Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

An einem Strang ziehen

Kolumne: Die Generation Z zeigt's Ihnen – Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft ist. Wir sollten mehr auf Menschen zugehen statt das Fremde direkt abzublocken und Vorurteile abbauen.

Artikel teilen:

Wenn ich eines in der Pandemie-Zeit gelernt habe, dann, wie wichtig es ist, Gemeinschaft zu erleben. Hier im Oldenburger Münsterland habe ich immer wieder erfahren dürfen, wie schön und bereichernd es sein kann, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Egal ob bei der Landjugend, im Schützen- oder Sportverein, es gibt viele tolle Aktionen, die Jung und Alt zusammenbringen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und dabei an einem Strang zu ziehen. Sich für etwas einzusetzen, ist nicht bloß ein Zeitfresser, sondern man lernt auch eine Menge über sich und den Umgang mit anderen Menschen.

Ich selbst bin seit vielen Jahren im Togo-Kreis der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Landesverband Oldenburg aktiv. Bereits seit fast 50 Jahren gibt es die Partnerschaft mit dem Zentrum für ländliche Ausbildung und Entwicklung (CFPR) in Togo und der KLJB im Oldenburger Münsterland schon. Das Projekt führt Generationen zusammen. Viele ehemalige Landjugendliche engagieren sich nach wie vor für das Projekt, ebenso Jugendliche und junge Erwachsene, die am interkulturellen Austausch interessiert sind. Gerade in Zeiten, in denen die Kommentarspalten auf Facebook und Co. von Rassismus und Hatespeech geflutet werden, ist es wichtig, nicht nur zuzuschauen, sondern auch selbst aktiv zu werden.

"Jedenfalls sind Rassismus, Antisemitismus und Hassreden keine Phänomene der Vergangenheit." Meike Wienken 

Geht es bei diesen Tiraden darum, jemanden als „anders“ einzustufen und zu diskriminieren, oder ist es schlicht die Angst vor dem Fremden? Jedenfalls sind Rassismus, Antisemitismus und Hassreden keine Phänomene der Vergangenheit. Das führen uns leider Ereignisse wie in Hanau immer wieder vor Augen. Wir sollten daher nicht mit einer „Das-haben-wir-hinter-uns-gelassen“-Mentalität agieren, sondern das Thema auch weiterhin ernstnehmen.

Auf Menschen zuzugehen und sich für ihre Belange zu interessieren, statt alles Fremde direkt abzublocken, kann dabei helfen, Vorurteile abzubauen – auch generationsübergreifende. So betont auch Prof. Konrad Schnabel von der International Psychoanalytic University in Berlin: „Vorurteile werden meist aus Gewohnheit angewendet. Deshalb ist es so wichtig, sich im Alltag die eigene automatische Voreingenommenheit bewusst zu machen und immer nach Wegen zu suchen, diese zu kontrollieren.“

Durch den interkulturellen Austausch mit den Menschen in Togo, aber auch mit den Generationen vor Ort habe ich gelernt, Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und wie wichtig es ist, Meinungen und Erfahrungen anderer miteinzubeziehen. Daher hoffe ich sehr, dass das Vereinsleben in Südoldenburg nach der Lockdown-Zeit wieder voll in Schwung kommt, denn nur durch Begegnungen schaffen wir ein gegenseitiges Verständnis.


Zur Person:

  • Meike Wienken ist Volontärin der OM Medien.
  • Sie erreichen die Autorin per E-Mail an: redaktion@om-medien.de.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

An einem Strang ziehen - OM online