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Ärmel hochkrempeln für die digitale Pflege

Das Modellprojekt „Televersorgung im Landkreis Vechta“ ist gestartet. Es wird vom Heimatministerium bis 2023 gefördert.

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Dr. Christian Vaske und Nils Holtmann wollen erproben, wie Pflege durch digitale Techniken unterstützt werden kann. Foto: Josephine Dinkelbach / Pflegepioniere <br>

Dr. Christian Vaske und Nils Holtmann wollen erproben, wie Pflege durch digitale Techniken unterstützt werden kann. Foto: Josephine Dinkelbach / Pflegepioniere

Der Landkreis Vechta soll zum Leuchtturm der digitalen Pflege in Niedersachsen werden. Dafür sollen Dr. Christian Vaske und Nils Holtmann sorgen, schreiben die Städte Lohne und Vechta in einer gemeinsamen Mail. Vaske und Holtmann sind die Gesichter eines Modellprojektes, mit dem erprobt werden soll, wie Pflegedienste, pflegende Angehörige und Ärzte bei der Versorgung älterer Menschen durch digitale Techniken optimal unterstützt werden können.

„TELAV – Televersorgung im Landkreis Vechta“ nennt sich das Projekt, das die Städte Vechta und Lohne ins Leben gerufen haben und für das sie bis 2023 mit 300.000 Euro vom Bundes-Heimatministerium gefördert werden. Im Januar war das Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden, nun soll es richtig durchstarten, heißt es in der Mitteilung.

Seit dem 1. Mai wird das Projekt inhaltlich vorangebracht

„Ein offizieller Start heißt in der Praxis dann nicht immer, dass es gleich richtig losgehen kann“, wird Vaske zitiert und beschreibt damit, dass die ersten Wochen des Projekts von Bürokratie geprägt waren. Viele Telefonate und Videokonferenzen mit dem Fördermittelgeber haben er und die Initiatoren hinter sich. Sie haben sich nach eigenen Angaben mit den Tiefen des Förderbescheids und des Ausschreibungsrechts befasst, mit Kooperationspartnern telefoniert, Stellen ausgeschrieben und besetzt. 

Seit dem 1. Mai nun bringen Dr. Christian Vaske und Nils Holtmann das TELAV-Projekt inhaltlich voran, schreiben die kommunalen Partnerinnen. Die ersten Aufgaben: eine Projekthomepage zum Laufen bringen, gemeinsam mit der Uni Vechta eine Befragung bei Patienten, Ärzten, Pflegern und pflegenden Angehörigen durchführen und alle Akteure miteinander vernetzen.

"Wir haben den Anspruch, praxisnah und am Bedarf orientiert zu arbeiten."Nils Holtmann

„Wir haben den Anspruch, praxisnah und am Bedarf orientiert zu arbeiten“, wird Holtmann zitiert. Deshalb sei der Austausch so wichtig. Es gehe um ganz praktische Fragen: Welche Software ist die beste, um alle Beteiligte miteinander zu vernetzen, wenn die Beratung und Behandlung nicht mehr persönlich, sondern zum Beispiel per Video stattfinden? Wie ist die Akzeptanz solcher Fernhilfen bei allen Beteiligten? Funktioniert das auch technisch einwandfrei? Wer trägt die Kosten und wie erfolgt die Abrechnung? Was für Kompetenzen benötige ich überhaupt?

„Klar ist, dass die Pandemie der Digitalisierung einen starken Schub gegeben hat. Wir haben erlebt, wie Corona-Patienten auf Intensivstationen via Videotelefonie mit ihren Angehörigen Kontakt halten konnten. Webinare, Online-Konferenzen und Video-Besprechungen sind zum Alltag geworden. Das hilft uns natürlich sehr, um Telepflege und Telemedizin im Landkreis Vechta zu verankern“, stellt Dr. Christian Vaske in der Mail fest.

Das Ziel: Ein praxistaugliches Konzept für die Televersorgung im Kreis Vechta

Damit Televersorgung tatsächlich Teil der medizinischen Versorgung bei pflegebedürftigen Menschen werden kann, krempeln Vaske und sein Kollege Holtmann nun die Ärmel hoch, freuen sich die Projektpartnerinnen Lohne und Vechta. Mit der Umfrage, zahlreichen Gesprächen, Vernetzungstreffen und Workshops wollen die beiden konkrete Digitalisierungs-Projekte mit Patienten, Pflegediensten und Ärzten ausarbeiten, um sie in den kommenden Jahren zu testen. Das Ziel ist schließlich ein praxistaugliches Konzept, wie Televersorgung im Kreis Vechta funktioniert.

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