Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Anne-Frank-Schüler untersuchen den Wald mit dem Klimakoffer

Die Oberschule in Molbergen ist erneut als Umweltschule ausgezeichnet worden. Das hat auch gute Gründe.

Artikel teilen:
Mit den Messgeräten des Klimakoffers unterwegs: Schüler der Anne-Frank-Schule untersuchen verschiedene Faktoren ihres Schulwaldes. Foto: Anne-Frank-Schule

Mit den Messgeräten des Klimakoffers unterwegs: Schüler der Anne-Frank-Schule untersuchen verschiedene Faktoren ihres Schulwaldes. Foto: Anne-Frank-Schule

In einem großen Koffer verbirgt sich alles das, was moderne Wissenschaftler für die Ermittlung des Klimas brauchen. Mit einer solchen mobilen Waldklima-Station untersuchten nun 60 Schüler der 9. Klassen den Schulwald der Anne-Frank-Schule (AFS) in Augustendorf. Dabei soll die Anwendung des Klimakoffers in der Natur erfolgen, um so bestimmte biologische, chemische und physikalische Aspekte des Waldes zu verdeutlichen.

„Mit dieser mobilen Klima-Station könnt ihr alle relevanten Klimafaktoren wie Temperatur, Niederschlag und Wind messen. Aber ihr könnt auch den ph-Wert des Bodens bestimmen und messen, wie viel Licht die Pflanzen im Wald in den verschiedenen Schichten bekommen, die Lux-Werte, oder welche Temperatur die verschiedenen Bodenschichten haben“, erläuterten Svenja Münzenrieder und Riccarda Selegrad, Projektmitarbeiterinnen Schulwälder gegen Klimawandel der Stiftung Zukunft Wald (Landesforsten-Stiftung).

Beim Schulwald-Projekt der Stiftung Zukunft Wald übernehmen die Schulen für 30 Jahre die Verantwortung für ihren Wald. Während dieser Zeit dürfen sie ihn als grünes Klassenzimmer nutzen, eigene Aktionen durchführen und frei gestalten. In der Regel ist der Schulwald fest in den Lehrplan oder in Umwelt-Arbeitsgemeinschaften integriert. Die jungen Menschen lernen spielerisch, sich in der Natur zu bewegen und auch später als Erwachsene auf sie zu achten. Mit den Aufforstungen sollen die Schüler aktiv zu der CO₂-Reduzierung beitragen und gleichzeitig die biologische Artenvielfalt fördern. Sie leisten damit einen scheinbar kleinen, dennoch sehr wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Außerdem werden Schüler aller Altersklassen zur Eigeninitiative motiviert.

Das Schulwald-Projekt verzeichnet erneut einen Erfolg: Simone Hallmann (von rechts) überreicht die Auszeichnung an Rektorin Petra Hensen und Fachlehrer Markus Schulte.Das Schulwald-Projekt verzeichnet erneut einen Erfolg: Simone Hallmann (von rechts) überreicht die Auszeichnung an Rektorin Petra Hensen und Fachlehrer Markus Schulte.

Der Schulwald speichert jährlich 7 Tonnen CO₂

Seit 2011 betreut die Anne-Frank-Schule einen Schulwald in Augustendorf in der Nähe des Wasserwerkes. Zur Pflege und Unterhaltung ist eigens eine Arbeitsgemeinschaft „Schulwald“ eingerichtet, die sich wöchentlich trifft und zurzeit durch Markus Schulte betreut wird. Im Schulwald der AFS werden jedes Jahr 7 Tonnen CO₂ gespeichert, wie die Stiftung Zukunft Wald errechnet hat. 34 Laub- und Straucharten sind dort gepflanzt worden. Jede Pflanzenart erhielt eine Infotafel mit erläuterndem Text. Ein Lehrpfad, der die Infotafeln verbindet, führt am Ende zu einer größeren Lichtung. Dort ist eine überdachte Sitzbankgruppe entstanden – einzigartig in Niedersachsen.

Nun war der gesamte Jahrgang nach Augustendorf eingeladen. 60 Schüler und Schülerinnen führten unter Anleitung der Referentinnen Svenja Münzenrieder und Riccarda Selegrad unterschiedliche Messungen zum Wetter (Wind, Luft- und Bodentemperatur), zum ph-Wert des Bodens und zur Leitfähigkeit durch. Im Theoretischen Teil erfuhren die Schüler Grundlegendes zu den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, die Laub- beziehungsweise Nadelbäume benötigen. Insgesamt erwies sich der Schulwald in einem gesunden, guten Zustand, wie die Ergebnisse der vielen Messungen zeigten. „Wir können uns für die nächsten 2 Jahre erneut „Umweltschule in Europa – Internationale Umweltschule“ nennen“, freute sich Schulleiterin Petra Hensen, als sie zusammen mit Projektleiter Markus Schulte von der Ehrungsveranstaltung in Oldenburg zurückkehrte. Denn erneut erhielt die AFS Molbergen diese begehrte Auszeichnung, die von der Regionalkoordinatorin für Umweltschulen in Europa, Simone Hallmann, überreicht worden war. 2 Jahre hatten Schüler und Lehrer in vielen Projekten, im Fächer übergreifenden Unterricht und mit diversen Aktionen für diese Auszeichnung gearbeitet. Bereits seit 2014 ist die AFS als „Umweltschule in Europa“ regelmäßig ausgezeichnet worden.

Ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung gehören zusammen. Daher soll die Umweltschule in Europa systematisch ermöglichen, die gesamte Schule im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Weltweit nehmen daran mehr als 20.000 Schulen teil. Der Schulwald ist ein Teil der Projekte, die zur Auszeichnung beigetragen haben.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Anne-Frank-Schüler untersuchen den Wald mit dem Klimakoffer - OM online