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#Ausschlafen? – Wie ich den Reiz des Morgens entdecke

Kolumne: Irgendwas mit # – Früher konnte ich mit dem Morgen wenig anfangen. Neuerdings ändert sich das; vor allem, wenn das Licht so schön mitspielt wie in dieser Jahreszeit.

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Aus vielen Gründen sind mir die Briten sympathisch. Einer davon war lange, und das erzähle ich nur, weil wir ja hier unter uns sind: Die Schule beginnt erst um 9 Uhr. Als meine Frau und ich mit Kind 1 in England lebten, mussten wir natürlich manchmal auch schon morgens eine Runde drehen, damit die Kleine wieder schlafen konnte.

Meine Beobachtung dabei: Die britischen Schüler schlenderten entspannt zur Schule, trafen sich vorher bereits in der Stadt; ach, es herrschte irgendwie nicht die gleiche Hektik wie an jedem beliebigen Werktagmorgen in Deutschland, der kurz vor Schulbeginn regelmäßig einem Bürgerkrieg gleicht.

So fluche ich seit Tag und Jahr über den frühen Schulbeginn in Deutschland; wohl auch, weil ich gerne selbst als Jugendlicher und als junger Mann etwas länger lieben blieb. Doch die Zeiten sind vorbei. Zwar wurde man vielleicht noch Journalist, um morgens erst später ins Büro zu müssen. Doch spätestens wenn das erste Kind in die Schule kommt, wird frühes Aufstehen ohnehin zur Pflicht.

„So ein Morgen, der hat auch was für sich; jedenfalls, sofern man abends früh genug den Sprung in den Schlaf schafft.“Dr. Philipp Ebert

Und nun, was soll ich sagen, auf meine alten Tage werde ich vielleicht auch noch klug. Und lerne: So ein Morgen, der hat auch was für sich; jedenfalls, sofern man abends früh genug den Absprung in den erholsamen Schlaf schafft.

Im Winter, als es morgens lange dunkel war, stand ich mal um 4 Uhr morgens auf, um eine liegen gebliebene Steuererklärung fertig zu machen. (Oh, da ist noch eine fällig. Ich kümmere mich und grüße an dieser Stelle meine Sachbearbeiterin im Finanzamt ganz herzlich!)

Zurück zum Thema: Zuletzt wurde es gar richtig romantisch mit mir und dem Tagesbeginn. Am Ostermorgen stand ich noch in der Dunkelheit in den Dünen. Allmählich setzte der Gesang der Vögel ein, das erste Blau verdrängte das Schwarz und mit immer größer werdender Kraft drückte die noch hinter dem Horizont verborgene Sonne das violette, rote und gelbe Licht über den Horizont, bis sie selbst aus dem Wasser emporstieg. Was für ein Naturschauspiel, das es jeden Tag völlig kostenlos gibt.

Kurz nach 3 Uhr – das erste Licht kündigt den Tag an

Auch faszinierend: Neulich auf dem Rückweg von einer Fete. Es war etwas länger geworden, kurz nach 3 Uhr morgens setzte ich mich aufs Rad. Und da, dem Juni sei dank: Im Nordosten kündete schon die erste Färbung des Himmels davon, dass der Tag nun kommt. Mitten in der Nacht! Wie wundervoll.

Nur manchmal, da ist mir eine gemütliche Stunde im Bett halt doch noch lieber als das Gold im Mund der Morgenstund.


Zur Person:

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