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Amtlich: Gemeinde Bösel kauft 200 Jahre altes Rohen-Haus

Um die von Rat und Verwaltung angestrebte "Quartiersplanung" angemessen realisieren zu können, ist nun auch das Gebäude gegenüber der Pfarrkirche erworben worden. Es ist bereits das 5. Objekt.

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Langer Gebäudekomplex: Der Standort des Rohen-Hauses an der Straße "Am Kirchplatz" soll nun neu genutzt werden. Foto: Pille

Langer Gebäudekomplex: Der Standort des Rohen-Hauses an der Straße "Am Kirchplatz" soll nun neu genutzt werden. Foto: Pille

Die Spatzen pfiffen es schon tagelang von den Dächern, nun ist es amtlich: Die Gemeinde Bösel kauft den Gebäudekomplex Rohen gegenüber der Pfarrkirche „Am Kirchplatz“. Das bestätigte Bösels Bürgermeister Hermann Block auf Nachfrage von OM-Online.

Das Objekt werde zunächst in der heutigen Nutzung übernommen. Danach beschäftige sich dann der Rat in der groben Ausrichtung „mit der Folgenutzung im Rahmen der beauftragten Quartiersplanung“. Im Maßnahmekatalog, der die städtebaulichen Ziele anvisiert, sei der Erwerb und eine Neuausrichtung des Gebäudes bereits enthalten, sagte der Bürgermeister.

„Die Dorferneuerung soll alle Themen umfassen, die in Bösel zu einer langfristig tragbaren Konzeption für Arbeiten, Wohnen und Erholen zusammengehören. Die besonderen Entwicklungsqualitäten sollen gestärkt werden. Dabei soll der Ort so gestaltet und ausgerüstet werden, dass er den heutigen und zukünftigen Ansprüchen an wirtschaftliches Arbeiten, störungsfreies Wohnen, lebhaftes öffentliches Leben und vielfältige Erholungsmöglichkeiten gerecht wird. Im Hintergrund der Dorferneuerung steht auch das Ziel, kulturelle Traditionen zu bewahren und das Heimatbewusstsein der Bewohner zu vertiefen“, so lautet das Ziel der Dorferneuerung Bösels.

Lange Geschichte: Das Rohen-Haus (links) wurde bereits 1811 als Schenkwirtschaft beurkundet. Archiv PilleLange Geschichte: Das Rohen-Haus (links) wurde bereits 1811 als "Schenkwirtschaft" beurkundet. Archiv Pille

Mit dem Kauf der alten Post (die inzwischen wegen des Kreisverkehrs an der Kirche abgerissen wurde), der Häuser Adam, Rolfs und Gründing sowie jetzt des Gebäudes Rohen, allesamt in oder nahe der Straße Am Kirchplatz gelegen, hat die Gemeinde nun ein erhebliches Potenzial zur Realisierung geschaffen, aber auch eine Reihe von Herausforderungen.

Mit Rohen verbindet sich eine erhebliche historische Bedeutung für Bösel. 1811 bereits als „Schenkwirtschaft“ beurkundet, baute Johann Heinrich Rohen 1876 an der heutigen Stelle ein großes Handelshaus. Er handelte mit Lebensmittel, Haushaltswaren, Backwaren, Textilien, Wolle, Honig, Wachs, Schinken, Felle, Korn, Stroh, Holz, Holzschuhe und Düngemittel. 1863 baute er gemeinsam mit J.H. Kurmann, H.H. Högemann und C. Speckmann die Böseler Windmühle und wurde Eigentümer zu einem Viertel. Seine Geschäfte erhielten erheblichen Auftrieb nach dem Bau der Kirche und der Errichtung einer Bahnstation (1906); zudem hatte Rohen eine Agentur für Versicherungen und Schiffspassagen.

134 Jahre war der Gasthof Vereinslokal für den Böseler Chor

134 Jahre lang war der Rohensche Gasthof auch Vereinslokal für den Böseler Chor, jahrelang unter Gastwirt Heinz Averbeck. Am Tage vor Hl. Abend im Jahre 2002 schloss der letzte Inhaber das Lokal. Die Räumlichkeiten wurden vermietet. In eine Arztpraxis, die im ehemaligen Festsaal errichtet wurde, hatte die Gemeinde 2020 bereits erheblich investiert.

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