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Auf den Schützenfesten kostet das Glas Bier 2 Euro

Die Vereine im Alten Amt Löningen klagen zum Auftakt der Saison über rasant steigende Preise und sinkende Pachteinnahmen.

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Am Wochenende und Montag lädt der Überhäsige Schützenverein zum ersten Volksfest im Alten Amt Löningen ein. Dann entscheidet sich, wem nach Ignatz Baumann (Foto) der Königsschuss gelingt. Foto: Siemer

Am Wochenende und Montag lädt der Überhäsige Schützenverein zum ersten Volksfest im Alten Amt Löningen ein. Dann entscheidet sich, wem nach Ignatz Baumann (Foto) der Königsschuss gelingt. Foto: Siemer

Alle hatten es sich in den schönsten Farben ausgemalt, die schreckliche, die schützenfestlose Zeit endet in diesen Wochen. Alle wollten dabei möglichst nahtlos an ihre Festtraditionen anschließen und die vergangenen 3 Jahre ausblenden. Tatsächlich finden alle Schützenfeste in der Region wieder statt und der Rahmen scheint wie gewohnt, hat eine Umfrage von OM-Medien bei Vereinen im Alten Amt Löningen ergeben. Doch die sorglosen Zeiten mit kurzen Verhandlungen und viel Vorfreude auf das Fest auf dem Dorfe gibt es zumindest in dieser Saison doch nicht so wirklich.

Durch Preissteigerungen und rasant gestiegenen Kosten in allen wichtigen Bereichen für Festwirte und Zeltverleiher haben sich die Voraussetzungen so dramatisch gewandelt, wie noch nie zuvor in den vergangenen 50 Jahren. „Wir haben für unser Schützenfest im Juni jetzt alles voreinander“, erzählt ein erleichterter Stefan Ostermann, Präsident der Essener Schützen, die neben Löningen und Friesoythe eines der größten Volksfeste der Region feiern.

Er habe aber schon einige schlaflose Nächte gehabt, ob das Fest überhaupt (nicht wegen Corona) wieder gefeiert werden könne, und vor allem, welche Folgen die notwendigen Preissteigerungen haben beziehungsweise wie die Besucher auf die deutlich höheren Kosten für Bier und Bratwurst reagierten. Gregor Meyer, Präsident des Bunner Schützenvereins, hat zwar Verständnis für die Verhandlungspartner, denn deren Forderungen nach höheren Preisen und deutlichen Abstrichen bei der Pacht seien durch fehlende Mitarbeiter aufgrund der Abwanderungen in der Pandemie, steigende Löhne – kombiniert mit dem höheren Mindestlohn – und steigende Kosten, vom Diesel bis zum Bier, zumindest zum Teil nachvollziehbar.

Festwirte haben 2 Euro pro Glas durchgesetzt

Sowohl Ostermann, wie Alf Pophanken, Geschäftsführer des Löninger Schützenvereins, wie auch Meyer und weitere Verantwortliche berichten, dass ihre Festwirte 2 Euro pro Glas durchgesetzt haben. Gegen diesen Trend hat sich der Überhäsige Schützenverein, der am Wochenende das erste Schützenfest im Alten Amt feiert, zwar erfolgreich bei den Verhandlungen mit seinem neuen Festwirt gewehrt, doch der Preis ist eine niedrigere Pacht für das Ausrichten des Festes. Die fällt generell nach übereinstimmenden Angaben aller Gesprächspartner geringer aus als noch 2019. Beklagt wird zudem das sich wandelnde Verhandlungsklima mit Hinhaltetaktik und unverhohlenen Ultimaten. Auf diese Bierpreis-Explosion reagiert haben bereits die Jakobus-Schützen im Löninger Ortsteil Elbergen.

Sie bieten jetzt an 3 Tagen eine sogenannte Flatrate an, das heißt, es wird ein gegenüber 2019 noch einmal deutlich gestiegener fester Betrag für die Getränke bezahlt. Die Lodberger verlassen das erst vor ein paar Jahren eingeführte Drei-Tage-Modell und feiern wie früher nur noch Samstag und Sonntag. Der Bunner Präsident, wie auch alle anderen Verantwortlichen, machen sich Gedanken über die mittelfristig gravierenden Folgen angesichts dieser gegensätzlichen Spirale aus sinkenden Einnahmen und höheren Kosten für die Vereine. „Wir brauchen das Geld zum Beispiel für attraktive Umzüge mit Kutschen, Pferden und mehreren Musikvereinen, für die Jugendarbeit oder den Unterhalt der Schützenhallen“, so Meyer.

Quadratmeter-Preise für Festzelt fast verdoppelt

Lag der Quadratmeter-Preis vor Corona für das Festzelt bei rund 5,50 Euro, so hat der sich inzwischen fast verdoppelt. Er spielt für die Festwirte, die über eigene Zelte verfügen, zwar eine Rolle, doch sorgen sie dort, wo Gastronomen oder Vereine selbst Zelte pachten, für kaum lösbare Probleme bei der Kalkulation. Mit 2 Euro für ein Glas Bier sei  eine Schallgrenze erreicht, so Meyer. Wie die Besucher auf den Festen darauf reagieren, lasse sich erst nach der Saison abschätzen, denn dann habe sich gezeigt, ob er von den Gästen akzeptiert wurde oder ob der Umsatz und die Besuche deutlich zurückgegangen seien.

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