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Auf der Suche nach ortsbildprägenden Gebäuden

Im Rahmen der Dorferneuerung werden nur Umbaumaßnahmen gefördert, die zum Ortsbild passen. In Friesoythe-Süd sollen die Bewohner mithelfen, typische Gestaltungselemente zu definieren.

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Die Alte Schmiede in Markhausen weist viele Ortsbild prägende Elemente auf.    Foto: pro-t-in

Die Alte Schmiede in Markhausen weist viele Ortsbild prägende Elemente auf.    Foto: pro-t-in

Im Rahmen der Sozialen Dorfentwicklung Friesoythe-Süd stehen jetzt die großen Projekte an. Und "groß" bedeutet in diesem Zusammenhang oftmals die Nutzungsänderung oder Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Für eine finanzielle Förderung ist ein Grundsatz zu beachten: Die Gebäude müssen so umgestaltet werden, dass sie typisch für ihre Region bleiben oder werden. Was typisch für Gehlenberg, Markhausen, Neuvrees und Thüle ist, soll jetzt auch durch die Bewohner der Dörfer definiert werden.

Hintergrund ist der sogenannte "baulich-gestalterische Handlungsrahmen" für die gesamte Region, den die begleitende Agentur erstellen muss. Der Handlungsrahmen legt fest, wie Baumaßnahmen ausgestaltet sein müssen, damit sie aus dem Topf der Sozialen Dorfentwicklung gefördert werden können. "Wenn man also ein Gebäude besitzt, eine Umnutzung plant und für die erforderlichen Baumaßnahmen Fördergelder will, muss man sich den Vorgaben anpassen", erläutert Dr. Annette Wilbers-Noetzel von der pro-t-in GmbH in Lingen, die als Agentur die Dorfentwicklung Friesoythe-Süd begleitet.

Die Planer der Agentur seien derzeit, so Wilbers-Noetzel, in der Region unterwegs, um Beispiele für typische, Ortsbild prägende Gebäude in Friesoythe Süd zu sammeln. Der Haken daran: "Oft sind diese Gebäude, anders als etwa die Alte Schmiede in Markhausen, ja nicht direkt an der Hauptstraße oder im Ortskern, sondern irgendwo weiter draußen, am Ortsrand oder in Alleinlage", sagt Wilbers-Noetzel. "Unsere Planer sind zwar auch in enger Abstimmung mit dem Landkreis, aber trotzdem werden sie viele solcher Ortsbild prägenden, für Friesoythe Süd typischen Gebäude nicht entdecken. Und deshalb benötigen wir die Expertise der Bevölkerung."

Sowohl die Klinker als auch Schmuckelemente zählen zu typischen Details einer Region. Foto: pro-t-inSowohl die Klinker als auch Schmuckelemente zählen zu typischen Details einer Region. Foto: pro-t-in

Die ist nun aufgerufen, Bilder Ortsbild prägender Gebäude der 4 Dörfer oder typischer, weit verbreiteter Details an die Agentur zu schicken. "Das können Dachformen und Dachausbauten ebenso sein wie Türen- oder Fensterformen und Giebel", erläutert Wilbers-Noetzel. Auch Pflasterungen, Muster in der Verblendung oder die Grundstücksabgrenzungen können für eine Region, vielleicht auch nur für ein einzelnes Dorf Stil prägend sein. "Eine Frage ist beispielsweise, ob man die Einfriedungen aus Bruchsteinmauern oder Büschen gesetzt hat", sagt die Agenturchefin. In all diesen Fällen seien Hinweise und vor allem Bilder aus den Reihen der Dorfbewohner hilfreich, wichtig und notwendig.

Die Vorschläge können mit einem oder mehreren Fotos des Hauses oder eines besonderen Details unter Angabe der Straße und des Ortes an dorfentwicklung@pro-t-in.de oder per WhatsApp an 0151-61458006 geschickt werden. Die Bilder und Hinweise fließen dann ebenso wie die Ergebnisse der Planer in die weitere Arbeit ein. "Wir werden uns dann in weiteren Veranstaltungen darüber abstimmen, ob die Wahrnehmungen der Planer und der Bevölkerung übereinstimmen", erläutert Wilbers-Noetzel. Das Ergebnis wird dann Grundlage für den baulich-gestalterischen Handlungsrahmen sein und damit definieren, welche Umbaumaßnahmen förderfähig sind. 

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