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Ausbaupläne verursachen "Bauchschmerzen"

Der viel befahrene Darener Verkehrsknotenpunkt, wo die Landesstraße 848 auf die Landesstraße 843 trifft, soll 2021 eine Ampelanlage und Abbiegespuren bekommen. Anwohner sind nach wie vor dagegen.

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An der neuralgischen T-Kreuzung in Daren sind eine Ampelanlage mit Abbiegespuren aus Harme kommend in Richtung Lohne, aus Lohne kommend in Richtung Harme und Vechta und aus Vechta kommend Richtung Lohne geplant. Foto: Ferber <br>

An der neuralgischen T-Kreuzung in Daren sind eine Ampelanlage mit Abbiegespuren aus Harme kommend in Richtung Lohne, aus Lohne kommend in Richtung Harme und Vechta und aus Vechta kommend Richtung Lohne geplant. Foto: Ferber

Er selbst kommt berufsbedingt aus Lohne und steht jeden Abend "mit drin". "Dennoch nehme ich weiterhin lieber das Warten in Kauf, als den Ausbau zu haben, der jetzt kommt", sagt der Darener Willi Hoping. Damit, dass am viel befahrenen Verkehrsknotenpunkt, wo die Landesstraße 848 auf die Vechtaer Straße (L843) trifft, nun die Variante Ampel(n) und 4 Abbiegespuren umgesetzt wird, können sich die Anwohner nach wie vor nicht anfreunden. Ihr Favorit war und ist ein (versetzter) Kreisverkehr. "Wir sind weiter felsenfest davon überzeugt, dass der Ausbau in dieser Form ein Fehler ist. Und dass er vor allen Dingen auch nicht für die Zukunft geplant ist, also für noch weitere Verkehrsaufkommen", erklärt Hoping. Große Sorgen bereiteten – mit Blick auf künftige Ampelrotphasen – zu Stoßzeiten morgens und feierabends nach wie vor die stehenden Fahrzeuge vor den Hofeinfahrten und den beiden Bushaltestellen an der L843.

"Wir sind immer noch der Überzeugung, man hätte den Kreisel hinbekommen können, ohne dass man großartig den Darener Wald hätte anschneiden müssen."Willi Hoping, Anwohner in Daren

Einwände und Unterschriften hatte die Dorfgemeinschaft in der Vergangenheit beim Landkreis Vechta, der als zuständige Genehmigungsbehörde für die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens zuständig war, eingereicht. Doch ändern an den Plänen lässt sich nun nichts mehr. "Das hat man uns auch zu verstehen gegeben. Es hat ein Abschlussgespräch gegeben im Kreishaus", berichtet Willi Hoping. Dort sei zwar plausibel erläutert worden, dass "die auch Vorgaben haben von oben her". Dennoch, so der Darener, hätte man mehr mit den Grundstücksinhabern sprechen müssen. Die für den versetzten Kreisverkehr nötige Landabgabe sei durchaus realisierbar gewesen. "Wir sind immer noch der Überzeugung, man hätte den Kreisel hinbekommen können, ohne dass man großartig den Darener Wald hätte anschneiden müssen." Nun sehe man nachher mal, "wie die Geschichte läuft. Wir haben aber absolut Bauchschmerzen, dass es für uns zum Nachteil wird", resümiert Willi Hoping.

Landesstraßenbaubehörde sieht viele Vorteile

Bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Osnabrück) sieht man die Lage erwartungsgemäß ganz anders. Leiterin Uta Weiner-Kohl hebt mehrere Vorzüge der Variante "Abbiegestreifen und Steuerung des Knotenpunktes mit einer Lichtzeichenanlage", die im Zuge der Entwurfsaufstellung im Vergleich mit 8 Ausbauvariationen als beste bewertet wurde, hervor: "Sehr gute Verkehrssicherheit. Es wird unter anderem eine gesicherte Querung für den Rad- und Fußgängerverkehr vorgehalten. Geringerer Grunderwerb im Vergleich zu den Kreisverkehrsvarianten und geringere Umbaukosten im Vergleich zu den Kreisverkehrsplatz-Varianten." Ein weiterer Vorteil sei die Minimierung der erforderlichen Gehölzverluste und Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet "Waldbestand des Gutes Daren". "Durch die verkehrsabhängige Steuerung der Lichtsignalanlage ergeben sich auch für künftig eventuell geänderte Anforderungen sehr gute Kalibrierungs- und Nachsteuerungsmöglichkeiten", erklärt Uta Weiner-Kohl.

Die Planfeststellungsbehörde habe im Rechtsverfahren die von der Straßenbauverwaltung getroffene Abwägung bestätigt. Der entsprechende Beschluss, so die Geschäftsbereichsleitern, sei Anfang 2020 bestandskräftig geworden. "In der Zwischenzeit wurde die sogenannte Ausführungsplanung erstellt. Aktuell befindet sich die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen in der Vorbereitung." Ferner liefen derzeit die Grunderwerbsverhandlungen.

Gesamtkosten von rund 500.000 Euro

Und der weitere Zeitplan? Uta Weiner-Kohl klärt auf: "Die Ausführung der Maßnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant. Ob die Umsetzung zu dieser Zeit erfolgen kann, ist unter anderem von der Bauprogrammaufstellung in den ersten Monaten 2021 abhängig." Für den geplanten Umbau des Darener Knotenpunktes ergebe sich gemäß vorliegender Berechnung ein Kostenvolumen von rund
500.000 Euro.  "Da es sich hier um Landesstraßen handelt, ist der Hauptkostenträger das Land Niedersachsen. Ob Kosten durch Dritte getragen werden, ist zurzeit in der Prüfung", erläutert Weiner-Kohl.

Verkehrsbeeinträchtigungen während der Bauzeit könnten nicht vollständig ausgeschlossen, konkrete Sperrzeiten und Umleitungsstrecken aber noch nicht abschließend benannt werden. "Nach den Abstimmungen mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Vechta erfolgt rechtzeitig vor Baubeginn eine entsprechende Mitteilung."

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