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Artistikka sammelt Hilfsgüter für Flüchtlinge aus der Ukraine

Lana Ebel ist überwältigt von der großen Spendenbereitschaft der Dammer. Ein Teil der Hilfsgüter ist für die geflüchteten Menschen vorgesehen, der andere für Bürger in der Ukraine.

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Lana Ebel sammelt für die Ukraine. Foto: Oevermann

Lana Ebel sammelt für die Ukraine. Foto: Oevermann

„Es ist einfach nur komplett verrückt.“ Lana Ebel steht die Begeisterung, aber auch die Anstrengung der vergangenen Stunden förmlich ins Gesicht geschrieben. Was sich aus ihrem Spendenaufruf am späten Samstagabend entwickelt hat, hat wohl keiner nur im Ansatz erahnen können. Mittwochmittag standen bereits „ungefähr 500 bis 600 Kartons“ für den für Freitag geplanten Hilfskonvoi in die Ukraine zum Transport bereit.

Angesichts der vielen hunderten Kartons im Saal Broermann lässt sich schnell der Überblick verlieren – nicht jedoch bei Initiatorin Lana Ebel. Die 31-jährige Geschäftsführerin des gemeinnützigen Dammer Unternehmens „Artistikka“, die sich normalerweise mit der Organisation von Artistikkursen für Kinder oder Schul- und Kindergartenprojekten beschäftigt, hat die Kartons zusammen mit ihrem Mann David Ebel und mittlerweile mehr als 50 Helfern in fünf Kategorien (Hygiene, Notfallartikel, Medikamente, Lebensmittel, Übernachtungszubehör) sortiert.

Ein Teil der Spenden geht in die Ukraine 

Diese werden in den kommenden Stunden noch auf Deutsch, Polnisch und Ukrainisch beschriftet sowie in zwei farblichen Kategorien eingeordnet. Denn während ein Teil der Spendensammlung sich an die geflüchteten Menschen wendet, soll der andere Teil zu den kriegsleidenden Menschen in die Ukraine gebracht werden. Letzteres freut Lana Ebel dabei sehr. Denn damit hatte sie zuerst nicht gerechnet, dass dies logistisch überhaupt für sie möglich sei. Die vielen entstandenen Kontakte mit anderen Hilfsorganisationen und Spendensammlungen hätten dies jedoch ermöglicht. Dennoch müsse sie vieles aufgrund der stetig ändernden Lage kurzfristig umorganisieren. „Professionelle Improvisation“ sei aktuell gefragt, so Ebel.

Bereits am Donnerstag kreisten bei ihr die ersten Gedanken im Kopf, dass man den geflüchteten Menschen aus der Ukraine doch helfen müsse. Ein befreundetes Artistenpaar aus Kiew, welches mittlerweile die Flucht mit ihren zwei Kindern aus der Ukraine gelang, machte für die Ebels das Leid und die Angst der ukrainischen Bevölkerung sichtbar.

Am Freitag rief Lana Ebel bei der Stadt Damme an, ob sie einen Kleintransporter bekommen könnte. Sie wolle zur polnisch-ukrainischen Grenze fahren und dort Flüchtlinge aufnehmen sowie auf dem Weg dorthin Hilfsgüter für Flüchtlinge mitnehmen, erklärte sie. Am Samstagabend folgte schließlich ein Aufruf für eine Spendensammlung in den sozialen Netzwerken von ihr.

Aufruf geht durch die Decke

„Ich wusste, dass ich auf offene Ohren bei den spontanen und organisationserprobten Dammern stoßen werde und wir durch unsere Arbeit über ein gewisses Netzwerk hier verfügen, aber mit der Rückmeldung habe ich dann doch nicht gerechnet“, lacht Ebel. Noch über Nacht sei ihr Aufruf „förmlich durch die Decke gegangen“. Am Sonntagmorgen wurde ihr dann langsam bewusst, was sie in Damme und Umgebung mit ihrem Video ausgelöst hatte. Allein am Sonntag gingen mehr als 300 Anrufe auf ihrem Mobiltelefon ein. Gleich zweimal gab ihr Handy für kurze Zeit angesichts der Masse an Anrufen und Nachrichten sogar den Geist auf. „Man wächst mit den Aufgaben“, meint Ebel. Mit dem Gasthaus Broermann in Clemens-August-Dorf fand sie schnell ein Zwischenlager für die zahlreichen Hilfsgüter, die ihr angekündigt wurden.

Foto: OevermannFoto: Oevermann

Am Montagabend folgte schließlich das erste Helfertreffen. Seit Dienstag können an der Rottinghauser Straße Hilfsgüter abgegeben werden. Die Hilfsbereitschaft unter der Dammer Bevölkerung sowie der Unternehmerschaft aus der Region sei laut Lana Ebel „einfach nur riesig“. Ursprünglich plante Ebel mit zwei Fahrzeugen zur polnisch-ukrainischen Grenze zu fahren. „Mittlerweile werden es wohl eher drei oder vier Lkw“, glaubt Ebel. Außerdem ist es angedacht, mit zwei Reisebussen an die Grenze zu fahren und dort ankommende Flüchtlinge aufzunehmen.


So können Sie helfen:

  • Noch bis Donnerstagnachmittag werden im Gasthaus Broermann in Damme (Rottinghauser Straße 63) sowie beim Schützenverein Osterfeine (Klünenberg 11) Spenden angenommen.
  • Kleidung wird nicht mehr benötigt. Unterkünfte für Flüchtlinge werden noch gesucht.
  • Gespendet werden kann per PayPal ober per Überweisung auf folgendes Konto: Artistikka gGmbH, IBAN: DE69 2805 0100 0094 1479 80.
  • Weitere Informationen gibt es auch unter www.artistikka.de, in der öffentlichen Facebook-Gruppe, sowie auf dem Instagram-Account. 

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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