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Ambulanter Hospizverein in Cloppenburg blickt auf 25-jährige Geschichte zurück

Mit einem Festakt samt geladener Gäste wird das Jubiläum am 29. April in der Stadthalle gefeiert. Die Anfänge 1997 waren nicht einfach, aber im letzten Vierteljahrhundert hat sich viel bewegt.

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Blicken auf eine erfolgreiche Geschichte zurück (von links): Gregor Möller-Reemts (Vorsitzender), Renate Berg (Gründungsmitglied und stellvertretende Vorsitzende), Rita Breuer (Trauerbegleiterin) und Hildegard Meyer (hauptamtliche Koordinatorin). Foto: Heinzel

Blicken auf eine erfolgreiche Geschichte zurück (von links): Gregor Möller-Reemts (Vorsitzender), Renate Berg (Gründungsmitglied und stellvertretende Vorsitzende), Rita Breuer (Trauerbegleiterin) und Hildegard Meyer (hauptamtliche Koordinatorin). Foto: Heinzel

Der ambulante Hospizdienst für den Landkreis Cloppenburg blickt 2022 auf seine 25-jährige Geschichte zurück. Am 29. April (Freitag) wird es einen Festakt in der Stadthalle Cloppenburg geben. Ziel des Vereins ist es, schwerstkranken und sterbenden Menschen ein ihren Wünschen entsprechendes Leben sowie einen Tod in Würde und Frieden zu ermöglichen. Getreu dem Leitbild "In Würde leben – bis zuletzt" beraten, begleiten und stehen die Mitglieder des Vereins Betroffenen bei. Darüber hinaus wollen sie das Thema Tod und den Umgang mit dem Tod in der Gesellschaft weiter enttabuisieren und normalisieren.

Die moderne Hospizbewegung knüpft symbolisch an die Tradition derjenigen Herbergen an, die ab dem 4. Jahrhundert entlang der europäischen Pilgerrouten entstanden und die gleichermaßen gesunden und kranken Pilgern Gastfreundschaft boten, bevor sie vorrangig der Pflege dienten. Daran knüpfte Dr. Cicely Saunders an, berichtet Hildegard Meyer, eine von drei hauptamtlichen Koordinatorinnen des Vereins. Saunders eröffnete 1967 das Londoner St. Christopher's Hospice. Von dort breitete sich die Hospizbewegung in viele Länder aus und kam in den 1980er Jahren nach Deutschland.

1997 erreichte diese Entwicklung den Landkreis Cloppenburg. Mit einem VHS-Kurs fing es an, erzählt Teilnehmerin Renate Berg, die anschließend zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehörte. Der Start war nicht einfach. "Wir mussten erst einmal bekannt werden", sagt Berg. Im ersten Jahr gab es zehn Begleitungen, 1 Jahr später elf. Heute seien es durchschnittlich 50 bis 60 Begleitungen pro Jahr, berichtet der Vereinsvorsitzende Gregor Möller-Reemts.

Trauerbegleitung ist nicht gleich Hospizbegleitung

Anfang der 2000er Jahre erhielt die Hospizbewegung Unterstützung durch die Krankenkassen. Das Ergebnis: die Einstellung von hauptamtlichen Koordinatorinnen, die den Erstkontakt zu den Betroffenen übernehmen und die Einsätze der Ehrenamtlichen organisieren. Der Verein mit seinen 170 Mitgliedern, darunter 50 aktive Ehrenamtliche, hat im Laufe der Zeit sein Angebot erweitert. So finden sich seit 2003 die Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie das Trauercafé unter seinem Dach.

Die Trauerbegleitung müsse losgelöst von der Hospizbegleitung betrachtet werden. Letztere ende mit dem Tod des Betroffenen. Die Trauerbegleitung müsse ein Weg nach vorne sein und Zukunftsperspektiven eröffnen, meint Rita Breuer. "Es braucht dafür ein neues Gesicht", sagt Möller-Reemts. Dieser ehrenamtliche Trauerbereich finanziere sich über Spenden (Spendenkonto-IBAN: DE82 2806 1501 0045 9038 00). Der ambulante Hospizdienst selbst finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Mittel der Krankenkassen.

2007 kam die Familienbegleitung als Wirkungsfeld hinzu. Dabei steht der Verein nicht alleine da, sondern ist in ein Netzwerk eingebunden. Ärzte, Krankenhäuser oder Sozialstationen unterstützen seine Arbeit, indem sie über dessen Arbeit informieren und bei Bedarf den Kontakt herstellen.

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