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"Auf der Fillerei" wurden Tierfelle gesäubert und auf Bentgras getrocknet

Der Heimatverein Cloppenburg hat Hinweistafeln zur Stadtgeschichte erneuert. Neben der Fillerei ist eine neue moderne Tafel am Christkindchenweg aufgestellt worden.

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Aufstellung durch den Heimatverein (v.l.): Wilfried Bockhorst, Hans-Günther Thönissen, Rainer Warmhold, Elisabeth Tabeling, Hannelore Warmhold und Edith Bockhorst. Foto: Bernhard Tabeling

Aufstellung durch den Heimatverein (v.l.): Wilfried Bockhorst, Hans-Günther Thönissen, Rainer Warmhold, Elisabeth Tabeling, Hannelore Warmhold und Edith Bockhorst. Foto: Bernhard Tabeling

Der Heimatverein Cloppenburg hat jetzt zwei weitere moderne Hinweistafeln zur Cloppenburger Stadtgeschichte aufgestellt. Am Ufer der Soeste erläutert nun ein ausführlicher Text die Ursprünge des Namens „Auf der Fillerei“ und am Christkindchenweg wurde die am hölzernen Wegeschild angebrachte Tafel durch eine neue Hinweistafel aus Metall ausgewechselt. Die Hinweistafeln werden durch die Leader-Region „Soesteniederung“ des Landkreises Cloppenburg gefördert.

Die Tafeln verweisen mittels QR-Code auf die Internetseiten des Heimatvereins Cloppenburg und der KulTour Cloppenburg. Letztere ist ein digitaler Stadtführer. Das Projekt wurde im Januar 2018 vom Science Shop Vechta/Cloppenburg initiiert und seit Anfang 2021 durch den Heimatbund für das Oldenburger Münsterland gepflegt. Die QR-Codes werden genutzt. Wilfried Bockhorst vom Heimatverein Cloppenburg schätzt, dass pro Monat 100 bis 150 Seitenaufrufe auf die Codes zurückgehen.

Die erste Tafel der neuen Generation wurde an der Königsapotheke im Oktober 2020 angebracht. Der Text der Tafel wurden sowohl auf Hoch- und Plattdeutsch als auch auf Niederländisch eingesprochen. Die einzelnen Audiobeiträge finden sich auf den entsprechenden Seiten des digitalen Stadtführers. 

Erste Hinweistafel wurde 1984 errichtet 

Im September 1984 wurde die erste der über 20 Hinweistafeln am Eberborgbrunnen installiert. Dort machte 1929 „ein Schwein Lokalgeschichte“ und es kam zu einem Bauernaufstand. Seit 1989 informiert eine Tafel über die Geschichte der Cloppenburger Kreisbahn, deren volkstümliche Bezeichnung „Pingel Anton“ lautete. Weitere Tafeln erläutern die Historie des Schwedenheims an der Friesoyther Straße und die Gründung der Kalkhoff-Werke durch den Landbriefträger Heinrich Kalkhoff. Ihnen allen ist vor allem eines gemeinsam: Sie machen Lokalgeschichte lebendig.

Auf einer modernen Hinweistafel wird die Geschichte des Namens Auf der Fillerei ausführlicher erklärt. Foto: HeinzelAuf einer modernen Hinweistafel wird die Geschichte des Namens "Auf der Fillerei" ausführlicher erklärt. Foto: Heinzel

So verbirgt sich laut Hinweistafel hinter „Auf der Fillerei“ folgendes: Unter Fillen verstand man das Abschaben der Fett- und Gewebereste von Tierhäuten zur Weiterverarbeitung; eine Tätigkeit der Gerber. Danach wurden die Häute gesalzen und zum Trocknen auf das feste Bentgras gelegt, das an der Soeste wuchs. In Cloppenburg ging an dieser Stelle der Abdecker Friedrich Ritz seiner Arbeit nach. Er hatte die Aufgabe, tote Tiere zu entsorgen oder zum Beispiel Häute zu Leder, Hörner und Hufe zu Dünger sowie Fette zu Schmierstoffen zu verarbeiten. Ritz lebte mit seiner Familie und 15 Kindern sehr kümmerlich hier an der Soeste. Die Abdeckerei wurde traditionell vom Scharfrichter untervermietet, in der Regel an seine Knechte. Abdecker und Henker wurden von der Bevölkerung gemieden, mussten abseits der Städte leben und konnten nur unter Ihresgleichen heiraten.

Vereinsleben kommt zum Erliegen

Neben dem Austausch alter Tafeln arbeitet der Heimatverein aber auch an neuen Hinweistafeln. Wilfried Bockhorst berichtet, dass die Mitglieder aktuell an einer Tafel zur Geschichte der Katholischen Akademie Stapelfeld arbeiteten. Gleichzeitig bedauere er, dass durch die Pandemie das gerade wiederbelebte Vereinsleben erneut zum Erliegen kommen werde. „Die Resonanz war sehr positiv und wir waren sehr zufrieden mit den Besucherzahlen“, sagt Wilfried Bockhorst über die letzten Veranstaltungen des Heimatvereins. Umso schmerzhafter sei die Absage des Silvesterkonzerts im Stadtpark.

Die modernen Hinweistafel bieten über einen aufgedruckten QR-Code die Möglichkeit, sich die Informationen auch vorlesen zu lassen. Foto: HeinzelDie modernen Hinweistafel bieten über einen aufgedruckten QR-Code die Möglichkeit, sich die Informationen auch vorlesen zu lassen. Foto: Heinzel

Im Februar soll die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Cloppenburg im Rahmen eines Kohlessens im Traditionshaus Taphorn stattfinden. Ob die Veranstaltung in dieser Form durchführbar ist, muss abgewartet werden. Wilfried Bockhorst weiß zwar noch nicht, in welcher Form, aber die Versammlung „wird durchgezogen“.

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