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Annegret Kettelmann koordiniert die Erste-Hilfe-Ausbildung

Sie ist die erste hauptamtliche Kraft bei den Lohner Maltesern. Die Maßnahme sei eine "Investition in die Zukunft", sagt der Malteser-Ortbeauftragte.

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Annegret Kettelmann ist die neue Leiterin Ausbildung bei den Maltesern in Lohne. Fotos: Heinzel

Annegret Kettelmann ist die neue Leiterin Ausbildung bei den Maltesern in Lohne. Fotos: Heinzel

Sie ist ab dem 1. Dezember die neue Leiterin der Ausbildung bei den Maltesern in Lohne: Annegret Kettelmann. Die 55-Jährige kümmert sich um die Organisation und Koordination im Bereich Erste Hilfe. Zu ihren Aufgaben gehört es, das Material, die Ausbilder und die Räumlichkeiten für das Erste-Hilfe-Angebot zu organisieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Aufgabe ist die Dokumentation und die Ausstellung von Bescheinigungen. Darüber hinaus fungiert sie als Ansprechpartnerin für ihre ehrenamtlichen Ausbilder und kümmert sich um deren Schulungen und Anleitung. Ziel ist ein reibungsloses Kursangebot. Kettelmann ist durch ihr Amt Mitglied im Vorstand der Malteser und verfügt dort über ein Stimmrecht. "Ich kann so gut auf Bedarfe hinweisen", konstatiert sie.

„Wir bilden Lebensretter und Ersthelfer aus.“Annegret Kettelmann, Leiterin Ausbildung Malteser Lohne

"Wir bilden Lebensretter und Ersthelfer aus", sagt die gebürtige Lohnerin. Als Lebensretter beherrscht man die Herz-Druck-Massage, die stabile Seitenlage und das Anlegen eines Druckverbandes. Ersthelfer kümmern sich neben der Wundversorgung auch um die psychologische und seelische Erstbetreuung.

"Erste Hilfe gehört zu den Maltesern. Es ist ganz wichtig, die Bevölkerung darin auszubilden", so Martin Rolfes, der Ortsbeauftragte der Malteser in Lohne. "Die Nachfrage ist sehr stark", stellt er fest. Annegret Kellermann erläutert, dass die Firmen im Landkreis Vechta immer größer werden und dadurch auch der Bedarf an "Betriebshelfern", die in Erster Hilfe ausgebildet sind. Zudem gebe es durch Corona einen Ausbildungsstau. Aktuell sind zehn Ehrenamtliche als Ausbilder für Erste Hilfe aktiv. Sie geben unter anderem Kurse bei Privatpersonen, Unternehmen und an Schulen.

Wir bilden Lebensretter und Ersthelfer aus, sagt Annegret Kettelmann über die Bedeutung der Ersten Hilfe. "Wir bilden Lebensretter und Ersthelfer aus", sagt Annegret Kettelmann über die Bedeutung der Ersten Hilfe. 

Der Bereich der Ersten Hilfe sei ein sehr stark reguliertes Aufgabenfeld. "Wir schaffen es ehrenamtlich nicht mehr. Wir brauchten jemanden für die Organisation", berichtet Martin Rolfes. Die Konsequenz: Erstmals stellte der Verein eine hauptamtliche Kraft für Vereinsaufgaben ein. "Wir finden, sie ist genau die Richtige für die Sache", betont Rolfes. Die Stelle wird durch den Verein finanziert. "Es ist eine Investition in die Zukunft", sagt der Malteser-Ortsbeauftragte. Die Alternative wäre die Einstellung der ehrenamtlichen Erste-Hilfe-Ausbildung gewesen.

„Die aktuelle Ausbildung ist heute eine ganz andere als zu meinen Anfängen“Annegret Kettelmann, Leiterin Ausbildung Malteser Lohne

"Die aktuelle Ausbildung ist heute eine ganz andere als zu meinen Anfängen", erklärt Annegret Kettelmann. Heute würden die Ausbilder als Erstes die notwendigen Griffe in der Ersten Hilfe vorführen, während die Teilnehmer nur zuschauen. Dann werde es erneut vorgemacht und erklärt, was gerade getan werde. Danach würden die Teilnehmer den Ausbilder anleiten und durch die Übung führen. Erst im letzten Schritt legten die Teilnehmer selbst Hand an. Ein solcher Erste-Hilfe-Kurs dauere etwa einen Arbeitstag. Die Teilnehmerzahl sei in normalen Zeiten auf mindestens 8 und maximal 20 Personen beschränkt.

Damit sich die Arbeitslast bei der Durchführung solcher Kurse besser verteilt, hofft die gebürtige Lohnerin, weitere Ausbilder gewinnen zu können. Interessierte werden darin geschult, eine solche Ausbildung durchzuführen. Das beinhaltet Methodik, Didaktik, Gesprächsführung, die Praxis der Ersten Hilfe und den Erwerb weiterer medizinischer Grundkenntnisse. Letzteres dient vor allem dazu, nicht nur erklären zu können, wie etwas umgesetzt wird, sondern vor allem warum. "Es ist ein mehrmonatiger Prozess der Ausbildung, in den mehrere Wochenenden investiert werden", sagt Martin Rolfes.

Annegret Kettelmann möchte mit ihrer Begeisterung andere anstecken und motivieren, sich ebenfalls bei den Maltesern zu engagieren. Die Lohnerin trat mit 16 Jahren der Jugendgruppe des Hilfsdienstes bei und ist diesem seitdem treu geblieben. "Wir hatten einen super Clubraum und der Zusammenhalt war fantastisch", schwärmt die 55-Jährige noch heute von der Anfangszeit. Die technische Zeichnerin wurde gleich mit eingebunden und half beispielsweise bei "Essen auf Rädern". Annegret Kettelmann bildete sich stets weiter und wurde so Sanitäterin, Schwesternhelferin, Rettungshelferin und nun Rettungssanitäterin.

Nun schlägt sie ein neues Kapitel in ihrem Leben auf und erfährt dafür eigentlich nur Unterstützung. Ihr Mann findet, es sei eine super Sache. Ihr alter Chef meinte "das ist voll dein Ding", sagt Kettelmann. Genau wie ihr Freundeskreis, der sich sicher ist: "Das passt zu dir". Ihre ältere Schwester sagte schlicht: "Hut ab, dass du etwas Neues machst.“

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