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Auf Burg Dinklage werden wieder Gäste empfangen

Zwar dürfen die Besuchergruppen in der Benediktinerinnenabtei noch nicht so groß wie vor Corona sein. Aber: Einiges ist bereits möglich, sagt Schwester Ulrike Soegtrop.

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Hereinspaziert: Schwester Ulrike Soegtrop bietet für kleine Gruppen wieder Führungen an, auch ein Blick in den Innenhof ist möglich. Foto: Hahn

Hereinspaziert: Schwester Ulrike Soegtrop bietet für kleine Gruppen wieder Führungen an, auch ein Blick in den Innenhof ist möglich. Foto: Hahn

Am Anfang der Brücke, die zum Eingangstor der Burg Dinklage führt, stehen zwei Linden. 134 Jahre seien sie alt, erklärt Schwester Ulrike Soegtrop. Der ehemalige Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, und sein Bruder Franz hätten sie einst zur  Erstkommunikation geschenkt bekommen. "Ich sage immer: 'Die linke gehörte Clemens August. Die ist knorriger und er schaut auf Bildern oft grummelig'", scherzt Schwester Ulrike. Wie froh sie ist, diese und weitere Geschichten aus der Geschichte der Burg erzählen zu dürfen, ist nicht nur in diesem Moment spürbar.

Lange hatte Schwester Ulrike keine Zuhörer. Die Besuchstermine fielen Corona-bedingt aus. Dabei fanden 2019 noch an die 100 Gästeführungen auf Burg Dinklage statt, mit jeweils zwischen 10 und 150 Besuchern. Nun sind zumindest von Kleingruppen wieder Anmeldungen möglich. Und: Zur Führung gehört auch ein Blick in den Innenhof, berichtet Schwester Ulrike.   

Führungen für Kleingruppen wieder möglich

Die 60-jährige Theologin lebt seit 27 Jahren in der Burg Dinklage. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit der Abtei und die Gästeführungen zuständig. Die öffentlichen Samstags-Termine müssten Pandemie-bedingt indes weiterhin ausfallen. Diese nutzten viele Dinklager, um mehr über die Geschichte von Clemens August Kardinal Graf von Galen zu erfahren, verrät Schwester Ulrike. Viele Gäste besuchten auch die Gottesdienste. Aber ebenso gebe es welche, die zuvor wenig über die Burg, Kardinal von Galen oder den katholischen Glauben wussten, sagt die Ordensfrau. Ohnehin sehe sie sich oft mit Klischees aus Filmen, Kritik an der Kirche und Vorurteilen über das Klosterleben konfrontiert. 

Wie aus dem Adelssitz der von Galens ein Kloster geworden ist und wie die Ordensfrauen dort leben? Bei ihren Führungen verrät Schwester Ulrike mehr. Ebenfalls Thema: Das Leben des Clemens Augustinus Joseph Emmanuel Pius Antonius Hubertus Marie Kardinal Graf von Galen, geboren 1878 in Dinklage, gestorben 1946 in Münster. 

Neue Homepage wurde entwickelt

Sein Wirken ist hochaktuell, versichert die Benediktinerin. Das zeige auch die Ausstellung "Mut woher – Mut wozu?", die am 1. September in der Burgmühle neu eröffnet werde. Ebenfalls wieder offen sei das Café. Der im März eingeweihte "Mut-Weg" erweitere das Angebot, wirbt Schwester Ulrike. Das Kloster freue sich, wieder Gäste aufnehmen zu können. Auch wenn der Platz noch auf 15 Personen beschränkt sei.

Der Kontakt zur Außenwelt habe während des Lockdowns gefehlt, erzählt die 60-Jährige. Obwohl die 23 Schwestern im Alter von 38 bis 95 als ein Hausstand gelten. Langeweile sei aber nicht aufgekommen. Dafür gebe es stets zu viel zu tun. So entwickelte eine Schwester eine neue Homepage für die Abtei, die seit 2 Wochen online sei.

Mehr Menschen zünden Kerzen in Kapelle an

Noch nicht wieder möglich sei eine Teilnahme an den Gottesdiensten in der Klosterkirche für Tagesgäste. Wegen begrenzter Plätze hätten die Hausgäste Vorrang. Die offene Burgkapelle werde aber viel benutzt, sagt Schwester Ulrike. Woher sie das weiß? Es brennen sehr viel mehr Kerzen als vor Beginn der Pandemie. "Das sagt was aus: Die Menschen haben mehr Sorgen."

Ein kleines Anliegen formuliert Schwester Ulrike dann am Ende noch: "Wir haben die Auslosung für die Spenden nicht vergessen." Im letzten Jahr hatten die Nonnen Geld gesammelt, um die Burggräften zu säubern. Verlost werden sollen Teilnahmen an einer Kaffeetafel im Burgpark mit Bootsfahrt auf der Gräfte und Fotoshootings im Burgpark. Etwa 400 Spender hatten sich beteiligt; Corona-bedingt könne das Event für die Gewinner aber noch nicht organisiert werden. "Aber wir lösen das ein", verspricht die Ordensschwester. 

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