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Ärger bei Außenbereichsbewohnern in Fladderlohausen: Vodafone verzögert Anschlüsse an das Glasfasernetz

Als im Oktober 2021 die Verteiltechnik in der Nähe des Dorfes in Betrieb ging, wurde schnelle Anschaltung versprochen. Doch einige Kunden warten nun über zwei Monate auf das schnelle Internet.

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Das Versprechen der Breitbandinitiative Landkreis Vechta verursacht bei einigen Bewohnern der Außenbereiche von Fladderlohausen mittlerweile Bauchgrimmen. Sie warten seit zwei Monaten auf die Anschaltung ihrer Glasfaseranschlüsse.   Foto: Kühn

Das Versprechen der Breitbandinitiative Landkreis Vechta verursacht bei einigen Bewohnern der Außenbereiche von Fladderlohausen mittlerweile Bauchgrimmen. Sie warten seit zwei Monaten auf die Anschaltung ihrer Glasfaseranschlüsse.   Foto: Kühn

War es dann doch eine Showveranstaltung? Diesen Eindruck haben jedenfalls Bewohner der Außenbereiche von Fladderlohausen, haben sie doch immer noch keinen Zugang zum Glasfasernetz im Kreis Vechta. Zwar sind die Leitungen bis an die Häuser gelegt, angeschlossen ist aber noch nichts, beschwert sich ein Einwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Ende Oktober des vergangenen Jahres wurde im Rahmen des Aufbaus des kreiseigenen Glasfasernetzes mit "großem Bahnhof" vom damaligen Landrat Herbert Winkel der erste sogenannte "PoP" (Point of Presence) in der Nähe von Fladderlohausen eröffnet. Stefan Andrien, Vertriebsleiter bei Vodafone, versprach seinerzeit, dass nun, mit der Inbetriebnahme dieses Hauptverteilers, in dessen Umgebung "die Anschlüsse nach und nach kommen" werden.

Technische Möglichkeit der Freischaltung der Glasfaseranschlüsse ist mit dem "PoP" in Holdorf gegeben

Im Nachhinein habe Andrien "Fake News" verbreitet, urteilt der Lorser Einwohner böse. Die Möglichkeit zur unmittelbaren Freischaltung der Leitungen sei mit dem PoP seit über zwei Monaten gegeben, doch immer noch würden die Einwohner im Außenbereich auf ihr schnelles Internet warten. Von 80 Anschlüssen im Außenbereich von Fladderlohausen seien nach seinen Recherchen 15 tatsächlich online – der Rest der Haushalte warte, der Ärger steigere sich täglich.

Einige Nachbarn hätten den Vertrag mit ihrem alten Kommunikationsdienstleister gekündigt und säßen nun schon seit einiger Zeit auf "toten Internet- und Telefonleitungen". Gebe es nicht noch die Möglichkeit, über das Handy zu surfen oder zu telefonieren, wären einige Bewohner in Außenbereichen des Dorfes "komplett von der Welt abgeschnitten."

Mehrfach hat sich der Einwohner bei Vodafone und bei der kreiseigenen Gesellschaft "Breitbandinitiative Landkreis Vechta" beschwert, doch ohne Erfolg, die Auskünfte seien immer "mager" gewesen.

Vodafone schließt offensichtlich nur ganze Straßenzüge, nicht einzelne Haushalte an

Auf Anfrage der Redaktion bei der Breitbandinitiative heißt es, dass "die beteiligten Tiefbauunternehmen sowie der Landkreis Vechta alles dafür getan haben, dass die geforderten baulichen und organisatorischen. Voraussetzungen für eine schnelle Anschaltung von Haushalten vorliegen". Man suche den Dialog mit Vodafone, um "eine zufriedenstellende Lösung für die betroffenen Kunden zu finden".

Nach Erkenntnissen der Breitbandinitiative, so schreibt sie an einen Lorser, wird das Glasfasernetz bei Vodafone wohl nicht "Haus für Haus abgearbeitet", sondern je Kabelverzweigerbereich. An einem solchen "hängen" in der Regel mehrere Straßenzüge. "Kunden und Adressen, die vom Bauunternehmen nicht erreicht werden können, können die Freischaltung eines ganzen Kabelverzweigerbereichs verzögern."

War die Eröffnung des kreisweit ersten PoP in Holdorf eine Showveranstaltung? Stefan Andrien (links, Vodafone) versprach seinerzeit eine zügige Anschaltung der Glasfaseranschlüsse in der Umgebung. Archivfoto: KühnWar die Eröffnung des kreisweit ersten "PoP" in Holdorf eine Showveranstaltung? Stefan Andrien (links, Vodafone) versprach seinerzeit eine zügige Anschaltung der Glasfaseranschlüsse in der Umgebung. Archivfoto: Kühn

Vodafone-Sprecher Torsten Höpken mag keine Verzögerungen in eigener Veranstwortung erkennen. "Das Glasfaser-Ausbauprojekt im Landkreis Vechta befindet sich im Zeitplan", erklärt er auf Anfrage. Man habe bereits am 25. Oktober 2021 den ersten technischen Standort in Holdorf – gemeint ist der PoP in Fladderlohausen – "in Betrieb genommen. Die Straßenzüge im Bereich Fladder und Gehrder Weg wurden bis Anfang Dezember ausgebaut und vom Landkreis an uns zum weiteren Betrieb übergeben." Erste Tests seien erfolgreich gewesen, sodass man die Kundenanschlüsse bald aktivieren könne. Diese würden derzeit ein Schreiben erhalten, um Anschalttermine abzustimmen.

Vodafone-Sprecher sieht keine Verzögerungen

Höpken lässt sich zu den langen Verzögerungen in Fladderlohausen nicht konkret ein, erklärt aber, dass die Breitbandinitiative "die Bauarbeiten in einigen Netzabschnitten – darunter Fladderlohausen – noch nicht final abgeschlossen" habe. "Wir erwarten aber zeitnah eine Übergabe dieser Abschnitte, sodass wir auch hier mit den restlichen Kunden-Anschaltungen beginnen können", erklärt der Sprecher.

Der "Dialog" der Breitbandinitiative hat zumindest im Fall Fladderlohausen also zu Bewegung geführt. Vodafone habe sich nun "etwas flexibler hinsichtlich der Vollständigkeit von Kabelverzweigerbereichen gezeigt", und arbeite nun auch noch nicht vollständige Bereiche ab. Ob dieses Vorgehen nun dauerhaftes Modell für die folgenden Anschlussbereiche im Kreis wird, bleibt allerdings offen.

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