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Archäologe geht im neuen Böseler Baugebiet auf die Suche

Da es auf den benachbarten Flächen bereits Funde gab, wird nun auch der Acker "Südlich Neuland"  professionell in den Blick genommen. 21 Suchgräben sind dafür angelegt worden.

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In einem der Suchgräben: Archäologe Andreas Thümmel ist zurzeit im neuen Baugebiet "Südlich Neuland" beschäftigt. Foto: Wimberg

In einem der Suchgräben: Archäologe Andreas Thümmel ist zurzeit im neuen Baugebiet "Südlich Neuland" beschäftigt. Foto: Wimberg

Ein komplettes Urnengrab, wie vor einigen Wochen in Bremen, erwartet Andreas Thümmel in Bösel nicht. Doch eine sogenannte Pfostengrube hat der Archäologe aus Vechta bereits gefunden und freigelegt. Dazu Reste von Holzkohle und Eschgräben, in denen der Experte eine mittelalterliche, landwirtschaftliche Bodenbearbeitung erkennt. Inwieweit welche Relikte von wissenschaftlicher Relevanz sind und weiterverfolgt werden, wird Thümmel mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen.

Sollten sich die Experten einig sein, lassen sie beispielsweise den Bereich rund um die Pfostengrube weiter freilegen, um möglicherweise auf den Umriss eines Gebäudes zu stoßen, das hier früher einmal gestanden hat.

Thümmel und seine Kollegen vom Unternehmen Denkmal3D wurden von der Gemeinde beauftragt, im neuen Baugebiet "Südlich Neuland" eine Prospektion vorzunehmen, bevor dort Wohnraum entsteht. Diese systematisch angelegte Form der Bodenuntersuchung ist nicht zuletzt deshalb erforderlich, da es 2014 und 2016 bereits Funde in den benachbarten Gebieten "Bösel Nord I" und "Bösel Nord II" gegeben hat. Neben Teilen von Grabanlagen wurde damals auch Feinkeramik geborgen.

Pfostengrube: Aufgrund der Bodenbeschaffenheit könnte hier ein Holzhaus gestanden haben. Foto: WimbergPfostengrube: Aufgrund der Bodenbeschaffenheit könnte hier ein Holzhaus gestanden haben. Foto: Wimberg

Auf dem rund 4 Hektar großen Acker an der Straße Neuland sind seit dem 29. November 21 Suchgräben von 2 Metern Breite gezogen worden, die in den professionellen Blick genommen und auf Spuren der Vergangenheit überprüft werden.

Per Messgerät erstellt Thümmel einen Lageplan. Der Archäologe weist auf eine unterschiedliche Beschaffenheit des Areals hin. "Hier wurde schon modern mit einem Tiefpflug gearbeitet", kommentiert er im östlichen Bereich und findet prompt einen Weidezaun-Isolatoren aus Porzellan, der unter anderem seine These unterstützt. Weitaus ältere Gefäßkeramik, Scherben oder verziegelter Lehm verbergen sich nicht im Boden, "und ich gehe auch nicht mehr davon aus, dass wir sie noch entdecken", so der Wissenschaftler.

Im westlichen Bereich hin zur Fladderburger Straße sieht es dagegen mit den Überresten aus dem Mittelalter anders aus, und deshalb sind die Gräben auf dieser Seite auch doppelt so tief.

Handarbeit: Mit der Kelle legt der Archäologe aus Vechta die in Frage kommenden Bereiche frei. Foto: WimbergHandarbeit: Mit der Kelle legt der Archäologe aus Vechta die in Frage kommenden Bereiche frei. Foto: Wimberg

"Wir hoffen, es wird nichts gefunden", erklärte Bürgermeister Hermann Block schmunzelnd, als er am Montag mit dem Altenoyther Caritas Verein zum ersten Spatenstich auf die gegenüberliegende Straßenseite einlud, wo die "Kita für alle" entsteht. Denn der hohe Bedarf an Kitaplätzen resultiert aus der hohen Nachfrage an Wohnraum, welcher in der Gemeinde zurzeit rar ist. Somit legen Politik und Verwaltung Wert auf eine zügige Erschließung des neuen Baugebietes, auf dem rund 20 Grundstücke entstehen sollen.

Wie berichtet, werden die Plätze nach sozialen Kriterien in Form eines Punktesystems vergeben. An der Straße Neuland ist darüber hinaus ein Geh- und Radweg geplant.

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