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App soll Testungen beschleunigen

Testzentren wachsen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Der stark gewachsene Bedarf lässt sich ohne digitale Hilfsmittel kaum bewältigen. Doch die gibt es inzwischen.

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Ab Montag geöffnet (von links): Tasmin Mutlu, Michael Kramer und Daniel Meyer bereiten die neue Teststation im Bürgerhaus vor. Foto: Meyer

Ab Montag geöffnet (von links): Tasmin Mutlu, Michael Kramer und Daniel Meyer bereiten die neue Teststation im Bürgerhaus vor. Foto: Meyer

"Schauen Sie mal", sagt Tasmin Mutlu und wischt eifrig über sein Handy.  Die neue Coronatest-App "ePassGo" soll das Testen schnell und unkompliziert machen. Mutlu ist von ihr begeistert. Und setzt sie  jetzt in seinen eigenen Testzentren ein. 

Fünf von ihnen haben der Cloppenburger und sein Cousin Erhan Mutlu im Landkreis eingerichtet. Mehr als 20 Mitarbeiter nehmen  inzwischen einen Nasenabstrich nach dem anderen vor. Er stelle jeden Tag neue Leute ein, sagt Mutlu. Das Geschäft läuft gut, könnte man sagen. Doch Mutlu betont, dass es ihm nicht ums Geld gehe. "Wir wollen helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen".

In Lastrup richteten sich die Profi-Tester am Wochenende im Bürgerhaus ein. Durch ein Fenster des Standesamtes wird  Daniel Meyer den Lastrupern mit dem Wattestäbchen zu Leibe rücken. Der Löninger hat dafür eine Schulung mitgemacht. Ab Montag geht es los. Die Gemeinde stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Bürgermeister Michael Kramer ist froh über die neue Testmöglichkeit im Ort. Sie soll vor allem die Apotheke am Markt entlasten, die die riesige Nachfrage zuletzt kaum noch bedienen konnte. Kramer sicherte den Betreibern zusätzlich die Unterstützung durch Mitarbeiter des Rathauses und Freiwillige der Feuerwehr zu. Sie sollen Smartphone-Unkundigen  beim Installieren der Test-App helfen.

Neue App: ePassGo soll das Testen erleichtern. Foto: MeyerNeue App: "ePassGo" soll das Testen erleichtern. Foto: Meyer

Die ist das Kernstück des neuen Angebotes. Im Landkreis wird sie bislang noch nicht oft verwendet, sie könnte sich aber bald als Standard durchsetzen. Das Prinzip ist einfach. Über einen QR-Code erhält die Teststation die Daten des Nutzers. Der kann den Befund nur wenige Minuten nach dem Abstrich auf seinem Handy ablesen. Von da an läuft die Uhr. "Sie zeigt die Zeit an, die bis zum Ablauf der 24-stündigen Gültigkeit übrig bleibt", erklärt Tasmin Mutlu. Die App wurde in Deutschland entwickelt und verbreitet sich mittlerweile bundesweit. Sie lässt sich mit der Corona-Warn-App verbinden. Falls ein Test positiv ausfällt, werden die Daten automatisch an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Das spare Zeit und erhöhe die Sicherheit für alle, erklärt Mutlu. Wer kein Smartphone besitzt, kann sein Ergebnis vor Ort aber auch schriftlich bekommen.  

Mit der Organisation größerer Teststationen haben die Mutlus mittlerweile Erfahrung. Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 richteten sie erste Anlaufpunkte ein und schickten außerdem mobile Teams durch den Landkreis. "Wir arbeiten kreisbezogen und wollen jedem schnell und einfach ein Angebot machen", erklärt Tasmin Mutlu. Dass die seit dem Wochenende geltende Befreiung "Geboosterter" von der Testpflicht die Nachfrage senken könnte, glaubt er erstmal nicht.  "Die meisten Menschen haben ja noch keine Auffrischung erhalten oder sind sogar gar nicht geimpft." Die Arbeit dürfte den Testern also nicht so schnell ausgehen, ist der Geschäftsmann überzeugt.


Testzentren befinden sich an folgenden Standorten:

  • Cloppenburg: Mühlenstraße 5, montags bis donnerstags 7 bis 18 Uhr sowie freitags und samstags 7 bis 23 Uhr.
  • Cloppenburg: Langestraße 59, montags bis samstags 9 bis 18 Uhr.
  • Ecopark Drantum: Ecopark-Allee 5, montags bis freitags 7 bis 17 Uhr, samstags 8 bis 14 Uhr.
  • Emstek: Clemens-August-Straße 6, montags bis freitags 7 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 18 Uhr.
  • Lastrup: Bürgerhaus, Vlämische Straße 38. montags bis freitags 7 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 17 Uhr.
  • Infos zur Test-App gibt es unter www.passgo.de.

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