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Ausgezeichnete Mensa: Emsteker Schüler süßen mit eigenem Honig

Die Schulkantine hat für ihre Bemühungen zur Nachhaltigkeit ihren 3. Stern bekommen. Mit einer kulinarischen Weltreise wurde dies eine Woche lang gefeiert.

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Döner war bei den Schülern gefragt. Aber auch das indische Essen, die italienische Küche und die Speisen aus Mexiko fanden ihren Anklang. Foto: Vorwerk

Döner war bei den Schülern gefragt. Aber auch das indische Essen, die italienische Küche und die Speisen aus Mexiko fanden ihren Anklang. Foto: Vorwerk

Ihren 3. Stern hat die Mensa der Oberschule Emstek verliehen bekommen. Die Auszeichnung wird von der Verbraucherzentrale Niedersachsen vergeben, die Emsteker Einrichtung beteiligt sich bereits seit mehreren Jahren an dem Projekt. Schwerpunkt dieses Mal: Reduzierung von Plastikmüll und Fertigprodukten. 

Obwohl das Gros der Verpflegung in Mehrwegbehältern angeliefert beziehungsweise vor Ort zubereitet wird, griff man beim Dessert fast ausschließlich zu abgepackten und zumeist zuckerreichen Nachspeisen, wie Fruchtjoghurt, Pudding oder Götterspeise. Stattdessen werden nun Großgebinde eingekauft und auf Glasschälchen verteilt. "Zur Qualitätsverbesserung werden zusätzlich mindestens 2-mal pro Woche eigene Desserts wie Pudding, Quarkspeisen, Kompott oder Obstsalat mit reduziertem Zuckeranteil hergestellt", sagt Heike Kloster, didaktische Leiterin der Oberschule Emstek. 

Der Vorteil neben der Müllvermeidung: Durch die frische Zubereitung kann häufig Industriezucker durch Honig ersetzt und so Zucker vermieden werden. Dass man beim Pudding noch auf Großgebinde zurückgegriffen hat, ist mit den notwendigen Abkühlzeiten und der Einhaltung der Kühlkette zu erklären. 

Ketchup, Erdbeersoße und Apfelmus selber zubereitet

Um die Verwendung von Industrieprodukten weiter einzuschränken, haben die Jugendlichen der Schülerfirma "Just fresh" zusammen mit den Mensadamen eigene Produkte hergestellt. Ketchup, Erdbeersoße und Apfelmus kommen ohne den Einsatz von Geschmacksverstärkern aus. Zucker und Fett werden reduziert oder gar vermieden. Bisher wurde das gelieferte Essen von den Mensakräften abgeschmeckt, dabei kamen hauptsächliche gekaufte Brühpulver mit vielen Geschmacksverstärkern zum Einsatz. Auch dafür hat die Schülerfirma eine Alternative aus eigener Herstellung parat.

Die zurückliegende Berichterstattung sorgte für Nachschub. "Wir bekamen große Mengen an Äpfeln und Birnen aus Emsteker Gärten gespendet, die wir dann zu Apfelmus und Birnenkompott verarbeitet und in der Mensa zum Mittagessen ausgegeben haben. Zudem wurde das Interesse auch außerhalb der Schule geweckt und es gab Aufträge außer Haus.

Imker vermittelt das theoretische Wissen

Der Honig, der den Industriezucker ersetzen soll, stammt in Zukunft aus eigener Produktion. In Kooperation mit einem Imker aus der Gemeinde wurde ein Jungvolk angeschafft. Der Experte kam mehrfach in den Unterricht und vermittelte das theoretische Wissen zur Imkerei. Gleichzeitig hat eine Lehrerin einen Kurs absolviert, um künftig eine Fachfrau vor Ort zu haben. Das Geld für die Imkerausrüstung haben die Schüler selber erwirtschaftet, indem sie Nistkästen und Seatballs hergestellt haben, die auf dem Weihnachtsmarkt verkauft wurden.

Neuer Wahlpflichtkurs "Gesundes Leben" eingeführt

Warum es diese Maßnahmen gibt und warum auf Zucker und Verpackung weitestgehend verzichtet werden soll, das haben die Jugendlichen des neuen Wahlpflichtkurses "Gesundes Leben" ausgearbeitet und auf Plakatwänden zusammengefasst, die in der Aula für alle Schulkameraden zur Ansicht aufgestellt wurden. Im Hauswirtschaftsunterricht der Klasse 7 wurden Fertiggerichte mit selbst gekochten Speisen verglichen und verkostet.

Wenn ein Stern verliehen wird, dann soll das auch gefeiert werden. Da Reisen momentan nicht so einfach ist, hat man sich eine Woche lang auf einen kulinarischen Weg rund um den Globus begeben. Die Begeisterung hätte größer kaum sein können, als es von Indien über die Türkei und Italien bis hin nach Mexiko ging. 

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