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#Antivirenschutz

Kolumne: Irgendwas mit # – Zu einem Umzug gehören bestimmte Traditionen. Eine davon ist das lange Warten auf den Internetzugang.

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Es ist schon fast erschreckend: Ohne Internet bin ich von der Außenwelt abgeschnitten. Ich erlebe gerade eine Art digitalen Lockdown. Mit dem Umzug geht – hierzulande quasi traditionell – die vorübergehende Zeit der Internetlosigkeit in den neuen 4 Wänden einher. Falls Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, gerade denken „Ha, was für eine Anfängerin. Ich hatte zu meinem letzten Umzug pünktlich meinen Internetzugang“, dann kann ich nur sagen: Lehren Sie es mich, weihen Sie mich in Ihre Geheimnisse ein. Das meine ich ernst.

Ich hielt mich schon für besonders vorausschauend, als ich vor mehr als 2 Monaten beim hiesigen Versorger anklopfte und meinen Umzug ankündigte. Der freundliche Mitarbeiter versicherte mir, dass der pünktliche Internetzugang kein Problem darstellen sollte – aufgrund meiner frühzeitigen Vorsorge und der Tatsache, dass meine Vormieter bereits Kunden bei dem Anbieter waren. Wie naiv ich doch war. Wo keine Probleme sind, werden offenbar welche geschaffen. Nachvollziehbar vermitteln lässt sich das aber nicht. Das musste sogar der freundliche Mitarbeiter zugeben.

Ich will Sie gar nicht mit den Ausreden behelligen, die das zuständige Unternehmen für diesen unnötigen Ärger bereithält – sie ändern ja nichts an meinem Offline-Zustand. Schon vor 11 Jahren, als ich das erste Mal für das Studium umgezogen war, hatte ich mehr oder weniger 1 zu 1 den gleichen Ärger mit dem Internetzugang in der neuen Wohnung, wie ihn jetzt erlebe. Ein Jahrzehnt später und die Digitalisierung hat, so nehme ich es wahr, einen unveränderten Stellenwert.

"Schön, dass der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet jetzt ein 'Modernisierungsjahrzehnt' verspricht."Carina Meyer, Reporterin

Etwa vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle bereits beschrieben, wie krass uns die Pandemie vor Augen geführt hat, wie wichtig eine stabile Internetverbindung für die Menschen ist – Stichwort Homeschooling beziehungsweise Homeoffice. Und wie sehr in den vergangenen Jahren verschlafen wurde, die nötige Infrastruktur dafür zu schaffen.

Geradezu zynisch, aber irgendwie auch bezeichnend, wirkte es deshalb auf mich, als der CDU-Politiker Thomas de Maizière kürzlich in einer Talk-Runde zugab, dass die Partei die Hälfte ihrer Mitglieder nicht einmal per E-Mail erreichen kann. Erinnern Sie sich noch an dieses Zitat von Angela Merkel? „Das Internet ist für uns alle Neuland.“ Das sagte sie übrigens im Jahr 2013. Absolut zu Recht erntete sie damals von der Community im „Neuland“ Spott. Schließlich waren zu diesem Zeitpunkt fast 80 Prozent der Über-14-Jährigen in Deutschland online und Merkel seit 8 Jahren Kanzlerin.

Schön, dass der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet jetzt ein „Modernisierungsjahrzehnt“ verspricht, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Besser spät als nie, denkt sich wahrscheinlich die Hälfte der Mitglieder, die per Mail zu erreichen ist.


Zur Person:

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