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Ausbau der Problem-Kreuzung in Daren hat begonnen

Die stark frequentierte Abzweigung ist schon seit Jahren ein umstrittenes Thema. Ab September gibt es Abbiegespuren und Ampeln. Die Anlieger ärgern sich aktuell aber über etwas ganz anderes.

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Kein Durchkommen mehr: In Daren wird die Kreuzung ausgebaut. Foto: Rosenbaum

Kein Durchkommen mehr: In Daren wird die Kreuzung ausgebaut. Foto: Rosenbaum

Viele Verkehrsteilnehmende zwischen Bakum und Vechta dürften es schon gemerkt haben: Am Verkehrsknotenpunkt Daren – wo die Landesstraße 848 auf die Vechtaer Straße (L843) trifft – geht nichts mehr. Die Durchfahrt ist voll gesperrt. Der Grund: Dort sind vergangene Woche die Arbeiten für den Ausbau gestartet.

Künftig wird es dort mehrere Abbiegespuren und Ampelanlagen geben, lässt Frank Engelmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsstelle Osnabrück) wissen. In der Vergangenheit staute sich gerade zu Stoßzeiten der Verkehr an der Kreuzung. Besonders Linksabbieger von der L848 aus kommend mussten zuweilen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Diese Situation soll mit dem Ausbau künftig entschärft werden. Unumstritten ist das nicht. Anwohnerinnen und Anwohner äußerten in der Vergangenheit den Wunsch, einen Kreisverkehr einzurichten. Dem wurde nicht nachgekommen.

Das Land Niedersachsen investiert rund 500.000 Euro in diese Maßnahme, die Anfang September abgeschlossen sein soll, sagt Engelmann. Bis Ende dieser Woche werden Erdbauarbeiten stattfinden, in der nächsten Woche seien Arbeiten an der Entwässerung geplant. Das Setzen der Fundamente für die Lichtsignalanlage ist in der Woche ab dem 26. Juli vorgesehen, in den Folgewochen sollen dann die Borde gesetzt und Rinnen gepflastert werden, ergänzt er. Mitte August erfolgen die Asphaltierungsarbeiten.

Umleitung über Elmelage und Schledehausen

Aufgrund der Vollsperrung ist eine Umleitung eingerichtet. Wie Frank Engelmann erklärt, wird der Verkehr auf der L843 über Bakum umgeleitet. Konkret bedeutet dies, dass die Verkehrsteilnehmenden von der Autobahn kommend vor der Baustelle links auf die Elmelager Straße geschickt werden, darauf nach rechts auf die Schledehauser Straße. Die selbe Strecke nehmen die Verkehrsteilnehmenden von der Bundesstraße 69 aus kommend, die vor der Baustelle nach rechts auf die Schledehauser Straße umgeleitet werden. Der Verkehr auf der L848 wird über die Westtangente Vechta geschickt, erklärt Engelmann.

Bislang funktioniere das ganz gut, sagte Bürgermeister Tobias Averbeck auf der kürzlichen Ratssitzung. Natürlich gebe es in Bakum nun erheblich mehr Verkehr als vorher – „das bleibt gar nicht aus“. Schließlich seien an dem Verkehrsknotenpunkt in Daren täglich rund 10.000 Fahrzeuge unterwegs, die sich nun andere Wege suchten, sagte Averbeck. In Bakum merke man deshalb schon, dass mehr los ist. Die Anlieger in Daren dagegen hätten es selten so ruhig erlebt wie aktuell, sagte er.

Verkehrsteilnehmende ignorieren Absperrungen

Dies kann Christiane Beverborg, wohnhaft am Alten Bahndamm, zum Teil bestätigen. Sie spricht von einer „himmlischen Ruhe“ und dass sie das Vogelgezwitscher genießen könne. Sie hält es aber für die „Ruhe vor dem Sturm“, bis die Vollsperrung irgendwann aufgehoben werde und die Fahrzeuge wieder die Vechtaer Straße entlangrauschen. Trotz der Ruhe laufe derzeit an der Baustelle nicht alles rund. Denn: „Viele Verkehrsteilnehmende fahren trotzdem rein“, sagt Beverborg. Gerade nachts hätten einige wenig Hemmung, die Absperrungen zur Seite zu schieben, um weiterfahren zu können.

Das ist auch die Beobachtung von Willi Hoping, der an der Vechtaer Straße wohnt. „Das sind Zustände, die gehen gar nicht“, sagt er. „Abenteuerlich“ sei es, was im Zuge der Bauarbeiten passiere. Viele Verkehrteilnehmende würden sich seinen Schilderungen zufolge nicht an die Hinweise halten, würden die Absperrung ignorieren. „Fährt erst einer durch, folgen 3 weitere.“ Bei ihm vor der Haustür fange beispielsweise die Umleitung an. „Im Dunkeln sieht man das Umleitungsschild schlecht“, sagt er. So stünden Leute in ihren Fahrzeugen dort ratlos davor und suchten mit ihren Handys und Navigationsgeräten nach dem richtigen Weg, beschreibt Hoping das Geschehen vor seinem Haus. Bei ihm daheim sei es mit der Vollsperrung definitiv nicht ruhiger geworden. Wobei er zugibt, dass er die Umleitung über Elmelage und Schledehausen an sich für kein Problem halte.

Ungewohntes Bild: Die Kreuzung in Daren ist normalerweise stark befahren. Aktuell ist sie gesperrt. Foto: RosenbaumUngewohntes Bild: Die Kreuzung in Daren ist normalerweise stark befahren. Aktuell ist sie gesperrt. Foto: Rosenbaum

Anlieger fühlen sich schlecht informiert

Ein großer Kritikpunkt von Christine Beverborg und Willi Hoping ist die – ihrer Meinung nach – unzureichende Kommunikation der Verantwortlichen im Vorfeld der Arbeiten. Hoping findet, die Vorankündigung sei „miserabel gelaufen“, Beverborg nennt es eine „Frechheit“. Die Betroffenen seien von den Bauarbeiten mehr oder weniger überrascht worden. Die beiden hätten sich im Vorfeld eine frühzeitige Information gewünscht. Als Beispiel nennt Hoping das Thema Müllabfuhr, das aufgrund der Sperrung schließlich anders geregelt werden müsse. Er habe sich selbst um eine Lösung bemüht.

Frank Engelmann entgegnet auf Nachfrage, dass die Kommunikation mit den Anwohnern in der Regel an die zuständige Baufirma delegiert werde. Zudem sei es für ihn „Standard“, vorab entsprechend die Presse zu informieren und dann mit den Arbeiten zu beginnen. Das sei in diesem Fall leider „verschwitzt“ worden. Was bisher versäumt wurde, werde jetzt umgehend nachgeholt, verspricht er. In den nächsten Tagen werde auf die Anlieger zugegangen.

Umleitung: Der Verkehr wird unter anderem über Schledehausen geführt. Foto: Abou BoutrosUmleitung: Der Verkehr wird unter anderem über Schledehausen geführt. Foto: Abou Boutros

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