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Astrid-Lindgren-Grundschule in Lastrup erhält Rollstuhl-Karussell

Rund 47.000 Euro kostet die Neuanschaffung, die das Spielangebot auf dem Schulhof in Lastrup erweitern soll. Die finanzielle Unterstützung ist dabei nicht nur von der Gemeinde gekommen.

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Neu auf dem Schulhof: Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap können fortan gemeinsam eine Runde auf dem Karussell drehen. Foto: Landwehr

Neu auf dem Schulhof: Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap können fortan gemeinsam eine Runde auf dem Karussell drehen. Foto: Landwehr

Jetzt können auf dem Schulplatz der Astrid-Lindgren-Grundschule in Lastrup alle – ob im Rollstuhl oder nicht – gemeinsam ihre Runden drehen. "Wir sind uns bewusst, dass das Karussell nicht zur Standardausrüstung gehört. Es ist technisch und finanziell sehr aufwendig", erklärte Schulleiter Josef Niehaus.

Einen Großteil der Kosten von 47.000 Euro hatte die Gemeinde Lastrup getragen. Mit 22.000 Euro war das Gerät zudem vom Amt für regionale Landesentwicklung aus Leader-Mitteln bezuschusst worden. "Das Rollstuhl-Karussell motiviert sehr und wird bereits jetzt von den Schülern umlagert", erklärte Josef Niehaus. Das Kollegium habe sogar Regeln aufstellen müssen, damit alle Schüler in gleicher Weise zu ihrem Recht kämen. "Gerade im Hinblick auf das Thema Inklusion und der Kooperation mit der Sophie-Scholl-Schule ist die Anschaffung wirklich ein großer Gewinn für die Schulgemeinschaft", betonte Josef Niehaus.

Seit 2004 sei die Schule eine inklusive Schule. Durch das neue Spielgerät werde das inklusive Profil weiterentwickelt. "Eigentlich müssten wir alle Schüler aufnehmen. Das können wir aber zurzeit wegen der personellen, räumlichen, technischen und materiellen Gegebenheiten noch nicht“, so Niehaus. Die Schule arbeite jedoch weiter an der Kooperation mit der Sophie-Scholl-Schule bei Musikprojekten, Theateraufführungen, regelmäßigen Schulfeiern wie Nikolaus, Karneval oder Schulfesten und im Sportunterricht.

"Inklusion ist, wenn alle mitmachen dürfen. Egal, wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast."Josef Niehaus, Rektor der Astrid-Lindgren-Grundschule

Leider sei unter den Bedingungen der Corona-Beschränkungen die Zusammenarbeit ein wenig eingeschlafen. "Das baut sich nun mit dem Gerät wieder auf", erklärte Niehaus, "hier lernen unsere Schüler außerdem, dass sie nicht immer Vollgas geben können, sondern auch auf andere Kinder Rücksicht nehmen müssen." Denn Inklusion bedeute, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehöre: "Inklusion ist, wenn alle mitmachen dürfen. Egal, wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast", betonte der Schulleiter.

Inklusion sei für Kinder kein Problem, so Bürgermeister Michael Kramer. "Ich gehe davon aus, dass uns das Thema Inklusion weiter begleiten wird und die Beschulung aller Kinder in einer Grundschule fortschreitet. Wir als Gemeinde werden dafür beim Um- und Anbau 2024 unsere Hausaufgaben machen", versprach der Bürgermeister.

Anne-Katrin Oltmanns, Leiterin der Sophie-Scholl-Schule, die zum Ende des Monats in den Ruhestand geht, betonte, man habe 2006 bei der Gründung der Einrichtung Wohnortnähe schaffen wollen. Die Idee sei in Lastrup von Anfang an positiv aufgenommen worden. Die Zusammenarbeit mit den Leitern der örtlichen Schulen funktioniere hervorragend.

Gemeinde, Caritas-Verein Altenoythe und "Bürger-für-Bürger" unterstützen das Projekt

Rektor Josef Niehaus dankte dem Rat der Gemeinde Lastrup, deren Mitarbeitern und dem Bauhof für die finanzielle und personelle Unterstützung. Als Preissteigerungen anstanden, die den Kostenrahmen hätten überschreiten können, habe der Bauhof in Absprache mit der beauftragten Fachfirma sachgerechte Arbeiten ausgeführt, um den Kostenrahmen zu halten. Niehaus dankte auch dem Caritas-Verein Altenoythe, dem sozialen Verein "Bürger für Bürger Lastrup" und dem Förderverein der Astrid-Lindgren-Schule für die Unterstützung.

Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feierstunde in der Grundschule durch Irene Block, während die Schülerfirma der Oberschule Lastrup die Gäste mit kleinen Häppchen und Getränken bewirtete.

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