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Asta Vechta organisiert Veranstaltungen zum Gedenken an Holocaust-Opfer

Bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist die Existenz einer jüdischen Gemeinschaft in Vechta nachweisbar. Auch vor Ort kamen durch den Holocaust 23 Jüdinnen und Juden ums Leben.

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Organisiert die Holocaust-Gedenkwoche: Yannick Wasserberg.   Foto: Bernhardt

Organisiert die Holocaust-Gedenkwoche: Yannick Wasserberg.   Foto: Bernhardt

Am 27. Januar findet der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts statt. Auch in Vechta haben seinerzeit insgesamt 23 Jüdinnen und Juden ihr Leben verloren. Um an diese Menschen und das jüdische Leben vor Ort zu erinnern, veranstaltet der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Universität Vechta eine Holocaust-Gedenkwoche. Dazu sind bereits verschiedene Veranstaltungen geplant. 

"Der Antisemitismus ist bis heute noch ein Teil in unserer Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, über die Geschehnisse aufzuklären und sich daran zu erinnern", erklärt Yannick Wasserberg. Er ist beim Asta Referent für politische Bildung. In Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Oldenburg und der Partnerschaft für Demokratie Vechta hat er die Veranstaltungsreihe organisiert. Ihm sei es wichtig, dass das Thema auch heute noch Aufmerksamkeit erhalte. "Man muss den Menschen zeigen, wie es angefangen hat. Wie unschuldige Menschen aus ihrem Leben gerissen und in Todesfabriken gesperrt worden sind." Dies sei wichtig, um die Demokratie zu schützen und vorzubeugen, meint Wasserberg. 

Synagoge an der Juttastraße wurde von den Nazis zerstört

Für die Gedenkwoche hat der Student mehrere Veranstaltungen organisiert. Beginnen wird das Projekt am Montag (24. Januar) um 18 Uhr mit einem Online-Vortrag des Soziologen und Politikwissenschaftlers Dr. Robert Ogman über 1700 Jahre jüdisches Leben. „Durch die aktuelle Pandemie-Situation müssen wir leider viele Veranstaltungen digital stattfinden lassen. Dies wollen wir allerdings nutzen und allen Interessierten die Möglichkeit geben, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen“, berichtet Wasserberg. 

Weiter geht es am Dienstag (25. Januar) ebenfalls um 18 Uhr mit einer Stadtführung zum Thema "Jüdisches Leben in Vechta". Bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts sei die Existenz von Juden in Vechta nachweisbar. Die Gemeinde war klein, aber richtete bereits 1825/26 eine kleine Synagoge in einem Fachwerkhaus in der heutigen Juttastraße ein. Nur anhand einer Tafel mit hebräischer Inschrift oberhalb der Eingangstür konnte man die Synagoge damals erkennen. Doch das jüdische Gotteshaus wurde im Zuge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört und die Reste der Inneneinrichtung verbrannt. Deshalb sei der Ort an der Juttastraße fester Bestandteil der Stadtführung. Treffpunkt ist am alten Rathaus, der Termin richtet sich allerdings aufgrund der Corona-Lage ausschließlich an die Studierenden der Uni Vechta. 

Studenten wollen einen Kranz zum Gedenken niederlegen

Am Mittwoch (26. Januar) um 18 Uhr ist dann ein digitaler Vortrag von Dr. Gabriele Lachner mit dem Titel "Nie wieder! Nie wieder? Antisemitismus früher und heute" angesetzt. Abgeschlossen wird die Woche am Donnerstag (27. Januar) um 18 Uhr mit einer Online-Vorstellung des Dokumentarfilms "Ich wollte noch einmal die Sonne sehen", der die Geschichte der kürzlich verstorbenen Holocaust-Überlebenden Erna de Vries erzählt. Aufgrund des internationalen Gedenktages wollen die Studentinnen und Studenten einen Kranz an der Stelle der alten Synagoge niederlegen, erklärte Wasserberg. 

"Trotz Online-Veranstaltung hoffen wir natürlich auf eine große Teilnehmerzahl. Unter den Studierenden sind viele, die sich aktiv für das Thema einsetzen. Aber auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen", betont Wasserberg. 

  • Info: Mehr Informationen zur Holocaust-Gedenkwoche und den Veranstaltungen gibt es unter www.asta-uni-vechta.de. Der Link für die Online-Veranstaltungen wird auch auf den Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook gepostet.

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