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Ärger in Damme: Links werden zu Steinen des Anstoßes

Die Initiative "Eltern in Sorge" hat wenige Tage nach ihrer Gründung große Sorgen. Auf der Internetseite fanden sich Links mit Bezug zur Szene der Corona-Leugner. Die Links sind jetzt verschwunden.

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Zustimmung zur Aktion, Kritik an Homepage: Die Steine-Aktion der Initiative „Eltern in Sorge“ stieß grundsätzlich auf Zustimmung. Dass aber auf der Homepage Links auf Seiten von Corona-Leugnern führten, löste heftige Kritik aus. Foto: Oevermann

Zustimmung zur Aktion, Kritik an Homepage: Die Steine-Aktion der Initiative „Eltern in Sorge“ stieß grundsätzlich auf Zustimmung. Dass aber auf der Homepage Links auf Seiten von Corona-Leugnern führten, löste heftige Kritik aus. Foto: Oevermann

Sehr kritische Kommentare bekam die neue Internetseite eltern-in-sorge.de einer Gruppe von Eltern und Elternvertretern aus Damme. Der Vorwurf: Einige Links leiteten auf Internetseiten von Coronaleugnern und Querdenkern weiter. Diese Links sind am Montagmittag von der Seite verschwunden.

Die Initiative fordert die Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und Sportstätten. Sie hatte mit einer Aktion am vergangenen Wochenende vor dem Dammer Rathaus auf die Sorgen der von den Schließungen betroffenen Kinder und Eltern hingewiesen. Die Idee: Die Familien, die den Protest unterstützen wollten, sollten bunte "Stein des Anstoßes" zum Rathaus bringen. Viele Bürgerinnen und Bürger machten mit.

Das am 16. April gegründete Bündnis aus rund 20 Elternvertretern aller 8 Kindertagesstätten in Damme hatte mit dieser Protestaktion viel Zuspruch erhalten. Mehr als 600 bunt gemalte Steine liegen mittlerweile vor den Türen des Dammer Rathauses. Auch kreisweit gab es diverse weitere Aktionen.

Dammes Bürgermeister Gerd Muhle stellte sich hinter das Ansinnen der Aktion, verurteilte aber Links auf der Internetseite zu Homepages von Coronaleugnern und Querdenkern kategorisch.

Die Stadtverwaltung höre auch von den Leitungen der Kindertagesstätten, dass es wegen der weitreichenden Schließungen der Kindertagesstätten "brodele". Er habe Verständnis dafür, dass Eltern sauer seien, weil ihr Nachwuchs die Einrichtungen zum Teil schon seit Monaten nicht mehr besucht hat.

Bürgermeister haben Wechselmodelle vorgeschlagen

Die Bürgermeister im Landkreis Vechta hätten dem Land auch für die Kindertagesstätten Wechselmodelle analog zu denen in den Schulen vorgeschlagen. Aber im Moment seien die Inzidenzzahlen im Landkreis so hoch, dass es die wichtigste Aufgabe sei, den Wert zu senken. Erst dann, betont Muhle, könne an eine Öffnung der Einrichtungen gedacht werden.

Zu heftiger Kritik an der Internetseite des Bündnisses führten Links unter dem Reiter "Andere Stimmen" auf einzelne Seiten der Corona-Leugner-Szene nahestehender Nachrichtenportale und Internetseiten.

Beispielweise wurde auf Beiträge verwiesen, deren Autoren sich offen zu Querdenker-Demonstrationen bekennen. Verantwortlich für die Erstellung der Internetseite der Elterninitiative ist Dr. Christoph Schmutte. Konfrontiert mit den Vorwürfen nahm er die Links von der Seite. Zudem distanzierte er sich im Gespräch von Coronaleugnern und Querdenkern.

"Ich empfinde Personen, welche die Gefahr des Corona-Viruses herunterspielen, als dumm."Dr. Christoph Schmutte

Als Molekularbiologe und Apotheker wisse er um die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht. "Ich empfinde Personen, welche die Gefahr des Corona-Viruses herunterspielen, als dumm", stellte Dr. Schmutte klar.

Angesprochen auf die problematischen Artikel, die auf von ihm verlinkten Internetseiten zu finden sind, entgegnete Dr. Schmutte, dass er etwa keinesfalls Impfungen schlecht reden möchte. Im Gegenteil, für ihn sei dies "die beste Lösung heraus aus der Pandemie".

Ihm sei es in erster Linie darum gegangen, möglichst "viele Stimmen aufzufangen" und "einen gemeinsamen Konsens zu finden". Von extremen Positionen distanziere er sich jedoch klar. Er wusste laut eigener Aussage nicht, welchem Lager einzelne Inhalte zuzuordnen sind.

Gruppe will sich weiter für ihr Anliegen einsetzen

Auch der Elternbeiratsvorsitzende des St.-Viktor-Kindergartens, André Woelk, distanzierte sich klar von Corona-Verharmlosern und Querdenkern. Mit den Vorwürfen hinsichtlich einzelner Links konfrontiert, reagierte er überrascht und geschockt über solch assoziierte Querverbindungen. "Davon distanzieren wir uns in jeglicher Form."

Die Verlinkungen auf der Internetseite seien ohne sein Wissen und das der Gruppe erfolgt. Die Gruppe habe sich im Vorfeld klar dazu ausgesprochen, solche Positionen unter keinerlei Umständen zu vertreten und zu dulden. Er wisse nicht, was sich Dr. Schmutte dabei gedacht habe, dennoch schätze er ihn als sehr engagiertes Mitglied des Bündnisses.

André Woelk kündigte an, dass die Gruppe sich weiter für die Rechte der Kinder einsetzen möchte. Die Website sei von einer einzelnen Person erstellt worden. Er fände es sehr bedauernswert, wenn dadurch die gesamte Gruppe einen Schaden nehmen würde.

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