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Anwälte im Windkraft-Prozess fordern niedrigere Haftstrafen

Am kommenden Dienstag sollen die Plädoyers für die restlichen Angeklagten gehalten werden. Mit dem Urteil ist voraussichtlich am 12. Mai zu rechnen.

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Mit Einstecktuch: Der angeklagte Windkraft-Betrüger Hendrik Holt im Gerichtssaal des Osnabrücker Landgerichts. Foto: M. Niehues

Mit Einstecktuch: Der angeklagte Windkraft-Betrüger Hendrik Holt im Gerichtssaal des Osnabrücker Landgerichts. Foto: M. Niehues

Im Prozess um betrügerische Windkraftgeschäfte am Landgericht Osnabrück haben die Verteidiger der beiden Hauptangeklagten für relativ niedrige Freiheitsstrafen plädiert. Die Anwälte wiesen nach Angaben eines Gerichtssprechers in der Verhandlung am Donnerstag auf erschwerte Untersuchungshaftbedingungen ihrer Mandanten hin. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag 8 Jahre und fünf Monate für einen früheren Windkraftunternehmer gefordert und 8 Jahre Freiheitsstrafe für seinen Geschäftspartner. Die Anwälte beantragten, beim Strafmaß nicht über 7 Jahre zu gehen.

Verantworten müssen sich außerdem der Bruder, die Schwester und die Mutter des Ex-Unternehmers. Die Anklage wirft allen banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor. Sie sollen mit gefälschten Unterlagen Energiekonzernen nicht existierende Windkraftprojekte verkauft haben. Der Schaden beträgt laut Staatsanwaltschaft rund 10 Millionen Euro.

Da der Geschäftspartner des Ex-Unternehmers zuvor im Libanon in Untersuchungshaft war und dort die Haftbedingungen schwieriger seien als in Deutschland, sei dieser Umstand auf die zu erwartende Haftstraße anzurechnen. Auch der frühere Unternehmer habe lange Zeit die Untersuchungshaft in Einzelhaft verbringen müssen, was ebenfalls eine Erschwernis gewesen sei, lauteten die Argumente der Verteidiger. Die Anwälte wiesen auch darauf hin, dass die Kunden bei einer kritischeren Prüfung der Geschäfte den Schwindel leicht hätten erkennen können. Außerdem sei der Schaden für die geprellten Energiekonzerne nicht besonders hoch gewesen.

Am kommenden Dienstag sollen die Plädoyers für die restlichen Angeklagten gehalten werden. Mit dem Urteil ist voraussichtlich am 12. Mai zu rechnen.

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