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Ärger um Auto-Poser: Polizei verspricht Einsätze auf Cloppenburger ZOB

Alles andere als Untätigkeit will sich die Polizei nachsagen lassen: Regelmäßig werde auf dem Busbahnhof kontrolliert, betont die Polizeiinspektion. Aber: Im Sommer nimmt der Lärm hörbar zu.

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Viel Qualm, viel Lärm: Autoposer nerven die Nachbarn des ZOB in Cloppenburg. Mitunter würden richtige  Partys auf dem Parkplatz gefeiert, klagen die Anwohner. Der Müll bleibe oft liegen. Symbolfoto: dpa

Viel Qualm, viel Lärm: Autoposer nerven die Nachbarn des ZOB in Cloppenburg. Mitunter würden richtige Partys auf dem Parkplatz gefeiert, klagen die Anwohner. Der Müll bleibe oft liegen. Symbolfoto: dpa

Angesichts der Beschwerden von Anwohnern und Altenheimen über Lärm und Müll auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Cloppenburg hat die Polizei den Eindruck der Untätigkeit zurückgewiesen. Die eingesetzten Beamten seien „sensibilisiert und schreiten bei Verstößen ein“, erklärte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Auch der Behauptung der Anwohner, die Beamten würden lediglich „Spazierfahrten“ rund um den Treffpunkt der Auto-Poser unternehmen, statt auszusteigen und energisch vorzugehen, widersprach die Inspektion. In der Vergangenheit seien „bereits mehrere Gespräche“ mit Nachbarn geführt worden, die sich gestört fühlten, aber vor allem auch mit den Fahrern aus der Autotuning-Szene. „In einem Großteil der Fälle zeigten sich die betroffenen Personen einsichtig“, behauptet die Polizei.

Dennoch würden speziell geschulte Polizeibeamtinnen und -beamte regelmäßig auffällige Fahrzeuge auf technische Veränderungen untersuchen. Oftmals führten diese Umbauten zum Erlöschen der Betriebserlaubnis, warnte die Inspektion. „Bei Verstößen wurden und werden Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen gefertigt“, erklärte die Cloppenburger Dienststelle.

Polizei räumt ein: Belastung hat sich fühlbar erhöht

Für die Klagen der Anwohner hat die Polizei nach eigenen Angaben durchaus Verständnis. Ihre Unterschriftenaktion, an der sich 180 Cloppenburger rund um den ZOB beteiligt haben, zeige, dass sich die Belastung der Nachbarn „fühlbar erhöht hat“, heißt es in dem Text. „Selbstverständlich nehmen wir die Sorgen der betroffenen Bürger/innen ernst“, so die Reaktion, denn: „Insbesondere an warmen und sonnigen Tagen ist eine Häufung feststellbar.“

Die Polizei werde „im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten weiterhin mit Nachdruck einschreiten und Kontrollen durchführen sowie weiterhin Gespräche mit anderen verantwortlichen Behörden führen“, heißt es. Zugleich sei die Inspektion auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und bitte daher bei akuten Beschwerden die Polizei in Cloppenburg umgehend zu informieren, um ein schnelles Einschreiten zu gewährleisten.

Frage unbeantwortet: Würden Platzverweise helfen?

Auf ein Kernproblem, das die Anlieger angesprochen haben, geht die Polizei nur indirekt am Rande ein: Der ruhestörende Lärm und die Ansammlungen von Fahrzeugen finden auf öffentlichen Flächen statt, „welche keinen Beschränkungen unterliegen“. Mit anderen Worten: Platzverweise können die Beamten nicht aussprechen, weil ihnen die rechtliche Grundlage dafür fehlt. Ob sie eine solche Handhabe für sinnvoll hält, verrät die Polizei nicht.

Anfangs hatte sich die Szene vorwiegend auf dem Marktplatz vor dem Jugendtreff „Rote Schule“ getroffen und dort „Donuts“ aufs Pflaster gedreht, bis die Stadt den Platz nachts per Anordnung sperren ließ. Seitdem dürfen dort nur tagsüber Autos parken. Das Ergebnis: Zumindest nachts herrscht zwischen Eschstraße und Löninger Straße relative Ruhe. Doch die Szene zog offensichtlich zum ZOB weiter.

Nach Darstellungen der Nachbarn stehen dort an lauen Sommerabenden bis zu 40 Autos, oft mit offenen Türen und wattstarken Musikanlagen. Ob auch an dieser Stelle ein nächtliches Parkverbot infrage kommt, ist offen: Die Stadtverwaltung arbeitet noch an einer Stellungnahme zu der Unterschriftenaktion und den Medienberichten, hieß es aus dem Rathaus.

Polizei appelliert an Einsicht, Anwohner zweifeln daran

An die Fahrer der Autotuning- und Poser-Szene appellierte die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gestern: „Nehmen Sie Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer/innen und Anwohner/innen, die durch Lärmbelästigung gestört werden könnten. Achten Sie darüber hinaus auf den ordnungsgemäßen Zustand Ihres Fahrzeugs. Veränderungen können nicht nur die Sicherheit beeinträchtigen, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.“

An eine nachhaltige Wirkung von Appellen glauben viele Nachbarn offenbar nicht mehr. Als die Polizei vor einigen Tagen eine Versammlung von Fahrzeugen auflöste, habe es „vielleicht fünf Minuten gedauert“, bis sich die Fahrer erneut auf dem Gelände aufstellten, berichtete eine Nachbarin, die die Unterschriftenaktion unterstützt hat.

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