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Auf Augenhöhe: Teilhabe-Berater informieren über die Wahl

Renate Fatmann und Norbert Krümpelbeck sind zurzeit in Werkstätten für Menschen mit Handicap unterwegs. Sie berichten über Prozedere, Stimmzettel und den Umgang mit Wahlversprechen.

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Infoveranstaltung: Norbert Krümpelbeck und Renate Fatmann waren in den Werkstätten unterwegs. Foto: Hermes

Infoveranstaltung: Norbert Krümpelbeck und Renate Fatmann waren in den Werkstätten unterwegs. Foto: Hermes

In mehreren Werkstätten für behinderte Menschen im Oldenburger Münsterland sind zurzeit Renate Fatmann und Norbert Krümpelbeck unterwegs. Dabei informieren sie die Beschäftigten über die anstehenden Wahlen und das Prozedere, am Dienstagnachmittag machten sie Station in Cloppenburg.

Fatmann und Krümpelbeck sind Peer-Berater der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) in den Kreisen Cloppenburg und Vechta. "Wir wollen vermitteln, wie wichtig Wahlen sind. Dabei geht es nicht um einzelne Parteien", erklärt Krümpelbeck, der die neutrale Beratung seit 30 Jahren anbietet. Lohne, Vechta und Steinfeld stehen noch auf dem Programm, erstmals waren jetzt Friesoythe, Altenoythe und Cloppenburg dabei. 

Politisches Interesse bei Beschäftigten ist vorhanden

Das politische Interesse ist bei den Beschäftigten jedenfalls vorhanden. So waren die Termine für die Kommunal- und die Bundestagswahl bereits bekannt. Auch dass Angela Merkel nach 16 Jahren nicht wieder als Bundeskanzlerin kandidiert. Seit 2019 dürfen nach Auskunft des Beraters alle Menschen mit Beeinträchtigung wählen, zuvor waren Personen unter Vollbetreuung ausgeschlossen.

Der Unterschied zwischen Bundes- und Kommunalwahlen mache es einigen schwer. So darf man deutschlandweit 2 Stimmen vergeben, auf regionaler Eben sind hingegen 3 Kreuze möglich. "Das versuchen wir deutlich zu machen", so Krümpelbeck vor seinem Vortrag. Er machte zudem deutlich, dass man Wahlversprechen kritisch hinterfragen sollte. Zudem wies er auf ein Angebot aller Parteien hin, bei dem es das Wahlprogramm auch in vereinfachter Sprache gibt. 

"Die Wahlbegleitung sollte im Idealfall eine vertraute Person sein, wie ein Familienmitglied oder ein Betreuer."Norbert Krümpelbeck

Wie wichtig eine Beteiligung ist, war vielen Teilnehmern schon bekannt. "Wer nicht wählen geht, darf nachher auch nicht meckern", lautete eine der Meldungen aus dem Publikum. Die Berater erklärten auch, dass eine Wahlbegleitung in der Kabine behilflich sein darf. "Das sollte im Idealfall eine vertraute Person sein, wie ein Familienmitglied oder ein Betreuer", sagte Krümpelbeck. Zur Not könne dies auf ausdrücklichen Wunsch auch ein Wahlhelfer im Lokal übernehmen. "Es muss sich niemand schämen, wenn man bei den großen Zetteln nicht den Überblick behält."

Wichtig sei, dass man sich im Vorfeld Informationen und Meinungen eingeholt hat. Gespräche am Arbeitsplatz, mit den Betreuern oder der Familie könnten laut den Beratern hilfreich sein. Dieses Angebot solle grundsätzlich die Wahlmöglichkeit näherbringen, in vereinfachter Sprache und auf Augenhöhe. Für die Zukunft kann sich Krümpelbeck auch mehr vorstellen: "Ich habe die Idee, politische Gespräche für Interessierte in die Einrichtungen zu bringen."


Fakten:

  • Die Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung (EUTB) wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
  • Ziel ist es, Wegweiser für Ratsuchende zu sein und Betroffene zu ermutigen, Ziele und Pläne für ihr Leben zu entwickeln und ihr Handeln zu stärken.
  • Die EUTB unterstützt und berät alle Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen und deren Angehörige kostenlos in allen Fragen zur Rehabilitation und Teilhabe.

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