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Auch das noch!? – Heute ist Aschermittwoch

Kolumne: Die Passions- oder Fastenzeit will keinen zusätzlichen Druck aufbauen. Sie richtet unsere Aufmerksamkeit darauf, dass Gott da ist, wenn Seelen sich abmühen.

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Auf etwas zu verzichten, uns einzuschränken, damit haben wir seit Monaten genug zu tun. Brauchen wir da noch den Aschermittwoch? Das Kirchenjahr mit seinen prägnanten Tagen und die aktuelle Lebenssituation der Menschen, sie passen nicht unbedingt immer zusammen. Oder sie passen eben ganz genau.

Der Aschermittwoch läutet die 7 Wochen vor Ostern ein, in denen Christen aller Konfessionen freiwillig auf etwas verzichten. "Fastenzeit" heißt die Zeit deshalb in der katholischen Kirche. In der evangelischen Kirche sprechen wir von "Passionszeit", weil wir in diesen Wochen auf das Leiden des Jesus von Nazareth blicken. Vor 2000 Jahren hat dieser Mann, in dem Gott war, seine Freiheit hinten angestellt. In der Bibel wird sein Weg als Gottes Weg verstanden. Gott, der bei den Menschen ist in ihrem Verzicht, in ihrem Leiden und in ihrem Tod.

Im Rückblick haben Christen in Texten aus dem ersten Testament der Bibel diesen Weg schon angedeutet gefunden. "Seine Seele hat sich abgemüht", heißt es da (Jesaja 53,11). Bei diesen Worten denke ich in diesem Jahr sofort an all die, die sich in der Pandemie abmühen. Ich denke an Kranke. Und ich habe Menschen vor dem inneren Auge, die für andere verantwortlich sind und deshalb an die Grenzen der eigenen Kräfte kommen. Die Passions- oder Fastenzeit will keinen zusätzlichen Druck aufbauen. Sie richtet unsere Aufmerksamkeit darauf, dass Gott da ist, wenn Seelen sich abmühen.

Die Hoffnung auf Ostern hilft durchzuhalten

Tröstlich ist für mich, dass der Vers bei Jesaja bei der abgemühten Seele nicht stehen bleibt: "Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben", heißt es da. Im Kirchenjahr gehen wir auf Ostern zu. Licht und Fülle und Leben ist der Inhalt des Festes, das seinen festen Termin hat.

Wann das Leiden an und mit der Pandemie ein Ende hat, das kann keiner berechnen. Aber dass es ein Ende haben wird, das macht Mut. Mit Konfirmand*innen habe ich das Musikvideo zu Silbermonds Song "Machen wir das Beste draus" angesehen. Am Ende sieht man fröhlich feiernde, sich umarmende Menschen. Diese Bilder haben mich angerührt: Das Leben in seiner ganzen Fülle ist wieder da!

Das ist fast wie Ostern. Was für eine Hoffnung! Sie hilft durchzuhalten in den Aschermittwochs-Erfahrungen, in denen wir uns abmühen.


Zur Person:

  • Martina Wittkowski ist Kreispfarrerin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Oldenburger Münsterland.
  • Sie erreichen die Autorin unter: info@ov-online.de.

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