend aufzuwerten. Sein Kollege Dirk Witte (CDU) meinte, er könne nicht nachvollziehen, warum es nicht möglich sei, 100 Meter zum nächsten Spielplatz zu gehen. „Wir wollen in Lutten etwas Neues schaffen, aber niemanden etwas wegnehmen.“ Er konstatierte: „Da sind Spielplätze dabei, die sind eine grüne Wiese.“

Verwaltungsausschuss bestätigt Entscheidungen des Bauausschusses

Nachdem der Ausschuss seine Entscheidung gefällt hatte, bzw. seine Empfehlung ausgesprochen hatte, bestätigte der Verwaltungsausschuss diesen Beschluss. Ausschüsse können nämlich nur Empfehlungen aussprechen; das letzte Wort haben – je nach Anliegen – der Rat oder der Verwaltungsausschuss.

Bezüglich der Spielplätze ist die Reihenfolge klar. Als nächstes werden Gespräche mit den Anwohnern geführt. Sollten diese pro Auflösung ausfallen, würde für die betroffene Fläche der Bebauungsplan geändert werden und anschließend ein Verkaufspreis festgelegt werden. Nach einem erfolgreichen Verkauf würde das Geld in den Spielzeugfonds fließen, mit dem die anderen Spielplätze verbessert würden.

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