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Ampfer macht es Blühpflanzen schwer

Kühl und nass, das mögen die meisten Samenmischungen für Blühwiesen nicht. Entsprechend schlecht haben sich einige Bereiche in diesem Jahr entwickelt.

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Sonnenblumen können sich meistens gut durchsetzen. Foto: Vorwerk

Sonnenblumen können sich meistens gut durchsetzen. Foto: Vorwerk

Blühwiesen stellt man sich anders vor. Die Fläche am Ortseingang von Sevelten mutet eher einer Brache an, die auf eine Bebauung wartet. Von der Straße aus sind vereinzelt Sonnenblumen zu sehen, der Ampfer hat die Herrschaft übernommen. "Es ist die Witterung", sagt Georg Frerichs. Der Landwirt hat für seinen Hof das Konzept der Blühstreifen-Paten vor wenigen Jahren ins Leben gerufen, aber nicht überall sind 2021 die Samenmischungen gut aufgegangen.

Im hinteren Bereich der rund einen Hektar großen Fläche sieht es besser aus, versichert der Sevelter. "Wir leben halt von und mit der Natur." Konkret hat das Unkraut überhand genommen und sich im kühlen Frühjahr schneller den Weg gebahnt, als die ausgebrachten Bitterlupinen, der Buchweizen und der Gelbsenf. Der Regen wiederum kann besonders bei kleinem Saatgut schnell zur Fäulnis führen.

Kontakt zu Paten per E-Mail halten

Am Konzept der Patenschaft wird aber weiterhin festgehalten und der Hof kann sich auf einen relativ treuen Kundenstamm verlassen, allerdings werden es Jahr für Jahr weniger. Als Gegenmaßnahme wird ein enger Kontakt zu den Naturfreunden gehalten. "Im Herbst bekommt jeder Pate das versprochene Honigpräsent zugeschickt. Außerdem werden alle aus der Kundenkartei angeschrieben. Einiges läuft dann über Mundpropaganda."

Zu Weihnachten waren in den zurückliegenden Jahren die Patenschaften auch gefragte Präsente. Zudem war die mediale Aufmerksamkeit zu Beginn des Projektes groß, entsprechend war auch die Nachfrage hoch. Trotz eines nachlassenden Echos werden die Frerichs weitermachen. "Wenn eine Patenschaft geordert wird, muss das Feld auch bestellt werden." Ein Jahr kostet für 100 Quadratmeter 50 Euro.

Mit mehrjähriger Mischung keine guten Erfahrungen gemacht

Es sind stets 1-jährige Mischungen, die mit der Maschine ausgebracht werden. "Mit mehrjährigen Mischungen haben wir keine guten Erfahrungen gemacht." In diesem Jahr sind es neben der großen Fläche am Ortsrand auch viele Feldränder, die auf diese Weise bestellt wurden, und zahlreiche kleine Ecken, die sich teils für die herkömmliche Nutzung nicht eignen. Insgesamt dürften es immer noch rund 4 Hektar sein, in denen sich im Idealfall Hummeln und Bienen tummeln sollten.

Den Hummeln macht dabei die Witterung weniger aus als den Bienen. Letztere müssen die Imker – so wie der Vater von Georg Frerichs – zufüttern. "Der Raps ging noch, aber danach war es eine Katastrophe." Entmutigen lassen wird sich der Junior deshalb aber nicht, auch wenn es ein Nullsummenspiel ist. "Wir machen es gerne."

Die verblühten Pflanzen bleiben den Winter über auf dem Feld und bieten so auch Schutz für die Tierwelt. Erst im Frühjahr werden die Reste des Vorjahres vom Feld geholt und der Boden bearbeitet, bevor mit der Drillmaschine wieder eine neue Mischung "Honig-Brache" in den Boden eingearbeitet wird. Wenn die Witterung mitspielt, haben die Insekten ab Juni bis ist den Herbst hinein einen reich gedeckten Tisch. www.fresev.de.

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