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Archäologische Funde verzögern Bauprojekt in der Lohner Innenstadt

Bei Erdarbeiten wurde unter anderem ein alter Brunnen entdeckt. Das Fachbüro "Denkmal3D" aus Vechta dokumentiert und sichert die historischen Zeugnisse.

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Der Archäologe Falk Näth ("Denkmal3D") dokumentiert und sichert die Funde in der Baugrube auf dem Grundstück ehemals Pundt/Schlarmann in der Lohner Innenstadt. Foto: Tombrägel

Der Archäologe Falk Näth ("Denkmal3D") dokumentiert und sichert die Funde in der Baugrube auf dem Grundstück ehemals Pundt/Schlarmann in der Lohner Innenstadt. Foto: Tombrägel

Bei Erdarbeiten für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Grundstück ehemals Pundt/Schlarmann in der Innenstadt von Lohne haben Mitarbeiter der Firma Gabau am östlichen Rand des Areals einen historischen Brunnen entdeckt.

Die Stadt Lohne als Eigentümerin des hinteren Grundstückteils und der Schulstraße sowie die Firma Nyhuis aus Damme als Eigentümerin der vorderen Fläche haben – in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Vechta – das Fachbüro "Denkmal3D" aus Vechta damit beauftragt, die archäologischen Funde zu sichern und zu dokumentieren. Dies teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit.

"Es ist wichtig, diese Hinweise auf die Historie unserer Stadt für die Nachwelt festzuhalten."Christian Tombrägel, Sprecher der Stadt Lohne

Christian Tombrägel sagt: "Es ist wichtig, diese Hinweise auf die Historie unserer Stadt für die Nachwelt festzuhalten." Die Stadt und die Firma Nyhuis hofften nach Angaben des Stadtsprechers darauf, dass die Arbeiten Ende September beziehungsweise Anfang Oktober abgeschlossen seien, "um eine größere Verzögerung des Bauvorhabens zu vermeiden".

Blick aus dem Turm der Kirche St. Gertrud: Am östlichen Rand des Grundstücks ehemals PundtSchlarmann haben Arbeiter einen historischen Brunnen sowie weitere archäologische Funde entdeckt. Foto: PundtBlick aus dem Turm der Kirche St. Gertrud: Am östlichen Rand des Grundstücks ehemals Pundt/Schlarmann haben Arbeiter einen historischen Brunnen sowie weitere archäologische Funde entdeckt. Foto: Pundt

Keramik stammt aus der Gründungszeit Lohnes

Aus dem Vechtaer Kreishaus heißt es, über das Alter des Bauwerks lasse sich zurzeit noch nichts sagen. Bei näherer Betrachtung des Baufeldes seien in circa 1,50 Meter Tiefe "mehrere Bodenverfärbungen sowie Teile einer Keramik" entdeckt worden. Höchstwahrscheinlich handle es sich dabei um Reste eines Gebäudes. "Die Keramik wird in das 10. Jahrhundert datiert und liegt im Zeithorizont der ersten schriftlichen Erwähnung Lohnes." Darüber hinaus seien Hinweise auf zwei weitere Brunnen unklarer Zeitstellung entdeckt worden. 

Die Untere Denkmalschutzbehörde teilt weiter mit, dass nun kurzfristig der Rand des östlichen Baufeldes archäologisch untersucht werde. Anschließend könne dort planmäßig die Wasserhaltung für das Bauvorhaben installiert werden. "Durch schnelles und kooperatives Handeln aller am Verfahren Beteiligten ist es möglich, schon in dieser Woche in der Fläche mit der notwendigen archäologische Grabung zu beginnen." Dies werde durch die Einbindung der Fachfirma sichergestellt.

Dauer der Verzögerungen ist bisher unklar

Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Vechta bestätigt, dass es zu Verzögerungen im Ablauf des Bauvorhabens kommt. "Über den Zeitrahmen können derzeit noch keine konkreteren Angaben gemacht werden", heißt es aus dem Kreishaus. Allen Beteiligten sei daran gelegen, die Verzögerungen so kurz wie möglich zu halten.

Auf einem rund 2.200 Quadratmeter großem Teil des Grundstücks ehemals Pundt/Schlarmann baut das Dammer Familienunternehmen Nyhuis seit Mitte Juli ein dreistöckiges Gebäude mit Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen. Im rückwärtigen Bereich des Geländes beabsichtigt die Stadt Lohne den Neubau eines Parkdecks mit Zufahrt von der Vogtstraße.

Beide Bauprojekte sollen etwa zu Beginn des vierten Quartals 2021 abgeschlossen sein. Ob nach den Entdeckungen im Erdreich dieser Termin noch zu halten ist, hängt von der Dauer der Sicherung und Dokumentation der archäologischen Funde ab.

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