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Auf Autopilot geschaltet

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Das mit dem Vergessen ist wohl so 'ne Sache, denn manchmal spielt mir mein unterbewusstes Handeln gerne mal einen Streich.

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Es gibt zwei Dinge, die mich auszeichnen: Meine Vergesslichkeit und – irgendwas war da noch... Viele Menschen kennen vielleicht das Problem. Einmal nicht aufgepasst und schon habe ich etwas Wichtiges vergessen, oder kann mich nicht mehr richtig daran erinnern. Das führt in meinem Fall manchmal sogar so weit, dass ich mir selber nicht mehr über den Weg traue: 'Habe ich die Haustür nun abgeschlossen, oder nicht?‘ Schon zermartert sich mein Gehirn über die banalsten Dinge den Kopf und ich muss dem Reflex widerstehen, umzudrehen und der Sache auf den Grund zu gehen. Welch ein Ärgernis!

Nicht selten musste ich mir dann den Spruch gefallen lassen: "Was man nicht im Kopf hat, das muss man in den Beinen haben." Wie wahr, und wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Aber genug der leeren Worthülsen; schließlich kann das sporadische Vergessen sehr belastend sein und zusätzlichen Stress bedeuten. Von einem Termin zum nächsten hetzen und mehrere Dinge gleichzeitig erledigen wollen, das kostet Energie – oft zulasten des Kurzzeitgedächtnisses.

Doch es gibt zum Glück Entwarnung: Wenn die Aussetzer nur gelegentlich auftreten, ist das kein Grund zur Sorge. Denn Vergesslichkeit kann sogar ein Zeichen für Intelligenz sein, sagen zumindest kanadische Forscher. Puh, also nochmal Schwein gehabt!

"Gelernte Tätigkeiten werden automatisch abgerufen. Wenn wir wach sind, ist das Unterbewusstsein quasi unser Autopilot."Meike Wienken

Paul Frankland und Blake Richards stellten nämlich die These auf, dass ein besonders effizientes Gehirn sich bewusst entscheiden kann, eine Reihe von Dingen aus der Vergangenheit zu vergessen, um Platz für das Hier und Jetzt zu schaffen. Demnach können sich Menschen schneller an neue Situationen anpassen, wenn sie nebensächliche Dinge aus ihren Gedanken streichen. Vergesslichkeit hilft uns also dabei, Prioritäten zu setzen. Und das ist auch gut so: Denn wenn permanent sämtliche Eindrücke ungefiltert auf uns einprasseln würden, wären wir wahrscheinlich heillos überfordert.

An dieser Stelle kommt das Unterbewusstsein ins Spiel: Es sorgt dafür, dass viele Handlungen automatisch ablaufen und hält dem Bewusstsein damit den Rücken frei. Gelernte und sich wiederholende Tätigkeiten werden automatisch abgerufen – ohne darüber nachzudenken. Wenn wir wach sind, ist das Unterbewusstsein quasi unser Autopilot.

Vielleicht sollte ich meiner Denkleistung daher in Zukunft ein bisschen mehr vertrauen. Immerhin kann das Unterbewusstsein bis zu 80.000 Informationen pro Sekunde aufnehmen, verarbeiten und speichern. Damit ist es 10.000-mal schneller (und vermutlich klüger) als der bewusste Verstand. Gut, also denke ich wohl nur zu schnell. Aber was ist nun mit der Haustür? Ich dreh' wohl doch nochmal um...


Zur Person:

  • Meike Wienken ist Volontärin der OM-Medien.
  • Die Autorin erreichen Sie unter der E-Mail: redaktion@om-medien.de.

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